Facebook: US-Klage wegen illegaler Monopolbildung eingereicht

(4 Bewertungen, 3.00 von 5)

Der Zuckerberg-Konzern soll WhatsApp und Instagram abgeben und seine wettbewerbswidrigen Bedingungen für Software-Entwickler abschaffen. Mit diesem Ziel hat die amerikanische Wettbewerbsbehörde FTC Klage vor einem US-Gericht eingereicht. Unterstützt wird sie dabei von General-Staatsanwälten aus mehr als 40 Bundesstaaten. Der Vorwurf: Facebook habe sich mit illegalen Mitteln ein Monopol aufgebaut.

Mitbewerber aufgekauft

Dass das soziale Medium weltweit kaum ernst zu nehmende Konkurrenz hat, ist kein Zufall. Kritiker sagen das schon lange. Nun liefert eine 123 Seiten starke Klageschrift Belege. Da wäre zum einen die Übernahme der Mitbewerber WhatsApp und Instagram. Beide waren auf eine ähnliche Zielgruppe ausgerichtet, boten aber andere Schwerpunkte: WhatsApp als Messenger, Instagram als Foto-Plattform. In der Führungsetage von Facebook habe man die Bedrohung rasch erkannt, so die FTC. Um nicht mit den jungen, schnell wachsenden Unternehmen konkurrieren zu müssen, habe man sie 2012 und 2014 übernommen. Instagram für eine, WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar.

Vormachtstellung gesichert

Mit diesem Vorgehen habe Facebook Wettbewerb verhindert. Zum einen für Millionen von US-Bürgern, die auf die Nutzung sozialer Medien nicht verzichten wollen. Aber auch Werbetreibende kämen an dem Konzern nun nicht mehr vorbei. Und sollte noch einmal ein soziales Netzwerk an den Start gehen, hätte es gegen den riesigen Gegner kaum eine Chance. Das wettbewerbswidrige Verhalten habe sich ausgezahlt, sagen die Kläger: Im vergangenen Jahr habe Facebook bei einem Umsatz von 70 Milliarden US-Dollar rund 18,5 Milliarden Gewinn gemacht.

App-Anbieter ebenfalls betroffen

Auch auf der eigenen Plattform behindere man den Wettbewerb, heißt es in der Klage. So dürften Drittanbieter von Software nur dann die Schnittstellen nutzen, wenn sie strenge Bedingungen erfüllten. Nicht geduldet seien Programme, die mit dem Facebook-Angebot konkurrierten. Auch Verbindungen zu anderen sozialen Medien seien unerwünscht. 2013 beispielsweise hätten das Nutzer des Kurzvideo-Dienstes Vine zu spüren bekommen. Nur kurze Zeit war es ihnen möglich, über die App ihre Kontakte auf Facebook zu finden. Danach wurde die Verbindung geschlossen.

Fazit

Die Kläger beantragen den Erlass einer dauerhaften Verfügung. Damit soll Facebook gezwungen werden, Instagram und WhatsApp abzugeben. Außerdem soll dem Konzern verboten werden, mit wettbewerbswidrigen Rahmenbedingungen für Drittanbieter zu arbeiten. Und sollten Zuckerberg und Co. noch einmal darüber nachdenken, ein anderes Unternehmen zu kaufen, müssen sie nach dem Willen der Wettbewerbsbehörde eine Genehmigung einholen.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Captcha Aktualisieren
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Fahrdienst-App: LG Köln verbietet Taxi-Konkurrenz UberX Schon im Juli hat das Landgericht Köln den Beförderungsdienst UberX deutschlandweit verboten. Die Vermittlung von Fahrern über App verstoße gegen das Personenbe...
Weiterlesen...
Wettbewerbsverstoß: LG Berlin verbietet Kostenfalle von Turbado Der Online-Händler Turbado verkaufte auf seiner Webseite Smartphones, Tablets und Konsolen zu Schnäppchenpreisen. Sowohl die Werbung als auch der Bestellvorgang...
Weiterlesen...
Leistungsschutzrecht in Frankreich: Google soll für Snippets zahlen Bisher gibt das Leistungsschutzrecht in Frankreich vor: Google kann Inhalte für seine Suchergebnisse kostenlos nutzen, wenn Verlage das erlauben. Die französisc...
Weiterlesen...
Kartellrecht: EU-Kommission untersucht IoT-Geräte Internet-of-Things (IoT) dringt immer tiefer in unseren Alltag ein. Gab es in 2019 in der EU 108 Millionen Smart-Home-Geräte, sollen es laut der EU-Kommission 2...
Weiterlesen...
Wettbewerbsrecht: Verbraucherschützer kritisieren Amazons Marktmacht Marktplätze geben Händlern die Chance, ihre Produkte Millionen von Verbrauchern anbieten zu können. Mittlerweile nutzt aber vor allem Amazon seine Plattform auc...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren regelmäßigen und kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support