iPhone-Drosselung: Italien bestätigt 10 Millionen Euro Strafzahlung

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Mit seinem Update auf iOS 10.2.1 drosselte Apple 2017 die Leistung verschiedener iPhones. Der Konzern wollte so verhindern, dass sich Geräte mit angeschlagenem Akku von selbst abschalten. Seine User informierte Apple jedoch nicht. Das italienische Kartellamt kam daher 2018 zu dem Schluss: Apple muss 10 Millionen Euro Strafe zahlen. Dagegen hatte Apple Einspruch eingelegt. Jetzt entschied das regionale Verwaltungsgericht der Region Latium: Apple muss den Betrag zahlen. Warum sahen die Richter die Strafe als zulässig an?

Darum muss Apple 10 Millionen Euro Strafe zahlen

2017 deckte ein Nutzer des Portals Reddit auf: Sein iPhone 6S arbeitet in Benchmark-Tests und in der Praxis deutlich langsamer als das iPhone 6S seines Bruders. Er verbaute daraufhin einen anderen Akku. Danach lag die Leistung wieder auf dem ursprünglichen Niveau. Der Benchmark-Anbieter Geekbench überprüfte den Fall. Er fand heraus: Das Software-Update iOS 10.2.1 drosselt verschiedene iPhones.

Apple entschuldigte sich daraufhin bei seinen Usern. Der Konzern verwies darauf, dass die iPhones immer dann gedrosselt werden, wenn die Akkus Stromspitzenbelastungen nicht mehr standhalten können. Das passiere bei extremer Kälte, bei niedrigem Akkustand und bei alten Akkus. Auf diese Weise verhindere Apple, dass sich die iPhones ausschalten.

Verbraucher fühlten sich betrogen. Sie hatten sich gewünscht, dass Apple sie darauf hingewiesen hätte, dass ein neuer Akku ihr iPhone wieder schneller gemacht hätte. Denn: Viele Nutzer hatten sich stattdessen ein neues iPhone gekauft. Das italienische Kartellamt hatte daher den Fall überprüft – und Apple zu der Strafzahlung verurteilt.

So entschied das Gericht in Italien

Nach dem Einspruch Apples entschied das Verwaltungsgericht jetzt, dass die Strafzahlung zulässig ist. Apple hat seine Kunden nicht ausreichend über die verbauten Batterien informiert. Und: Apple hat seine Kunden nicht davor gewarnt, dass ihr iPhone nach dem Update langsamer sein könnte. Die Richter verwiesen zudem darauf, dass das Vorgehen des Kartellamts nicht zu beanstanden war. Neben den 10 Millionen Euro muss Apple zudem für Gerichtskosten in Höhe von 7.000 Euro aufkommen.

Fazit

Erst kürzlich gab Apple in den USA an, 500 Millionen US-Dollar zahlen zu wollen, um eine Sammelklage, die auf der iPhone-Drosselung basiert, abzuschließen. Das zuständige Gericht will im Dezember über den Deal entscheiden.

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