Irreführung: Tesla muss Internetwerbung für Modell 3 ändern

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Nach der Beanstandung durch die Wettbewerbszentrale hat der US-Konzern die Preisdarstellung für sein neues Elektroauto angepasst. Bis zur vergangenen Woche hatte Tesla auf seiner Webseite noch zwei unterschiedliche Beträge angegeben: einen regulären Kaufpreis und eine deutlich niedrigere Summe, die sich angeblich durch geschätzte Einsparungen ergab. Die Wettbewerbshüter rügten das als intransparentes Vorgehen und als Verstoß gegen die Preisabgabenverordnung.

5000,- Euro beim Kauf sparen?

Eigentlich ist das Auto gar nicht so teuer, wie es scheint – diese Botschaft wollte Tesla offenbar in seinem Modellkonfigurator vermitteln. Damit das auch beim Kunden ankam, wurden gleich zwei Preise für die gewählte Ausstattung angegeben. Und zwar beim Barkauf ebenso wie bei der Finanzierung. Für die Version mit Langstreckenbatterie ergab sich beispielsweise ein „Kaufpreis“ von 56.380,- Euro. Direkt darunter wurde ein „Preis nach geschätzten Einsparungen“ in Höhe von 51.380,- Euro aufgeführt. Bei Ratenzahlung reduzierte sich der monatliche Betrag von 626,- auf 522,- Euro.

Grundlagen für Schätzwerte fehlen

Wer diese Darstellung besser verstehen wollte, konnte auf das Feld „Einzelheiten anzeigen“ klicken. Hier wurde allerdings nur erklärt, dass ein durchschnittlicher Fahrer des Elektroautos im Laufe von fünf Jahren rund 5000,- Euro an Benzinkosten einsparen könne. Die Wettbewerbszentrale konnte diese Berechnung nicht nachvollziehen. Schließlich hängen die jährlichen Kosten für Kraftstoff und Unterhalt von zahlreichen Faktoren ab und variieren von Fahrzeug zu Fahrzeug. Es war auch nicht ersichtlich, auf welches Vergleichsmodell sich die angeblichen Einsparungen bezogen. Die Rechnung war daher nach Ansicht der Kontrollinstitution intransparent und willkürlich.

Gezahlt werden muss der höhere Preis

Selbst wenn sich die Einsparung schlüssig belegen ließe, dürfe Tesla sie nicht vom regulären Preis abziehen, so die Wettbewerbshüter. Kunden müssten schließlich bei Kauf oder Abschluss der Finanzierung die volle Summe zahlen. Die Darstellung mit zwei verschiedenen Beträgen widerspreche den Grundsätzen von Preiswahrheit und Preisklarheit und verstoße gegen die Regelungen der Preisangabenverordnung.

Fazit

Tesla hat inzwischen auf die Kritik der Wettbewerbszentrale reagiert. Wer die Konfiguration seines Wunschautos abgeschlossen hat, bekommt jetzt nur noch einen einzigen Kaufpreis angezeigt. Auf die Vergleichsrechnung mit einem durchschnittlichen Benziner will man aber trotzdem nicht verzichten: Die „geschätzte Ersparnis“ in Höhe von 5000,- Euro wird immer noch unter dem Endbetrag angegeben.

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