Wettbewerbsrecht: Gütesiegel ohne weitere Erläuterung unzulässig

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Das Unternehmen Galeria Kaufhof darf Wäsche in seinem Online-Shop nicht mehr allgemein als „umweltfreundlich und/oder sozialverträglich hergestellt“ kennzeichnen. Nach einem Urteil des Landgerichts Köln müssen Verbraucher klar erkennen können, welche der beiden Eigenschaften tatsächlich für ein Produkt zutrifft. Außerdem fordert das Gericht genauere Angaben zur Begründung.

Werbung mit besonderen Auszeichnungen

Fair gehandelt, schadstoffarm, aus nachhaltiger Produktion – auch beim Textilienkauf werden Online-Shopper mit einer unüberschaubaren Vielfalt von Qualitätslabeln konfrontiert. Neben unabhängig vergebenen Siegeln von staatlichen Einrichtungen oder Nichtregierungsorganisationen schafft die Industrie immer mehr eigene Auszeichnungen, um die Attraktivität der eigenen Produkte zu erhöhen. Da die verwendeten Begriffe häufig nicht geschützt sind, ist die Aussagekraft vieler Zeichen gering.

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist einfacher?

Genau das hat man auch beim Einzelhändler Galeria Kaufhof erkannt, und kurzerhand ein weiteres Label kreiert. Ein grünes Blatt mit der Aufschrift „natürlich GALERIA“ soll den Kunden das Gefühl vermitteln, „etwas Gutes… für Mensch und Umwelt“ zu tun. So beworbene Ware sei entweder „besonders umweltfreundlich oder sozialverträglich hergestellt – oft auch beides“, erklärt das Unternehmen auf seiner Webseite. Welche Aspekte der Produktion beim jeweiligen Produkt zu der Auszeichnung führen, behält Galeria Kaufhof für sich: „Vertrauen Sie uns!“ heißt es weiter.

Kunde muss sich selbst ein Urteil bilden können

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen sah darin einen Verstoß gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Demnach müssen Verbraucher nämlich alle wesentlichen Informationen erhalten, um eine unabhängige Kaufentscheidung treffen zu können. In dem vor dem Landgericht Köln verhandelten Fall ging es um die Beschreibung eines Mädchen-BHs. Ohne weitere Erklärungen war das Wäschestück als „besonders umweltfreundlich und/oder sozialverträglich“ bezeichnet worden. Das Gericht gab den Verbraucherschützern recht: Künftig muss Galeria Kaufhof bei entsprechender Werbung genauere Erläuterungen zur Umwelt- oder Sozialverträglichkeit liefern.

Fazit:

Gütesiegel wie das „Natürlich Galeria“-Zeichen von Kaufhof können auch Verwirrung stiften: dann nämlich, wenn sie sehr allgemein positive Produkteigenschaften suggerieren, die Verbraucher nicht nachvollziehen können. Eine Werbung als „besonders umweltfreundlich und/oder sozialverträglich“ verstößt außerdem noch gegen das Wettbewerbsrecht.

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Kommentare  
Stefan
0 # Stefan 25.04.2018, 10:17 Uhr
Hallo,
ist aber schon recht alt die Meldung (11/2017-12/2017).
Immer so aktuell?
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