Urteil: Aldi gibt Herkunft von Äpfeln falsch an

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Dank wachsendem Umweltbewusstsein wollen immer mehr Verbraucher wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen. Bei einem Einkauf im Supermarkt bevorzugen sie dabei Produkte, die aus Deutschland oder ihrer Region stammen. Damit sie das auf den ersten Blick erkennen können, gibt eine EU-Verordnung vor: Händler müssen bei bestimmten Obst- und Gemüsesorten das Herkunftsland angeben. Das Landgericht (LG) Freiburg urteilte jetzt: Aldi wirbt bei seinen Äpfeln mit einem falschen Herkunftsland. Wie hatte die Supermarktkette gegen das Gesetz verstoßen?

Verbraucherzentrale rügt Herkunftsangabe von Äpfeln

Die Aldi GmbH & Co. KG Mahlberg gab bei ihren Bio-Äpfeln an, dass diese aus Deutschland stammen würden. Das stufte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg als irreführend ein. Denn: Die Äpfel wurden in Südtirol und damit in Italien geerntet. In Deutschland wurden sie lediglich verpackt. Die Verbraucherschützer mahnten den Händler daher ab. Dieser wollte jedoch keine Unterlassungserklärung abgeben. Die Verbraucherzentrale reichte daraufhin Klage vor dem LG Freiburg ein.

So entschied das LG Freiburg über die Herkunftsangabe der Aldi-Äpfel

Die Richter des LG Freiburg kamen zu dem Schluss: Die Herkunftsangabe der Äpfel ist irreführend (Urteil vom 14.01.2020, Az. 12 O 88/19 KfH). Aldi akzeptierte das Urteil. Aldi Süd erklärte die falsche Angabe damit, dass der Konzern das Preisschild der Äpfel nicht rechtzeitig aktualisiert habe. Als der Fehler aufgefallen sei, habe man diesen sofort behoben. Das Unternehmen entschuldigte sich bei seinen Kunden und gab an, verstärkt auf die richtige Bezeichnung seiner Produkte achten zu wollen.

Das droht Aldi bei erneuter Falschangabe

Sollte der Aldi-Händler seine Äpfel erneut mit einer falschen Herkunftsangabe auszeichnen, droht ihm ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro. Das ließ die Verbraucherzentrale wissen.

Falsche Angaben als Dauerbrenner

Die Verbraucherschützer teilten mit, dass falsche Angaben und Werbung zur Herkunft ein Dauerbrenner seien. Sie würden daher jedes Jahr derartige Fälle abmahnen und gerichtlich dagegen vorgehen.

Fazit

Die Aldi GmbH & Co. KG Mahlberg ist nicht der einzige Lebensmittel-Händler, der wegen einer falschen Herkunftsangabe vor Gericht musste. Erst im Januar kam das LG München I zu dem Ergebnis: Amazon Fresh darf bei Obst und Gemüse nicht mehrere Herkunftsländer angeben. Es muss das Land führen, in dem das Produkt geerntet wurde (Urteil vom 14.01.2020, Aktenzeichen 1 HK O 6852/18).

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