Dating-Portale: Parship-Werbung als „Deutschlands größte Partnervermittlung“ untersagt

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Je mehr Singles eine Agentur nutzen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, die oder den Richtigen zu finden. Nach dieser einfachen Überlegung dürften die Betreiber von Parship ihren Werbeslogan gewählt haben. Doch für die Behauptung, „Deutschlands größte Partnervermittlung“ zu sein, sieht das Oberlandesgericht München keine ausreichenden Belege. Der Kläger, Mitbewerber Lovescout24, ist zufrieden.

 

Jahresumsatz der Singlebörsen im Netz: 211 Millionen Euro

Beide Konkurrenten gehören zu den erfolgreichsten Anbietern auf dem deutschen Online-Dating-Markt. Und der wächst nach wie vor. Mehr als 8 Millionen Menschen sind hierzulande jeden Monat in den Internet-Kontaktportalen unterwegs. Insgesamt zählen die Betreiber rund 135 Millionen registrierte Profile. Um Interessenten auf die eigene Seite zu locken, setzen sie daher auf Werbekampagnen mit eingängigen Slogans. Kontaktanzeigen-Anbieter Lovescout24 allerdings klagte nun erfolgreich gegen eine Behauptung von Mitbewerber Parship. Der darf sich ab sofort nicht mehr „Deutschlands größte Partnervermittlung“ nennen.

Lovescout24 und Parship mit mehr als zehn Millionen Nutzern

Das Oberlandesgericht München (Az.: 6 U 454/18) bestätigt mit seiner Entscheidung ein Urteil aus der ersten Instanz. Grundlage war die jährlich durchgeführte Studie „Der deutsche Online-Dating-Markt“. Demnach waren sowohl bei Lovescout24 als auch bei Parship im Untersuchungszeitraum 2017/18 mehr als zehn Millionen Mitglieder registriert. Die Vertreter von Parship verwiesen allerdings vor Gericht auf eine höhere Zahl von sogenannten Premium-Mitgliedern. Im Gegensatz zu den kostenlosen Accounts sind Premium-Mitgliedschaften kostenpflichtig. Immerhin 660,- Euro zahlen die Kunden bei Parship jährlich, unter anderem für die Erstellung eines Persönlichkeitsprofils und zusätzliche Filtermöglichkeiten bei der Kontaktsuche.

Gericht: Zahl der Teilnehmer wichtiger als Mitgliedsstatus

Die Details der Mitgliedschaft und die Leistungen bezahlter Profile allerdings spielten für interessierte Kunden zunächst einmal keine Rolle, so das Gericht. Auch sei davon auszugehen, dass Verbraucher keinen Unterschied machten zwischen Singlebörsen, Datingportalen oder Partnerportalen. Im Klartext: Ob Parship oder Lovescout24, für Flirthungrige zählen weniger die Feinheiten der Mitgliedschaft als die Zahl der Gleichgesinnten, die auf den Webseiten anzutreffen sind. Vor diesem Hintergrund stuft das Urteil die Bezeichnung „Deutschlands größte Partnervermittlung“ als unzutreffend und damit als unzulässig ein.

Fazit

Wer mit Superlativen wirbt, muss im Zweifelsfall Belege liefern. Das ist Parship in diesem Fall nicht gelungen. Nach Ansicht des Gerichts spielt die Zahlungsbereitschaft der Mitglieder keine Rolle bei der Auswahl einer Kontaktbörse. Angesichts der ansonsten vergleichbaren Nutzerzahlen aber darf sich Parship nicht länger als größter Anbieter auf dem Markt bezeichnen.

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