Irreführung: Kartellamt sieht Rechtsverstöße bei Vergleichsportalen

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Hotels, die sich einen guten Listenplatz erkaufen können oder normale Marktpreise, die als Exklusivangebot beworben werden: In einer aktuellen Untersuchung zeigt das Kartellamt, dass auf Preisvergleiche im Internet nicht immer Verlass ist. Kein Wunder: Die Seiten finanzieren sich zu 90 Prozent aus den Provisionen für Käufe und Vertragsabschlüsse.

 

Wer nicht zahlt, ist nicht dabei

Anstatt selbst die Preise verschiedener Anbieter im Internet zu recherchieren, nutzen sparsame Verbraucher gern Seiten wie Verivox oder Check24. Angesichts der Vielzahl der Produkte und Dienstleistungen übersehen sie leicht, dass manche Anbieter überhaupt nicht auftauchen. Tatsächlich aber belegt die Sektoruntersuchung des Kartellamts, dass in einzelnen Bereichen nicht einmal die Hälfte der am Markt befindlichen Firmen vertreten ist. Aus einfachem Grund: Wer für die Vermittlung von Kunden nicht zahlt, bleibt bei vielen Portalen außen vor. Die Nutzer erfahren davon allerdings nichts.

Besser als der erste Platz

In einigen Fällen können sich Anbieter über besondere Entgelte sogar eine der vorderen Listenpositionen „erkaufen“. Beliebt ist beispielsweise die Praxis, ein Produkt auf „Platz 0“ vor den Bestplatzierten zu stellen. Dafür kann auch eine besonders hohe Provision berechnet werden. In anderen Fällen verweisen die Betreiber willkürlich auf eine begrenzte Verfügbarkeit oder einen Exklusivpreis. Dabei könnte ein Blick ins Netz zeigen, dass es sich um die üblichen Verkaufsbedingungen handelt. Eine andere Art der Einflussnahme geschieht über Kaufanreize wie Cashback oder Geld-zurück-Garantie. Mit dem Haken, dass die Boni aufgrund der strengen Bedingungen teilweise gar nicht eingelöst werden können.

Problem erkannt – und nun?

Befragt wurden rund 150 Portale aus den Bereichen Reise, Energie, Telekommunikation, Versicherungen und Finanzen. Dabei hat das Kartellamt deutliche Hinweise auf Verstöße gegen das Wettbewerbsgesetz erhalten. Gegen einzelne Unternehmen vorgehen wird man allerdings nicht. Die Untersuchung sollte nur verbraucherrechtliche Probleme der Vergleichsportale aufzeigen. Jetzt können die Betreiber dazu Stellung nehmen, bevor das Kartellamt 2019 einen Abschlussbericht veröffentlicht. Weitere rechtliche Kompetenzen hat die Behörde in diesem Fall nicht.

Praxis-Tipps:

  1. Anzeige

    Berücksichtigen Sie bei einem Preisvergleich, dass nicht alle Marktanbieter auf jedem Portal vertreten sind!

  2. Achten Sie auf die Darstellung der Rankings! Die an oberster Stelle platzierten, farblich abgesetzten Angebote sind oft nicht Teil des eigentlichen Vergleichs.

  3. Falls ein Angebot einen Rabatt oder Bonus beinhaltet, prüfen Sie die Bedingungen sorgfältig!

  4. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen von Hinweisen wie „zeitlich begrenzt“, „nur noch einmal verfügbar“ oder „häufig gebucht“. Oft beziehen sie sich nicht auf Ihre individuelle Suche.

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