Urteil: Aldi gibt Herkunft von Äpfeln falsch an

(1 Bewertung, 5.00 von 5)

Dank wachsendem Umweltbewusstsein wollen immer mehr Verbraucher wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen. Bei einem Einkauf im Supermarkt bevorzugen sie dabei Produkte, die aus Deutschland oder ihrer Region stammen. Damit sie das auf den ersten Blick erkennen können, gibt eine EU-Verordnung vor: Händler müssen bei bestimmten Obst- und Gemüsesorten das Herkunftsland angeben. Das Landgericht (LG) Freiburg urteilte jetzt: Aldi wirbt bei seinen Äpfeln mit einem falschen Herkunftsland. Wie hatte die Supermarktkette gegen das Gesetz verstoßen?

Verbraucherzentrale rügt Herkunftsangabe von Äpfeln

Die Aldi GmbH & Co. KG Mahlberg gab bei ihren Bio-Äpfeln an, dass diese aus Deutschland stammen würden. Das stufte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg als irreführend ein. Denn: Die Äpfel wurden in Südtirol und damit in Italien geerntet. In Deutschland wurden sie lediglich verpackt. Die Verbraucherschützer mahnten den Händler daher ab. Dieser wollte jedoch keine Unterlassungserklärung abgeben. Die Verbraucherzentrale reichte daraufhin Klage vor dem LG Freiburg ein.

So entschied das LG Freiburg über die Herkunftsangabe der Aldi-Äpfel

Die Richter des LG Freiburg kamen zu dem Schluss: Die Herkunftsangabe der Äpfel ist irreführend (Urteil vom 14.01.2020, Az. 12 O 88/19 KfH). Aldi akzeptierte das Urteil. Aldi Süd erklärte die falsche Angabe damit, dass der Konzern das Preisschild der Äpfel nicht rechtzeitig aktualisiert habe. Als der Fehler aufgefallen sei, habe man diesen sofort behoben. Das Unternehmen entschuldigte sich bei seinen Kunden und gab an, verstärkt auf die richtige Bezeichnung seiner Produkte achten zu wollen.

Das droht Aldi bei erneuter Falschangabe

Sollte der Aldi-Händler seine Äpfel erneut mit einer falschen Herkunftsangabe auszeichnen, droht ihm ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro. Das ließ die Verbraucherzentrale wissen.

Falsche Angaben als Dauerbrenner

Die Verbraucherschützer teilten mit, dass falsche Angaben und Werbung zur Herkunft ein Dauerbrenner seien. Sie würden daher jedes Jahr derartige Fälle abmahnen und gerichtlich dagegen vorgehen.

Fazit

Die Aldi GmbH & Co. KG Mahlberg ist nicht der einzige Lebensmittel-Händler, der wegen einer falschen Herkunftsangabe vor Gericht musste. Erst im Januar kam das LG München I zu dem Ergebnis: Amazon Fresh darf bei Obst und Gemüse nicht mehrere Herkunftsländer angeben. Es muss das Land führen, in dem das Produkt geerntet wurde (Urteil vom 14.01.2020, Aktenzeichen 1 HK O 6852/18).

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Captcha Aktualisieren
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Illegale Absprachen: Apple muss in Frankreich 1,1 Milliarden Euro zahlen Es ist die höchste Strafe, die die französische Autorité de la concurrence jemals gegen ein einzelnes Unternehmen verhängt hat. Der Grund: Über Preisvorgaben un...
Weiterlesen...
Abmahnung bei mobile.de: Brutto -oder Nettopreis? mobile.de wird längst nicht mehr nur von Privatpersonen genutzt, sondern auch immer mehr Autohändler nutzen mittlerweile die Plattform, um ihre Fahrzeuge an den...
Weiterlesen...
LG Essen: Inhaber und Unternehmensform müssen ins Impressum/ Kontaktformular nicht ausreichend Die Frage, wie ein abmahnsicheres Impressum aussehen muss, beschäftigt Webseitenbetreiber, seit es die gesetzliche Impressumspflicht gibt. Das LG Essen (Az.:44 ...
Weiterlesen...
Buchverkauf: Gilt die Buchpreisbindung auch für E-Books? Normalerweise können Händler die Preise für ihre Produkte frei festlegen. Anders sieht es aber bei Büchern aus. Eine Gesetzesänderung 2016 führte dazu, dass die...
Weiterlesen...
EU-Kommission: NBC muss 14,3 Millionen Euro zahlen Hersteller, die ihre Produkte in der EU verkaufen, dürfen den vertreibenden Händlern nur wenige Vertriebsbeschränkungen auferlegen. Denn: Darunter leidet der fr...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingDatenschutzRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support