Die Online-Community für Studenten StudiVZ macht nun wahr, was viele befürchtet hatten. Ab Januar 2008 werden dort gespeicherte Nutzerdaten wie das Alter des Users, sein Geschlecht, der Wohn- und Studienort und das Studienfach für kommerzielle Werbung von Unternehmen nutzbar gemacht. Diese können dann Kriterien benennen, anhand dieser die idealen studentischen Zielpersonen heraus gefiltert werden, bei denen dann Werbung veröffentlicht wird.
Den Trend zur Kommerzialisierung einer Online-Community hat im Herbst auch schon der Betreiber von Facebook seiner Social-Community zugemutet. Nach massiven Protesten musste allerdings der Umfang der nutzerspezifischen Werbung deutlich reduziert werden. Damit die geplanten Änderungen im aktuellen Fall auch rechtlich wirksam werden, müssen alle Nutzerinnen und Nutzer von StudiVZ nun den geänderten Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zustimmen. Dazu heißt es auf der Website: "Ab dem 20. Dezember 2007 haben alle Nutzer zwei Wochen Zeit, den neuen AGB und Datenschutzregelungen zuzustimmen. Dazu werden alle Nutzer nach ihrem Log-In auf StudiVZ bis zum 9. Januar 2008 um ihre Zustimmung gebeten. Um den neuen AGB und Datenschutzregelungen zuzustimmen, reicht ein Klick in die beiden dafür vorgesehenen Auswahlkästchen und auf den Bestätigungsbutton."
Zur Zeit werden nach Angaben der Betreiber alle User über die Neuerung per Mail informiert. Hat man keine Lust, den neuen AGB zuzustimmen, kann man sich eine neue Online-Community suchen. In den FAQ auf StudiVZ wird dazu ausgeführt: "Die Zustimmung der AGB und Datenschutzregelungen ist Grundvoraussetzung dafür, dass ein Internetnutzer Mitglied bei StudiVZ sein kann. Wird den neuen AGB und Datenschutzregelungen nicht zugestimmt, wird das Mitglied gesperrt und hat keinen Zugriff mehr auf sein persönliches Profil und seine Nachrichten. Möchte der Nutzer zu einem späteren Zeitpunkt doch wieder Mitglied des Netzwerks werden, muss er den neuen AGB und Datenschutzregelungen von StudiVZ zustimmen." Die Betreiber begründen den Schritt damit, dass nur so gewährleistet sei, dass StudiVZ in Zukunft weiterhin kostenfrei betrieben werden kann.
Fazit:
Die neuen AGB und die Möglichkeit für Unternehmen bei der potentiell besonders gebildeten Zielgruppe "Studentinnen und Studenten" nutzerspezifische Werbung schalten zu können wird von vielen Seiten scharf kritisiert. Sowohl von IT-Experten, Datenschützern als auch von der Politik werden Stimmen laut, die die Nutzerinnen und Nutzer auffordern, den neuen AGB nicht zuzustimmen und aus dem Portal auszutreten.
Autor: Philipp Otto
Rechtsberatung Datenschutz und Internetrecht: Rechtsanwalt Sören Siebert
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