Kartellbeschwerde: Missbraucht die Post ihre marktbeherrschende Stellung?

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Zum 1. Juli werden nicht nur Briefe und Postkarten teurer, sondern auch Büchersendungen. Was die Post als „Vereinfachung“ ihrer Tarife ankündigt, könnte allerdings die Wettbewerbsfähigkeit kleinerer Buchhändler gefährden. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sieht nun das Bundeskartellamt in der Pflicht: Mit der Erhöhung nutze die Post ihre Position im Markt aus.

Preissteigerung bis zu 60 Prozent

Bereits im vergangenen Sommer waren Büchersendungen um fast ein Fünftel teurer geworden; im Februar hatte die Post das Produkt „internationale Büchersendung“ ganz abgeschafft. Für Juli ist eine weitere Änderung der Tarifstruktur vorgesehen: Statt einer eigenen Preiskategorie für den Versand von Büchern, Broschüren, Noten und Landkarten wird es nur noch die sogenannte BÜWA geben: die Bücher- und Warensendung in zwei verschiedenen Gewichtsklassen. Der Versand von Druckerzeugnissen bis zu 500 Gramm kostet dann 1,90 Euro. Bisher muss eine gleich schwere Büchersendung nur mit 1,20 Euro frankiert werden. Wer gleich mehrere oder besonders gewichtige Werke verschickt, zahlt künftig 2,20 Euro statt den bisher üblichen 1,70 Euro.

De facto Abschaffung der Büchersendung

Vor allem kleine und mittlere Buchhändler könnte die Preiserhöhung vor massive Probleme stellen, fürchtet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Um mit großen Online-Versendern mithalten zu können, seien sie auf bezahlbare Versandmöglichkeiten angewiesen. Gerade die Literatur abseits der Bestsellerlisten gelange häufig nur auf dem Postweg zum Leser. Damit leisteten Verlage und niedergelassene Händler einen wichtigen Beitrag für Kultur und Gesellschaft. Indem die Post das Produkt „Büchersendung“ quasi abschaffe, gefährde sie die Vielfalt des Buchmarktes.

Sonderbedingungen für Amazon?

Darüber hinaus könnte die Portoerhöhung den unangefochtenen Marktführer weiter begünstigen, so der Börsenverein. Denn laut Medienberichten gewähre die Post Amazon spezielle Konditionen und diskriminiere so Verlage und andere Buchhändler. Möglich sei all das nur, weil die Post ihre marktbeherrschende Stellung missbrauche. Der Verband hat deshalb eine Beschwerde beim Kartellamt gegen die angekündigte Portoerhöhung eingereicht. Die Behörde solle den Sachverhalt untersuchen und einen fairen Markt für alle Beteiligten schaffen.

Fazit

Statt den bisher sechs verschiedenen Kategorien zum Bücher- und Warenversand soll es ab Juli nur noch zwei kombinierte Bücher-/Warensendungen geben. Der Versand von Druckerzeugnissen wird dadurch bis zu 60 Prozent teurer. Ob die Post mit der Erhöhung ihre Marktposition ausnutzt, soll nun das Bundeskartellamt klären.

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Kommentare  
Hannelore Gröning
0 # Hannelore Gröning 04.07.2019, 06:14 Uhr
Bitte nicht vergessen, dass die Abmessungen der Büchersendungen von 15 cm Dicke auf 5 cm reduziert werden. Das heißt, dass man - zum Beispiel - 2 Bücher unter 1000 g trotzdem als Päckchen versenden muss, was nicht nur sehr teuer ist, sondern auch bei den Käufern für Verwirrung sorgt.
"hier mal ein Beispiel für die Auswirkungen, die diese Preisgestaltung hat:

https://sebesta-seklit.net/2019/07/02/d ... -gibt-auf/

(Ich kenne den Verlag nicht, ich mache keine Werbung)
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