Anzeige

Das Widerrufsrecht: Wegweiser für Kunden und Shopbetreiber

(5 Bewertungen, 4.20 von 5)

Für Kunden, die online einkaufen, ist das Widerrufsrecht eine gute Sache. Die Ware kann online bestellt, zuhause getestet und bei Nichtgefallen ohne Angabe von Gründen zurück gesendet werden.

Shopbetreiber hingegen stehen vor der Frage, wie das Widerrufsrecht möglichst eingeschränkt werden kann, um die finanziellen Verluste im Zusammenhang mit der Widerrufsware in Grenzen zu halten.

Für Kunden, die online einkaufen, ist das Widerrufsrecht eine gute Sache. Die Ware kann online bestellt, zuhause getestet und bei Nichtgefallen ohne Angabe von Gründen zurück gesendet werden.

Shopbetreiber hingegen stehen vor der Frage, wie das Widerrufsrecht möglichst eingeschränkt werden kann, um die finanziellen Verluste im Zusammenhang mit der Widerrufsware in Grenzen zu halten.

Anzeige

Achtung! Dieser Beitrag ist veraltet! Ausführungen zum aktuellen Widerrufsrecht 2014 finden Sie in unserem neuen Beitrag "Neues Widerrufsrecht 2014: Was Shopbetreiber und eBay-Händler wissen müssen".

Zudem ist das Widerrufsrecht für Online-Händler eine heikle Sache. Fehlerhafte Widerrufsbelehrungen wurden und werden massenhaft abgemahnt. eRecht24 klärt häufige Irrtümer auf zeigt, was Kunden und Shopbetreiber zum Thema Widerruf wissen müssen.

Das Widerrufsrecht: Was Kunden und Shopbetreiber wissen müssen

Das Widerrufsrecht hat das Ziel, die Nachteile des Onlineshoppings auszugleichen, die entstehen, da der Kunde die Ware nicht wie im Laden sehen, anfassen und testen kann. Aus diesem Grunde kann der Kunde online bestellte Ware innerhalb einer bestimmten Frist ohne Angabe von Gründen und (in den meisten Fällen) auf Kosten des Shopbetreibers zurück senden.

Wer kann widerrufen?

Zwei Voraussetzungen müssen nach § 312b BGB (Fernabsatzverträge) erfüllt sein:

Kostenlose Checkliste für Onlineshop-Betreiber - Jetzt herunterladen!

Wie Sie in 5 einfachen Schritten Ihren Online-Shop abmahnsicher gestalten

  • Sie betreiben einen Online-Shop und sind das ständige Abmahnrisiko leid?
  • Sie wollen sich auf den Verkauf konzentrieren?
  • Eine anwaltliche Prüfung ist Ihnen zu teuer?

Internetprofi & Rechtsanwalt Sören Siebert erklärt Ihnen in der Checkliste wie Sie Ihren Shop auch ohne Anwalt abmahnsicher machen und damit sogar Ihre Umsätze steigern.

Der Kunde muss als Verbraucher bestellt haben

Damit fallen Bestellungen von Unternehmer nicht unter das Widerrufsrecht. Lediglich bei Bestellungen von Privatpersonen kann widerrufen werden.

Es muss ein „Fernabsatzvertrag“ vorliegen

Damit sind nahezu alle Verträge gemeint, die über das Internet geschlossen wurden. Dazu zählt da Bestellen von Ware im Onlineshop, über Auktionsplattformen, aber auch per E-Mail.

Im Ladengeschäft gibt es also - entgegen der weit verbreiteten Meinung - kein Widerrufsrecht. Wenn Sie also „offline“ kaufen, können Sie die Ware nicht ohne Angabe von Gründen zurück geben, sondern sind auf die Kulanz des Händlers angewiesen.

auktionTipp für Shopbetreiber:

Sie können auch Unternehmern, die in Ihrem Shop bestellen, ein Widerrufsrecht einräumen. Pflicht ist dies jedoch nicht.

Wie lange kann widerrufen werden?

14 Tage Widerrufsfrist

Die Frist beträgt in der Regel 14 Tage ab dem Zeitpunkt, in dem der Kunde a) ordentlich über sein Widerrufsrecht belehrt wurde und b) die Ware bei ihm eingegangen ist.

1 Monat Widerrufsfrist

Dies gilt aber nur, wenn der Kunde vor oder unmittelbar nach Vertragsschluss in Textform über das Widerrufsrecht belehrt wurde. Eine Belehrung auf der Website reicht hierfür nicht aus.

Wenn der Kunde also nicht vor oder unmittelbar nach Vertragsschluss zumindest noch eine E-Mail mit der Widerrufsbelehrung erhalten hat, beträgt die Widerrufsfrist einen Monat.

Unbegrenzte Widerrufsfrist

Wird gar nicht oder nicht entsprechend der gesetzlichen Vorgeben über das Widerrufsrecht belehrt, gibt es unter Umständen keine Frist für einen Widerruf. Der Kunde kann unter Umständen Monate oder Jahre später widerrufen, der Händler muss die Ware dann trotzdem zurück senden und den Kaufpreis erstatten.

auktionTipp für Shopbetreiber:

Online-Händler sollten darauf achten, dass nur bei entsprechender Gestaltung der Verkaufs- und Belehrungsprozesse ein 14tägiges Widerrufsrecht anwendbar ist. Werden die strengen Voraussetzungen hierfür nicht beachtet, verlängert sich das Widerrufsrecht auf einen Monat oder besteht sogar unbefristet.

eRecht24-Sonderkonditionen für zukünftige Shopbetreiber:

Rechtssicher zum eigenen Onlineshop

Jetzt bei Tradoria anmelden und sparen!Tradoria – Die ausgezeichnete E-Commerce Lösung für festliche Umsätze!

Auf ein gutes Weihnachtsgeschäft. Melden Sie sich bis zum 15.10.2010 an und profitieren Sie von TOP-Konditionen für Ihr Weihnachtsgeschäft:

    • Sichern Sie sich festliche 1.000 Euro Umsatz ohne Verkaufsgebühr
    • Ihr Guthaben auf die Verkaufsgebühr ist bis 90 Tage nach der Anmeldung gültig
    • Ihre TOP-Konditionen: Günstige 19 € (statt 39 €) monatliche Grundgebühr

      Steigern Sie jetzt mit einem zusätzlichen leistungsstarken Vertriebskanal Ihre (vor-) weihnachtlichen Umsätze!

      Jetzt mit dem Gutschein-Code TER24 bei Tradoria anmelden! (gültig bis 15.10.2010)

      Anzeige

      Wann gibt es auch im Internet kein Widerrufsrecht?

      Es gibt einige Fälle, in denen beim Kauf von Waren kein Widerrufsrecht besteht. Dazu sagt § 312d BGB (Widerrufs- und Rückgaberecht bei Fernabsatzverträgen), dass ein Widerrufsrecht bei Bestellungen im Internet in folgenden Fällen nicht besteht:

      • bei Waren, die nach Kundenspezifikation angefertigt werden
      • bei Waren, oder eindeutig auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten sind
      • bei Waren, die auf Grund ihrer Beschaffenheit nicht für eine Rücksendung geeignet sind
      • bei Waren, die schnell verderben können oder deren Verfalldatum überschritten würde
      • bei Verträgen zur Lieferung von Audio- oder Videoaufzeichnungen oder von Software, sofern die gelieferten Datenträger vom Verbraucher entsiegelt worden sind
      • bei Verträgen zur Lieferung von Zeitungen, Zeitschriften und Illustrierten

      auktionTipp für Shopbetreiber:

      Bei der Formulierung der Ausschlussgründe für das Widerrufsrecht sollten Shopbetreiber sehr vorsichtig sein. Auch keinen Fall darf der Händler hier von den gesetzlichen Vorgaben abweichen. Schon ein oder zwei falsche Worte bei der Formulierung können zu Abmahnungen führen.

      Wer muss die Kosten des Widerrufs tragen?

      Rücksendekosten bei Widerruf

      Die Kosten der Rücksendung der Ware muss immer der Händler tragen. Nur über die so genannte „40-Euro-Klausel“ können die Rücksendekosten nach Widerruf dem Kunden auferlegt werden.

      auktionTipp für Shopbetreiber:

      Die „40-Euro-Regel“ gilt nicht automatisch. Hier muss zum einen die amtliche Musterwiderrufsbelehrung abgeändert werden. Zum anderen müssen sich korrespondierende Regelungen in den AGB finden, da die Gerichte davon ausgehen, dass eine Darstellung allein in der Widerrufsbelehrung nicht ausreicht.

      Eine entsprechend überbearbeitet Widerrufsbelehrung mit ausführlichen Anmerkungen finden Shopbetreiber und Onlinehändler in unserem E-Book "Neues Widerrufsrecht für Online-Shops, eBay, Amazon & Co."

      Hinsendekosten bei Widerruf

      Was mit den Kosten der Lieferung der Ware (Hinsendung) im Falle eines späteren Widerrufs geschieht, ist gesetzlich nicht geregelt. Sowohl der Bundesgerichtshof (BG) als auch der EuGH haben aber zwischenzeitlich entscheiden, dass auch diese Kosten vom Shopbetreiber getragen werden müssen.

      Bis zu welcher Höhe müssen die Rücksendekosten erstattet werden?

      Oft kommt es vor, dass die Kunden bei der Rücksendung der Ware eine Rücksendeart wählen, die sehr hohe Kosten verursacht, etwa durch eine teurer Versandart oder den Versand „unfrei“.

      Händler versuchen hier, mit Klauseln wie "Keine unfreie Rücksendung", "unfreie Rücksendung ausgeschlossen" oder "Unfrei zurückgesendete Ware wird nicht angenommen" gegenzusteuern. Diese Klauseln sind jedoch unzulässig und werden massenhaft abgemahnt.

      Auch dürfen Shopbetreiber die Annahme von unfrei versendeten Rückläufern nicht verweigern, wie ein Urteil des LG Düsseldorf zeigt.

      auktionTipp für Shopbetreiber:

      Als Shopbetreiber sollten Sie derartige Klauseln aufgrund der hohen Abmahngefahr nicht verwenden. Wenn Sie nach einer Lösung suchen, die Kosten des Widerrufs ohne Abmahnrisiko zu minimieren, lassen Sie sich anwaltlich beraten.

      Autor: Rechtsanwalt Sören Siebert

      Rechtsberatung Onlineshops

      Anzeige
      Sie dürfen diesen Beitrag gern verlinken.

      Klicken Sie einfach auf das Formularfeld und kopieren Sie sich den Link heraus.

      Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
      Weiterlesen...
      Neues Widerrufsrecht: Wichtige Änderungen ab Juni 2014 in Widerrufsbelehrung & Co. für alle Onlineshops Aufgrund ständiger Änderungen beim Widerrufsrecht wurden in den letzten Jahren tausende Shopbetreiber abgemahnt. Im Juni 2014 stand erneut eine umfassende Neure...
      Weiterlesen...
      Datenschutzerklärung für Online Shops: Was Shopbetreiber wissen müssen Shopbetreiber müssen sich um zahlreiche rechtliche Fragen kümmern. AGB, Impressum, Widerruf & Co. sowie ständige Abmahnwellen machen das Leben als Onlinehän...
      Weiterlesen...
      Haftung, Widerruf und AGB: Was Sie zu eBay Kleinanzeigen wissen müssen Neben den Onlineauktionen hat eBay im Jahr 2005 mit „eBay Kleinanzeigen“ (früher „Kijiji“) eine Plattform für kostenlose Kleinanzeigen online gestellt. Aufgrund...
      Weiterlesen...
      AGB für Online Shops: So werden Sie nicht abgemahnt Zu Allgemeinen Geschäftsbedingungen (kurz AGB) haben viele Shopbetreiber zahlreiche Frage: Benötige ich AGB? Welche Klauseln sind erlaubt? Wie müssen AGB eingeb...
      Kommentar schreiben


      Sicherheitscode Aktualisieren

      Anzeige

      Der eRecht24 Newsletter

      Immer bestens informiert

      Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

      Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

      Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
      Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
      Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

      loading...

      eRecht24 Live-Webinare

       

      IT-Recht endlich verständlich

      Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

      Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
      www.kanzlei-siebert.de

      Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

      Sören Siebert auf

      eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

      mitgliederbereich teaser

      Exklusiv für unsere Mitglieder

      Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

      Mehr Informationen

      video tutorials teaser

      eRecht24-Videos: IT-Recht verständlich

      IT-Recht, endlich verständlich: Jetzt können auch Sie Ihre Website einfach und schnell abmahnsicher gestalten, wenn Sie richtig vorgehen!

      Mehr Informationen

      webinar teaser

      Live-Webinare mit Rechtsanwalt Siebert

      Sie fragen, Rechtsanwalt Siebert antwortet. Aktuelle Themen, umfassend und Schritt für Schritt erklärt: So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

      Mehr Informationen