Kartellrecht: Amazon droht erneut Untersuchung in Indien

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Die All India Online Vendors Association, ein Zusammenschluss aus über 2.000 Online-Händlern, hat in Indien ein Kartellverfahren gegen Amazon eingeleitet. Sie wirft dem Marktplatz unlautere Geschäftspraktiken vor. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die indische Wettbewerbskommission Competition Commission of India (CCI) will den Fall in den nächsten Wochen prüfen. Sie will dann entscheiden, ob sie eine umfassendere Untersuchung einleitet. Was werfen die Marktplatz-Händler Amazon vor? Und was sagt Amazon zu den Vorwürfen?

Amazon in Indien im Fokus

Amazon hat in Indien nicht zum ersten Mal Ärger mit den Behörden. Bereits im letzten Jahr hatten diese Amazons Plattform reguliert. Sie verboten es dem Konzern, auf dem Marktplatz selbst Ware zu verkaufen. Und: Im Januar dieses Jahres leitete die CCI eine Untersuchung gegen Amazon ein. Der Vorwurf: Der Konzern soll mit seinen Rabattpraktiken gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen.

Was werfen die Händler Amazon vor?

Die Händler werfen Amazon unlautere Geschäftspraktiken vor. Amazon kaufe große Mengen an Produkten von Herstellern und verkaufe diese dann mit Verlust an Verkäufer wie Cloudtail. Diese könnten die Produkte dann zu deutlich günstigeren Preisen als die Konkurrenz anbieten. In der Reuters vorliegenden Rechtsakte führt die Association zum Beispiel Lebensmittel und Reinigungsmittel auf, die zwischen 8 und 45 Prozent günstiger sind als die Einzelhandelspreise. Die Rabatte der Amazon-Partner würden unabhängige Verkäufer aus dem Geschäft drängen, so der Vorwurf.

Daneben wirft die Association Amazon vor, von einigen Verkäufern niedrigere Gebühren zu verlangen. So zahle Cloudtail, einer der größten Händler auf Amazon in Indien, für elektronische Produkte nur eine Gebühr von 6,3 Prozent. Unabhängige Verkäufer müssten 28,1 Prozent zahlen. Das erschwere ihnen, auf dem Marktplatz zu konkurrieren.

Das sagt Amazon zu den Vorwürfen

Amazon gab gegenüber Reuters an, alle Gesetze in Indien einzuhalten. Die indische Webseite sei ein reiner Marktplatz. Dort würden nur Drittanbieter verkaufen. Cloudtail wies ebenfalls daraufhin, alle Gesetze einzuhalten.

Fazit

In Deutschland steht Amazon derzeit im Fokus von Verbraucherschützern. So kritisiert der Verbraucherzentrale Bundesverband, dass Amazon nicht mehr nur als Marktplatz, sondern auch als Verkäufer auftritt. Amazon greife dabei auf seine gesammelten Daten zurück, um bei Kunden besonders beliebte Produkte anzubieten. Das sei problematisch.

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