Marktmissbrauch: Spotify legt bei der EU Kartellbeschwerde gegen Apple ein

(1 Bewertung, 5.00 von 5)

Seit Jahren wirft der Musik-Streamingdienst dem kalifornischen Unternehmen unfaire Geschäftspraktiken vor. Nach Ansicht von Spotify nutzt der IT-Anbieter die Regularien in seinem App-Store, um die Konkurrenz für den eigenen Musikdienst Apple Music auszubremsen. Nun soll die EU-Kommission für Chancengleichheit sorgen.

„Unfaire Vorteile, wo immer es geht"

Rund 90 Millionen zahlende Abonnenten nutzen das umfangreiche Musikangebot des Marktführers, darunter auch jede Menge iPhone-Besitzer. Inzwischen allerdings können Apple-Nutzer das Premium-Abo nicht mehr in ihrer iOS-App buchen. Zu teuer, entschied Spotify. Denn bei der Bezahlung über Apple werden auf den Monatspreis von 9,99 Euro 30 Prozent Vermittlungsgebühr aufgeschlagen. Das Konkurrenzprodukt Apple Music hingegen gibt es ohne Provision - für monatlich ebenfalls 9,99 Euro. Eine klare Wettbewerbsverzerrung, findet der Chef des schwedischen Musikdienstes Daniel Ek.

Doppelrolle: Apple als Plattform-Anbieter und Mitbewerber

Mit dem App Store kann Tim Cooks Unternehmen den Zugang zum Markt reglementieren und den Konkurrenten für seine eigenen Dienste das Leben schwer machen. Das gilt offenbar auch jetzt noch, obwohl Spotify längst nicht mehr über die iOS-Anwendung gebucht werden kann. CEO Ek beschreibt, wie die Kommunikation mit den eigenen Abonnenten durch die App behindert wird. Der Versand von Mails ist demnach stark eingeschränkt, Upgrades für einen verbesserten Musikgenuss werden boykottiert. Von der Apple Watch, dem smarten Lautsprecher Home Pod und dem Sprachassistenten Siri ist Spotify ebenfalls ausgeschlossen.

CEO: „Kein Zweikampf zwischen Apple und Spotify“

Aufgabe der Europäischen Kommission sei es, wieder einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen, so Daniel Ek. Nicht nur für den eigenen Musik-Streamingdienst, sondern auch für andere Programme. Kunden sollten sich für den besseren Anbieter entscheiden können - und nicht für denjenigen, der den App-Store bereitstelle. Dazu gehöre, dass die Nutzer nicht auf das Bezahlsystem des Internetriesen angewiesen seien. Darüber hinaus müsse verhindert werden, dass der App Store in die Kommunikation zwischen Kunden und Diensteanbieter eingreift.

Fazit

Spotify ist nicht das erste Unternehmen, das die Bezahlung über den App Store gestoppt hat. Anfang des Jahres entschied auch Netflix, die finanzielle Abwicklung über die interne Schnittstelle zu streichen. Der Film-Streamingdienst hatte vorher ebenfalls eine 30-prozentige Gebühr abtreten müssen. Zu den aktuellen Vorwürfen aus dem Hause Spotify hat Apple sich bisher nicht geäußert.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Captcha Aktualisieren
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Zertifikate: Ist Werbung trotz Ablaufdatum erlaubt? Sie werben mit einem Zertifikat? Damit unterstreichen Sie die besondere Qualität Ihrer Waren und Dienstleistungen. Doch wie sieht es aus, wenn eines Ihrer Zerti...
Weiterlesen...
Schleichwerbung: Verfügung gegen Freundin von Fußballstar Marco Reus Die Vorwürfe gegen sogenannte Influencer wegen Wettbewerbsverzerrung häufen sich. Erneut ist eine bekannte Instagrammerin abgemahnt worden, weil sie kommerziell...
Weiterlesen...
Marktmacht Apple: Spotify und Deezer suchen Unterstützung bei der Europäischen Union In einem Schreiben an die EU-Kommission bitten die Betreiber europäischer Streaming-Dienste um Hilfe. Denn beim Abschluss eines Musik-Abos in der iOS-App werden...
Weiterlesen...
OLG vs. Kartellamt: Facebook und das Wettbewerbsrecht Facebook steht immer wieder in der Kritik – so unter anderem auch durch die enorme Datenmenge, die das Unternehmen für die eigenen Zwecke erhebt und sammelt. Da...
Weiterlesen...
Werbelüge des Jahres: Alete kassiert wieder Goldenen Windbeutel Foodwatch kürt jährlich seit 2009 die dreisteste Werbelüge. Im Jahr 2017 hat es wieder den Babynahrungshersteller Alete erwischt. Darüber entschieden haben die ...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingDatenschutzRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support