Unvollständige Testergebnisse: Werbung ohne Gesamtnote kann wettbewerbswidrig sein

(4 Bewertungen, 4.00 von 5)

Testergebnisse werden immer mal wieder zu Stolperfallen für Händler. Der Grund: Sie präsentieren Bewertungen nicht immer ganz wahrheitsgetreu. Das musste jetzt auch ein Matratzenhersteller spüren, der für ein Modell mit Noten von Stiftung Warentest warb – vom Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt dafür jedoch verurteilt wurde. Wie hatte der Händler die Wertung der Stiftung Warentest verwendet? Und auf was sollten Shop-Betreiber achten?

So bewarb ein Händler seine Matratze

Der Matratzenhersteller bewarb eine neue Matratze mit der Überschrift „Die neue Matratze weiter optimiert für Dich – nach Stiftung Warentest”. Danach führte er eine Reihe von einzelnen Testnoten auf, die sich auf das alte Modell bezogen:

Liegeeigenschaften (35%) gut (2,5)
Schlafklima (5%) gut (2,2)
Haltbarkeit (20%) gut (2,0)
Bezug (10%) sehr gut (1,4)
Gesundheit und Umwelt (10%) befriedigend (3,4)
Handhabung (10%) mangelhaft (5,0)
Deklaration (10%) mangelhaft (5,0)

 

Die Gesamtnote ausreichend (4,2), die die Matratze im Endergebnis erhielt, nannte der Händler jedoch nicht. Das Problem: Stiftung Warentest wertet im Endergebnis besonders schlechte Noten stärker, damit diese durch gute Noten nicht kaschiert werden. Indem der Matratzenhersteller also nur die Einzelnoten aufführte, konnten Verbraucher glauben, dass die getestete Matratze ein Gesamturteil im befriedigenden Bereich erhalten hat. Das ergibt das Zusammenrechnen der einzelnen Noten. Damit vermittelte der Händler einen besseren Eindruck von seiner Matratze.

Wertung ohne Gesamtnote irreführend

Diese Werbung mit einzelnen Testergebnisse stieß dem Dachverband der Verbraucherzentralen in Deutschland sauer auf, so dass der Fall vor dem OLG Frankfurt landete. Dabei gaben die Richter an, dass es durchaus fragwürdig ist, wie transparent das Testverfahren der Stiftung Warentest ist. Das änderte jedoch nichts daran, dass der Matratzenhersteller seine Kunden in die Irre führte, so das Urteil des Gerichts (Urteil vom 20.09.2018, Az. 6 U 127/17). Denn: Entschließt sich ein Händler für die Werbung mit Testergebnissen, darf er diese nicht optimieren, indem er die deutlich schlechtere Gesamtnote verschweigt. Damit bestätigte das OLG Frankfurt die Vorinstanz. Bereits das Landgericht Frankfurt hatte geurteilt, dass der Matratzenhersteller irreführend gehandelt hatte (Urteil vom 14.06.2017, Az. 2-03 O 36/17).

Praxis-Tipp

Händler können durchaus mit Teilen von Testergebnissen werben. Sie müssen dabei jedoch sicherstellen, dass sie beim Verbraucher nicht den Eindruck der Gesamtnote verändern. Händler, die auf Nummer sicher gehen wollen, sollten schlichtweg immer die Gesamtnote aufführen.

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Kommentare  
eleva55
0 # eleva55 13.11.2018, 10:40 Uhr
Aber darüber hinaus sollten wir die Förderung des Unternehmens nicht vergessen. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir den Verkauf so viel steigern können. Um beispielsweise ein Unternehmen zu gründen, rate ich Ihnen, eine Ausrichtung auf Werbung vorzunehmen. Sie können Ihr eigenes Logo https://www.logaster.de/gallery/cafe-logo/ zu den Cafe-Log-Typen machen.
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