Wettbewerbsverzerrung: 2,42 Milliarden Euro Strafe für Google

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Mit drastischen Geldbußen will die Europäische Kommission die Angebotsvielfalt bei Preisvergleichen im Internet sichern. Nach siebenjährigen Ermittlungen kommt Brüssel zu dem Schluss, dass der Online-Riese Google gegen EU-Kartellrecht verstößt. Der Grund: Die Algorithmen der Suchmaschine bevorzugen systematisch ein anderes Produkt des Konzerns: den Preisvergleichsdienst „Google Shopping“.

Eigene Werbekunden profitieren von marktbeherrschender Stellung

Es ist die höchste Strafzahlung, die die EU jemals verhängt hat. Kein Wunder, denn die Preisvergleiche im Internet können das Kaufverhalten von Millionen Online-Kunden in ganz Europa beeinflussen. Auf der Suche nach dem Preis eines Produkts fallen durch prominente Aufmachung und Platzierung sofort die Ergebnisse von „Google Shopping“ ins Auge.

Was nur wenigen Nutzern bewusst ist: Die hier aufgeführten Anbieter sind Werbekunden. Von ihren Verkaufserfolgen profitiert auch Google. Andere Preisvergleiche, die zu dem Unternehmen in Konkurrenz stehen, tauchen aber regelmäßig erst weiter unten und weniger auffällig in den Suchergebnissen auf.

Für die EU-Kommission ist klar, dass die Alphabet-Tochter damit die marktbeherrschende Stellung ihrer Suchmaschine missbraucht. Auch Verbraucherschützer weisen seit langer Zeit darauf hin, dass Google auf diese Weise den fairen Wettbewerb behindert und die Angebotsvielfalt auf dem Markt einschränkt.

Google: Vorgehen dient dem Nutzen des Käufers

Der kalifornische Internetkonzern sieht das freilich anders. Die Darstellung in der firmeneigenen Suchmaschine bringe Händler und Käufer auf eine Weise zusammen, die für beide Seiten nützlich sei, so das Unternehmen. Darüber hinaus wirft man der EU- Kommission vor, das Verhalten von Shopping-Kunden falsch einzuschätzen. Die nämlich würden bei der Suche nach ihrem Wunschprodukt als allererstes die Seiten von Online- Händler Amazon aufrufen, und nicht die Suchmaschinen.

Die EU dagegen legt dar, dass die günstige Positionierung von Google Shopping in ganz Europa zu sinkenden Nutzerzahlen bei anderen Preisvergleichsportalen geführt hat. In Deutschland gingen die Aufrufe der konkurrierenden Unternehmen um mehr als 90 Prozent zurück.

Fazit:

Die EU-Kommission hat Google eine Frist von 90 Tagen gesetzt, um seine Algorithmen anzupassen. Sollte danach immer noch der eigene Preisvergleich bevorzugt auftauchen, werden für jeden zusätzlichen Tag weitere Strafen fällig.

Noch hat das Unternehmen nicht bekannt gegeben, ob es gegen die Entscheidung vor dem Europäischen Gerichtshof klagen wird. Dabei geht es auch um die Konsequenzen aus der jetzt gefällten Entscheidung: Laut EU-Kommission können Unternehmen, die sich von Googles wettbewerbswidrigem Verhalten in der Vergangenheit behindert sahen, auf Schadensersatz klagen.

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