Preise für Kosmetik: Wie müssen Händler die Preise angeben?

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Smarte Händler wissen: für manche Waren müssen Sie nicht nur den Endpreis sondern auch einen Grundpreis (z.B. pro 100 ml) angeben. Vor allem bei Kosmetik ist das auch immer wieder wichtig, da Konkurrenten hier auch immer wieder abmahnen. Vor kurzem ging es darum, wann es Ausnahmen von dieser Pflicht geben kann.

Ausnahme für Anti-Falten-Creme und Haarwuchsserum?

In diesem aktuellen Urteil ging es darum, ob die Pflicht den Grundpreis anzugeben auch für Anti-Falten-Creme und Haarwuchsserum gilt. Ein Händler bewarb nämlich diese Produkte in seinem Shop ohne den jeweiligen Grundpreis.
Ein Konkurrent hielt das aber für wettbewerbswidrig. Er argumentierte, dass auch für diese Produkte die Grundpreisangabe notwendig war. Der Händler hielt aber dagegen. Er meinte, dass für die Produkte die Ausnahmeregelungen aus der Preisangabenverordnung (PAngVO) gelten würden.

Gericht: Ausnahmen greifen nicht

Das Oberlandesgericht Celle musste sich dann mit dem Fall beschäftigen (Urteil vom 23.03.2017, Az. 13 U 158/16). Das Gericht gab dem Konkurrenten Recht. Die Ausnahmen aus der PAngVO gelten für kosmetische Mittel, die ausschließlich der Färbung oder Verschönerung der Haut, des Haares oder der Nägel dienen.

Dazu gehören aber Haarwuchsseren und Anti-Falten-Cremes nicht. Bei dem Haarwuchsserum argumentierte das Gericht, dass der Effekt erst nach längerer Zeit eintritt und deswegen das Serum nicht unter die Ausnahmeregelung fallen kann.

Auch bei der Anti-Falten-Creme lehnte das Gericht die Ausnahme ab. Die Creme hat nämlich nicht nur verschönernde Wirkung sondern auch einen pflegenden Effekt. Der Händler musste deswegen für diese Produkte auch den jeweiligen Grundpreis nennen.

Praxis-Tipps:

1.    Achten Sie bei Ihren Produkten darauf, ob Sie einen Grundpreis angeben müssen. Vor allem bei Kosmetikartikeln ist es kaum möglich, sich auf die Ausnahmeregelungen zu berufen weil auch die meiste ´dekorative´ Kosmetik pflegende Wirkung hat.

2.    Achtung: Der Grundpreis muss nicht nur bei flüssigen Produkten angegeben werden. Wenn Sie also gewerbsmäßig Waren an Endkunden verkaufen, die Sie unter Angabe von Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche anbieten, müssen Sie an die Grundpreisangabe denken.

3.    Den Grundpreis geben Sie dann pro Meter, Kilogramm, Quadrat- oder Kubikmeter oder bei flüssigen Artikeln pro Liter an. Wenn Sie Produkte verkaufen, die üblicherweise nicht in Größen über 250 Gramm oder Milliliter verpackt sind, können Sie den Grundpreis pro 100 Gramm oder pro 100 Milliliter angeben.

4.    Bei Unsicherheiten lassen Sie sich am besten beraten. Preisangabefehler werden oft schnell von Konkurrenten entdeckt, sodass bei falschen Preisangaben teure Abmahnungen drohen!

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