Gekaufte Likes: Studie enthüllt, wer sich Gefällt-mir-Angaben sichert

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Rund 90.000 Social-Media-Profile von Politikern und Unternehmern haben in den letzten 7 Jahren von bezahlten Unterstützern profitiert. Die Rede ist hier nicht von programmierten Bots, die mit technischen Hilfsmitteln relativ leicht aufzuspüren sind. Tatsächlich wird auf einschlägigen Plattformen auch mit Likes gehandelt, die von echten Usern vergeben werden: auf Crowdworking-Basis und gegen Cent-Beträge.

„Paidlikes“ hält, was der Name verspricht

Auf der einen Seite sitzen Parteien, Unternehmer und Influencer mit ihren Social-Media-Accounts. Jede zusätzliche Gefällt-mir-Angabe erhöht ihre Reichweite und ihre Glaubwürdigkeit. Auf der anderen Seite finden sich diejenigen, die ihre Zustimmung per Mausklick vergeben. Und das sind bei Weitem nicht nur überzeugte Anhänger, wie jetzt die Ruhr-Uni-Bochum herausgefunden hat.

Zusammen mit einem Recherche-Team von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR ist sie dem Geschäft mit den Likes auf den Grund gegangen. Dazu untersuchten die Wissenschaftler des Horst-Görtz-Instituts für IT-Sicherheit die Arbeit der Crowdworking-Plattform „Paidlikes“. Seit 2012 können hier Facebook-Daumen und Kommentare, Instagram- oder YouTube-Abos gekauft werden.

1000 Likes kosten 100 Euro

Genutzt wird das Angebot beispielsweise von Friseuren, Fitnesstrainern und Versicherungskaufleuten. Aber auch Politiker und Regionalverbände sämtlicher großen Parteien haben schon für Zustimmung bezahlt. Am häufigsten waren das FDP und CDU/CSU, gefolgt von SPD und AfD. Seltener tauchten Grüne und die Linke in Paidlikes-Kampagnen auf.

Dabei ist unklar, ob die Seiteninhaber selbst oder beispielsweise ihre Kommunikationsagenturen die Clickworker beauftragen. Auf eine Nachfrage des Rechercheteams bei 70 Politikern und Unternehmern behaupteten rund 60 von ihnen, nichts vom Kauf der Social-Media-Likes gewusst zu haben.

Ließ Facebook die Manipulation zu?

Die sozialen Netzwerke selbst geben an, gegen Manipulationsversuche mit gekaufter Zustimmung vorzugehen. Das spüren auch die Clickworker. Mehr als 40 Likes pro Tag dürfen sie laut Auftraggeber nicht vergeben, um glaubwürdig zu bleiben. Eine Informantin erzählte der Süddeutschen Zeitung, dass sie von Instagram mehrfach gesperrt worden sei – wohl deshalb, weil sie Seiten vor dem Liken nicht einmal eine Minute lang angesehen habe.

Facebook selbst gibt an, User zu sanktionieren, die mit Likes handeln. Trotzdem wurde erst auf Anfrage des Rechercheteams eine App gesperrt, mit der die Clickworker von Paidlikes bisher gearbeitet haben.

Fazit

Der Handel mit Gefällt-mir-Angaben kann nicht nur zur Sperrung eines Social-Media-Accounts führen. Das Landgericht Stuttgart (Az. 37 O 34/14 KfH) hat bereits 2014 den Kauf von Likes und Fans als wettbewerbswidrig bezeichnet. Verbrauchern werde damit ein Bekanntheitsgrad vorgegaukelt, der so tatsächlich nicht existiere.

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