Die Software "Flash" des Unternehmens Adobe Systems mit Sitz im kalifornischen San Jose (USA), findet auf vielen Websites Anwendung. Viele Internetseiten basieren komplett auf der Flash-Software, bei anderen Angeboten wird diese z.B. für die Darstellung von Werbebannern verwendet. Das dafür notwendige Plug-In hat nach Angaben von Adobe einen weltweiten Verbreitungsgrad von 97 Prozent und ist sowohl für Microsoft Windows, Mac OS als auch für Linux verfügbar. Bislang waren Microsoft und Adobe in verschiedenen Nischen des Marktes im Bereich der Media-Software tätig. Adobe konzentrierte sich u.a. auf Web-Animationen und Video-Streams auf Websites, Microsoft war u.a. im Bereich des Downloads von Multimedia-Dateien mit seinem Media-Player aktiv. Microsoft hat nun jedoch im Rahmen der Konferenz NAB 2007 (National Association of Broadcasters) sein neues Browser-Plug-In unter dem nun offiziellen Namen "Silverlight" vorgestellt. Die Wahl des Namens ist kein Zufall, denkt man doch bei "Silverlight" sofort auch an "Flash" (Blitz).
Da Technologien für animierte Anwendungen im boomenden Online-Werbemarkt immer wichtiger werden, gehen die beiden Konzerne nun auf Konfrontation. Die neue Video-Software "Silverlight" wird es vorerst in Versionen für Windows und MacOS X geben. Dabei sollen neben dem Internet Explorer unter anderem auch die Browser Firefox und Safari unterstützt werden. Eine Vorabversion unter dem bisherigen Namen WPF/E (Windows Presentation Foundation Everywhere) steht bei Microsoft zum Download bereit. Diese kann jedoch nur bis zum 01.06.2007 genutzt werden. Weitere Einzelheiten der Software und ihrer Anwendungsmöglichkeiten sollen auf der Microsoft Web-Konferenz MIX07 am 30.04.2007 in Las Vegas (USA) bekannt gegeben werden. Um nicht wie in der Vergangenheit mit Kartellbehörden in Konflikt zu kommen , hat Microsoft darauf verzichtet, "Silverlight" zum integralen Bestandteil seines Betriebssystems zu machen.
Adobe Systems reagiert auf die Einführung der Video-Software "Silverlight" mit der Einführung eines eigenen Media-Player. Dieser tritt dann in direkte Konkurrenz zum Microsoft (MS) Media-Player. Die angebotenen Funktionen sind dabei grundsätzlich nahezu identisch mit denen des MS-Players. Allerdings gibt es selten ein neues Produkt ohne zentrale Weiterentwicklung. Der Media-Player von Adobe wird deswegen eine Funktion haben, mit der es möglich sein wird, Web-Videos zu speichern. Mit den bislang auf dem Markt verfügbaren Playern ist dies nicht möglich. Um den Anreiz für den neuen Player zu erhöhen hat Adobe zudem angekündigt seinen Media-Player kostenlos zu verteilen. Auch sollen die Möglichkeiten der Flash-Software erweitert werden. Insbesondere ist dabei an die Einbindung von Interaktionen in Web-Filme gedacht. Das geplante DRM-System (Digital Rights Mangement) erhöht für Werbeanbieter zudem den Nutzen der Software. In der Zukunft soll durch das DRM sicher gestellt werden, dass keine Zweckentfremdung der Filme stattfindet. Es kann dann der Anbieter bestimmen, wann und wo die eingespielten Filme verwendet werden dürfen und ob diese veränderbar sein sollen. Auch sollen Klicks auf die Videos zählbar und somit für die Online-Werbung relevant werden.
Fazit:
Die beiden Software-Konzerne treiben durch ihre Konkurrenz die Entwicklung und Angebotspalette für die Endkunden an. In erster Linie geht es dabei jedoch nicht um die bessere Anwendung sondern um ökonomische Interessen im besetzten Marktsegment des jeweiligen Konkurrenten. Ob sich "Silverlight" gegen den Marktführer Adobe durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.
Autor: Philipp Otto
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