242 Millionen Euro: EU-Kommission straft Qualcomm ab

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Die EU-Kommission hat gegen den Chiphersteller Qualcomm eine Strafe von 242 Millionen Euro verhängt. Der Grund: Die Wettbewerbshüter haben Beweise gefunden, dass Qualcomm seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt hat, um Konkurrenten zu verdrängen. Wie genau ging Qualcomm dabei vor? Und wie reagierte das Unternehmen auf die Strafe?

Warum waren Qualcomms Geschäftspraktiken illegal?

Qualcomm hat zwischen 2009 und 2011 seine Modem-Chipsätze für den Mobilfunkstandard UMTS der dritten Generation (3G) unterhalb der Produktionskosten verkauft. Kunde war unter anderem Huawei. Das Ziel: den Konkurrenten Icera auszuschalten. Qualcomm besaß zu der Zeit einen Marktanteil von rund 60 Prozent. Die EU-Kommission stufte das als marktbeherrschende Stellung ein.

Die Kommission kam in ihrer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass Qualcomm auf diese Weise Wettbewerb und Innovation auf dem Markt verhindert hat. Das heißt auch: Qualcomm hat die Auswahl der Verbraucher eingeschränkt – und das in einer Branche, in der die Nachfrage nach neuen Technologien sehr hoch ist.

So kommt die EU-Kommission auf eine Strafe von 242 Millionen Euro

242 Millionen Euro entsprechen laut der EU-Kommission 1,27 Prozent des Umsatzes von Qualcomm aus dem Jahr 2018. Die Strafe soll andere Marktteilnehmer abschrecken, ähnliche Geschäftspraktiken zu nutzen. In der Chipbranche müssen Hersteller hohe Entwicklungskosten tragen. Sie versuchen daher immer wieder, Konkurrenten aufzukaufen oder sie vom Markt zu drängen.

So reagierte Qualcomm auf die Strafe

Qualcomm will gegen die Strafe vor das EU-Gericht in Luxemburg ziehen. Denn: Es bezweifele vor allem die Kostenrechnung der Kommission. Kunden hätten sich in dem besagten Zeitraum nicht wegen der Preise für die Qualcomm-Chips entschieden, sondern aufgrund der fortgeschrittenen Technologie.

Fazit

Qualcomm hat nicht zum ersten Mal Ärger mit der EU-Kommission. Bereits Anfang 2018 verhängte die Behörde eine Strafe von 997 Millionen gegen den Konzern. Qualcomm hatte Milliarden US-Dollar an Apple gezahlt, damit Apple nicht bei Konkurrenten kauft. Das Resultat: Andere Unternehmen waren über 5 Jahre vom Markt für LTE-Basisband-Chipsätze ausgeschlossen.

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