Immobiliensuche im Netz: Gibt es auch bei Maklerverträgen ein Widerrufsrecht?

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Wenn ein Makler über seine eigene Website oder über eines der großen Immobilienportale beauftragt wird kommt es immer häufiger zum Streit um das Bestehen eines Widerrufsrechts. Die Richter des Thüringer OLG mussten nun entscheiden, ob es ein Widerrufsrecht auch bei Maklerverträgen gibt, die im Internet geschlossen wurden.

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Kunde schließt im Internet Maklervertrag ab

Ein Kunde schloss mit einer Maklerin im Internet einen Maklervertrag. Nach Abschluss des Vertrags widerrief der Verbraucher jedoch den Vertrag. Dennoch verlangte die Maklerin die Provision. Der Kunde war hiermit jedoch nicht einverstanden und zahlte daher nicht. Der Fall landete daraufhin vor Gericht. Nun hat das Thüringer Oberlandesgericht eine Entscheidung getroffen.

Maklervertrag kann widerrufen werden

Das Oberlandesgericht (Urteil vom 04. März 2015, Az. 2 U 205/14) entschied zugunsten des Kunden. Dieser hat wirksam von seinem fernabsatzrechtlichen Widerrufsrecht, welches u.a. für im Internet geschlossene Verträge gilt, Gebrauch gemacht. Die Richter stellten klar, dass das Widerrufsrecht auch auf Maklerverträge anwendbar ist.

Im Übrigen war der Kunde auch nicht verpflichtet, die bis zum Ausspruch des Widerrufes erbrachten Leistungen der Maklerin zu erstatten. Dies ist zwar grundsätzlich gesetzlich so vorgesehen. Maßgeblich war allerdings, dass die Maklerin den Kunden nicht vorab auf diese Folge seines Widerrufs hingewiesen hatte. Es fehlte hier an einer ordnungsgemäßen Widerrufs-Belehrung durch den Makler. 

Wichtig für Makler und Immobilien-Plattformen: Kunden müssen über Widerruf korrekt belehrt werden

Auch bei der Immobiliensuche im Netz und der Beauftragung eines Maklers gibt es ein Widerrufsrecht. Widerruft der Kunde, kann der Makler seine Provision nicht verlangen und bleibt auf seinen Kosten sitzen.

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Für Makler und Portale, die Immobilien online vermitteln ist es deshalb wichtig, korrekt über das Widerrufsrecht zu informieren. Dann erlischt es entweder mit Zustimmung des Kunden oder automatisch nach 14 Tagen. Wird nicht oder nicht korrekt belehrt besteht das Widerrufsrecht hingegen mindestens 1 Jahr.

Die Rechtsanwaltskanzlei Siebert berät Sie gern zu diesen Fragen:

www.kanzlei-siebert.de

 

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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