Falsche 4-Sterne-Bewertung: Hotelinhaber muss selbst alle irreführenden Einträge löschen

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Geben Hotels eine falsche Sternebewertung im Netz an, müssen sie diese korrigieren. So weit, so gut. Was aber, wenn bereits andere Seiten die unwahre Bewertung übernommen haben? Müssen sich Hotels dann auch um eine Korrektur dieser Angaben bemühen? Das hat jetzt das Oberlandesgericht (OLG) Dresden beantwortet. Worauf sollten Unternehmen fortan achten?

So handelte sich ein Hotelinhaber eine Abmahnung ein

Ein Hotel bewarb seine Unterkunft im Web mit vier Sternen. Das entsprach jedoch nicht der Wahrheit. Deshalb landete eine Abmahnung im Briefkasten des Inhabers. Dieser unterzeichnete die strafbewehrte Unterlassungserklärung und verpflichtete sich so, in Zukunft keine falsche Sternebewertung mehr zu führen. In diesem Rahmen löschte der Inhaber alle Beiträge und Bewertungen, die er selbst erstellt hatte. Darüber informierte er auch seinen Vertragspartner booking.com, dass das Portal die unwahre Bewertung löschen solle.

Darum sollte der Hotelinhaber trotzdem zahlen

Als der Abmahner dann aber bei einer Anzeige von Google My Business wieder die falsche 4-Sterne-Einschätzung des Hotels fand, forderte er vom Inhaber die Vertragsstrafe von 4.000 Euro ein. Dieser hatte aus seiner Sicht so gegen die Unterlassungserklärung verstoßen. Das sah der Hotelinhaber anders. Er ging davon aus, dass er nicht dafür verantwortlich sei, sich um eine Löschung der Bewertung auf anderen Portalen zu kümmern, wenn er diese dort nicht selbst eingetragen oder mit diesen eine Zusammenarbeit vereinbart hatte.

Darum musste der Hotelinhaber alle Einträge selbst löschen

Das OLG Dresden entschied jetzt: Hat ein Unternehmen eine Pflicht aus einer Unterlassungserklärung, muss es diese auf allen gängigen Online-Portalen erfüllen (Urteil vom 24.04.2018, Az. 14 U 50/18). Das heißt: Unternehmen müssen auch unwahre Bewertungen entfernen lassen, die sie selbst nicht erstellt haben (lassen). Sie müssen diese per Google selbst finden und eine Entfernung beantragen.

Das Gericht gab in seiner Entscheidung an, dass der Hotelinhaber zumindest alle gängigen Suchmaschinen nach seiner irreführenden Werbung hätte durchsuchen müssen. Auf diese Weise hätte er sicherstellen können, dass sich diese nicht ungewollt fortsetzt.

Fazit

Unternehmen, die unwahre Bewertungen ins Web stellen, müssen es sich auch zurechnen lassen, wenn Dritte diese für ihr Portal übernehmen. Sie sollten sich daher bemühen, alle falschen Bewertungen zu finden und auf eine Löschung hinzuwirken.

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