iPhone-Drosselung: Sammelklagen gegen Apple

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Als kürzlich herauskam, dass Apple die Leistung seiner iPhones gezielt drosselt, war der Aufschrei bei Usern und in den Medien groß. Jetzt droht dem Konzern ein rechtlicher Marathon. Was kommt auf Apple zu?

Reddit-Nutzer deckt Drosselung auf

Ein Nutzer des Portals Reddit hatte aufgedeckt, dass sein iPhone 6S in Benchmark-Tests und in der Praxis deutlich langsamer arbeitet als das iPhone 6S seines Bruders. Nachdem er jedoch einen neuen Akku eingebaut hatte, zog die Leistung wieder an und lief auf dem ursprünglichen Niveau. Der Benchmark-Anbieter Geekbench überprüfte diese Behauptungen und kam zu dem Ergebnis: Neue iOS-Software sorgt dafür, dass iPhone 6, iPhone 6S, iPhone SE und iPhone 7 signifikant langsamer laufen.

Apple verweist auf Strombelastung

Diese Drosselung hat Apple lange geheim gehalten. Jetzt hat der Konzern jedoch eine Meldung veröffentlicht, die sich bei allen Usern entschuldigt. Apple verweist darauf, dass die Drosselung immer dann stattfindet, wenn die Akkus nicht mehr in der Lage sind, Stromspitzenbelastungen standzuhalten. Das passiert bei großer Kälte, niedrigem Akkustand und bei alten Akkus. Damit sich das iPhone nicht ausschaltet, verringert das System die Leistung des Prozessors.

Verbraucher fühlen sich betrogen

Verbraucher sind von diesem Vorgehen jedoch enttäuscht. Sie geben an, dass Apple nicht darauf hinweise, dass ein neuer Akku ihr iPhone wieder deutlich schneller machen würde. Stattdessen haben viele User ein neues iPhone gekauft, um wieder über mehr Performance zu verfügen. Sie fühlen sich daher von Apple betrogen.

Sammelklagen in mehreren Ländern

Apple sieht sich daher jetzt mit einer Reihe von Sammelklagen konfrontiert. In den USA liegen bereits 30 Sammelklagen gegen den Konzern vor, u.a. in den Bundesstaaten Illinois, Kalifornien und New York. Auch der US-Handelsausschuss beschäftigt sich mit dem Vorgehen Apples und hat das Unternehmen in einem Brief zu einer Stellungnahme aufgefordert.

Darüber hinaus ermitteln auch Frankreich und Israel gegen die Arbeitsweise von Apple. In Frankreich könnte die geheime Drosselung gegen das Gesetz zu geplanter Obsoleszenz verstoßen, wie die Verbraucherorganisation HOP (Halte à l'Obsolescence Programmée) in seiner Sammelklage anführt. Das Gesetz behandelt die Vorgehensweise von Unternehmen, die die Betriebsdauer von Produkten gezielt verringern, ohne dass Verbraucher davon erfahren.

Fazit

Apple steht vor einer Reihe von Klagen, die den Konzern Millionen Kosten könnten. Um Kunden zu besänftigen, hat das Unternehmen bis Ende Dezember 2018 den Preis für einen Batteriewechsel von 89 Euro auf 29 Euro gesenkt. Darüber hinaus hat Apple für Anfang des Jahres ein Software-Update angekündigt, das ihnen einen genaueren Einblick in den Zustand ihrer iPhone-Batterie geben soll.

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