Marketing: Werbung mit „0 € Bargeldabhebungsgebühr weltweit“ auf dem Prüfstand

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Werben Banken mit weltweit kostenlosen Bargeldabhebungen, müssen sie diese Werbeversprechen natürlich auch einhalten. Das musste nun auch die Barclays Bank feststellen. Die Bank hielt ihr Versprechen nämlich nur in der Eurozone ein. Das geht nicht, meinte das Hanseatische Oberlandesgericht.

„0 € Bargeldabhebungsgebühr weltweit“: Ja, aber nur innerhalb der Eurozone…

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (kurz vzbv) ging gegen die Barclays Bank vor. Die Bank hatte nämlich in einem Schreiben für ihre „Barclaycard Gold Visa“ mit „0 € Bargeldabhebungsgebühr weltweit“ geworben.

Der Haken an der Sache: Auf der Rückseite des Werbeschreibens wies die Bank darauf hin, dass dieses Versprechen nur für die sogenannte Eurozone galt. Außerhalb der Eurozone fiel aber eine Gebühr für den Auslandseinsatz der Kreditkarte an. Diese Aufklärung reichte dem vzbv nicht. Der Fall landete vor Gericht. Das Hanseatische Oberlandesgericht hat im April 2017 eine Entscheidung gefällt.

Informationen zu Auslandsgebühren auf Rückseite des Werbeschreibens nicht ausreichend

Dem Hanseatischen Oberlandesgericht (Urteil vom 12. April 2017, Az. 5 U 38/14) reichte der Hinweis auf der Rückseite des Schreibens auch nicht aus. Der Grund: Informationen darüber, wann im In- und Ausland für Bargeldabhebungen Gebühren anfallen, sind für die Kunden von großer Bedeutung.

Wegen der Beschreibungen auf der Vorderseite des Werbeschreibens gingen die Kunden aber davon aus, alles Wichtige rund um die anfallenden Gebühren auch dort auf einen Blick zu erfahren. Die Einschränkungen der Werbeaussage auf der Rückseite des Schreibens waren nicht geeignet, die Irreführung über die Auslandsgebühren zu beseitigen.

Außerdem bemängelte das Oberlandesgericht, dass die Bank nicht das gesetzliche Formular für Verbraucherkredite verwendete. Konkret ging es darum, dass das Unternehmen zwar die vorgeschriebenen Informationen mitteilte, aber nicht die ebenfalls verpflichtende Tabellenform verwendete.

Praxis-Tipp:

Auch für Händler gilt: Sie müssen die Kunden über Einschränkungen der angebotenen Leistungen ausreichend aufklären. Nur so lassen sich Irreführungen vermeiden.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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