Marktmissbrauch: Netzagentur überprüft Paketpreis-Erhöhung

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Hat die Deutsche Post ihre vorherrschende Position auf dem Privatkundenmarkt ausgenutzt? Die Bundesnetzagentur sieht dafür deutliche Anzeichen. Die seit Januar gültigen Versandpreise für Päckchen und Pakete lägen möglicherweise über den tatsächlich anfallenden Kosten. In den kommenden zwei Monaten soll sich herausstellen, ob die Preissteigerung zurückgenommen werden muss.

Höheres Porto für besseren Service?

Die Netzagentur hatte ihre Zweifel bereits rechtzeitig vor der geplanten Anpassung deutlich gemacht, allerdings ohne Erfolg. Nach drei Jahren Preisstabilität müsse man auf die Kostenentwicklung im Personal- und Transportbereich reagieren, so die Deutsche Post DHL Group. Außerdem wolle das Unternehmen den Service weiter verbessern, beispielsweise in weitere Packstationen und Paketshops investieren. Zum 1. Januar 2020 änderten sich daher die Preise für verschiedene Produkte. Bezogen auf Größe und Gewicht der Sendungen läge die Erhöhung bei durchschnittlich drei Prozent, so die offizielle Stellungnahme.

Durchschnittlich 3 Prozent teurer

Seit Januar zahlen Kunden in der Postfiliale 4,79 Euro für ein mittelgroßes Päckchen, bisher waren es 4,50 €. Das 10-Kilo-Paket ist um einen Euro auf 10,49 € gestiegen. Für ein 31,5-Kilo-schweres Paket werden nun 18,49 € statt 16,49 € fällig. Günstiger ist nach wie vor die Online-Frankierung. Auch hier gab es allerdings Steigerungen: beim Päckchen der Größe M von 4,39 € auf 4,49 €, bei allen Paketen zwischen je 50 Cent und einem Euro. Anders als beim Briefporto muss sich DHL die Änderung der Paketpreise nicht vorab genehmigen lassen. Klar ist aber auch: Der Konzern darf seine dominante Stellung am Markt nicht ausnutzen, um unverhältnismäßig hohe Gebühren zu verlangen.

Sparen durch Online-Etikettierung

Genau diesen Verdacht hegt allerdings die Bundesnetzagentur. Die aktuellen Preise lägen möglicherweise höher als tatsächlichen Transportkosten, teilt die Behörde mit. Sie hätten unter Wettbewerbsbedingungen vielleicht gar nicht durchgesetzt werden können. Zweifel bestehen auch an der Höhe der Preisunterschiede zwischen Online- und Filial-Frankierung. Es sei nicht erkennbar, dass die deutliche Differenz allein durch die Kostenstruktur gerechtfertigt sei.

Fazit

Nachdem ihre vorab geäußerten Bedenken ignoriert worden sind, hat die Bundesnetzagentur nun ein offizielles Verfahren eingeleitet. In den nächsten zwei Monaten soll geklärt werden, ob die Post bei der Steigerung der Paketpreise missbräuchlich gehandelt hat. War das der Fall, könnte das Porto in absehbarer Zeit noch einmal angepasst werden.

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