Neues Widerrufsrecht: Wird Online Shoppingnach dem 14.06.2014 teurer?

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Am 13.06.2014 trat das neue Widerrufsrecht in Kraft. Für Shopbeteiber und Händler, aber auch für die Kunden hat sich vieles geändert. Der wichtigste Punkt: Das kostenlose Widerrufsrecht gehört der Vergangenheit an.

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Kein kostenloser Widerruf mehr möglich

Die Überschrift ist eigentlich falsch. Natürlich kostet der Widerruf selbst auch seit dem 13.6.2014 für die Kunden kein Geld. ABER: Der Shopbetreiber kann entscheiden, ob er oder der Kunde die Kosten der Rücksendung tragen muss.

Viele vor allem kleinere und mittelgroße Händler haben bereits angekündigt, dass sie von dieser Möglichkeit auch Gebrauch machen werden, vor allem um die in bestimmten Branchen immensen Retourkosten und Mehrfachbestellungen einzudämmen

Viele der großen Händler wie Zalando und Amazon haben angekündigt, zunächst nichts zu ändern. Meine Vermutung: Auch dort wird man sich aber nach und nach von dem Grundsatz „Für den Kunden ist jede Rücksendung immer kostenlos“ verabschieden.

Kunde sollten also vorher genau lesen, was seit dem 13. Juni 2014 in der neuen Widerrufsbelehrung der Händler dann zum Thema Kosten der Rücksendung steht. 

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Es gibt keine 40 Euro Klausel mehr

Bisher durfte der Online Händler die Rücksendekosten nur verlangen wenn der Warenwert unter 40 Euro lag. Bei allem was teurer war musste der Händler die Rücksendekosten tragen. Die 40 Euro Klausel gibt es seit dem 13.06.2014 nicht mehr.

Der Widerruf muss vom Kunden erklärt werden

Bisher konnte man als Kunde Ware einfach kommentarlos zurücksenden oder die Annahme verweigern. Der Shopbetreiber musste das dann im Zweifel als Widerruf werten. Dies geht seit dem 13.062014 nicht mehr.

Der Kunde muss seinen Widerruf nun ausdrücklich erklären. Das kann er per Mail, Fax, Telefon oder online auf der Seite des Shops machen.

Wie lange kann widerrufen werden?

Die Widerrufsfrist beträgt ab dem 13.06.2014 – wie bisher in den meisten Fällen auch schon – 14 Tage. Wenn der Händler nicht oder nicht korrekt belehrt, verlängert sich das Widerrufsrecht des Kunden aber auf 1 Jahr und 14 Tage.

Wichtig für Händler ist also, dass Sie über eine aktuelle und korrekte Widerrufsbelehrung verfügen.

Ausnahmen: Wann gibt es für Kunden kein Widerrufsrecht?

Mit der Neuregelung werden auch die Ausnahmen des Widerrufsrechts zum Teil neu geregelt. Nicht widerrufen kann man beispielsweise beim Kauf von:

  • individuell auf Kundenwunsch gefertigte Ware (Maßhemden, nach Maß bestellte Möbel, angemischte Farben)
  • Hygieneartikel, die versiegelt sind und deren Versiegelung entfernt wurde
  • Verträge zur Lieferung von Waren, die schnell verderben können oder deren Verfallsdatum schnell überschritten würde
  • Waren, die nach der Lieferung untrennbar miteinander vermischt wurden
  • Ton- oder Videoaufnahmen oder Computersoftware in einer versiegelten Packung, wenn die Versiegelung entfernt wurde
  • Zeitungen, Zeitschriften oder Illustrierten mit Ausnahme von Abonnement-Verträgen
  • Hotelbuchungen und Verträgen über Freizeitgestaltung
  • beim Ticketkauf

Zum Abschluss noch der Hinweis auf ein häufiges Missverständnis: Das Widerrufsrecht gibt es nicht im Laden, sondern nur bei Verträgen in Onlineshops.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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