In Frankreich soll im Frühjahr ein Gesetz in Kraft treten, bei dem Filesharer bei Verletzung des Copyrights dreimal verwarnt werden sollen, bevor ihnen der Netzzugang gesperrt wird. Nun haben aber die Filesharing-Fahnder selbst angeblich das Urheberrecht verletzt.
Anfang des Jahres wurde das Logo für HADOPI (Haute Autorité pour la Diffusion des oeuvres et la Protection des Droits sur Internet) vorgestellt. HADOPI ist das französische Gesetz zum Schutz von Urheberrecht im Internet. Dabei ist den Machern ein Fehler unterlaufen: Die im Logo verwendete Schriftart "Bienvenue" sei von einem Mitarbeiter der France Telecom, im Jahr 2000 exklusiv für das Unternehmen entwickelt worden. Sie dürfe daher nur von der France Telecom und der Mobilfunk-Tochter Orange verwendet werden. Im HADOPI-Logo seien die Buchstaben "d" und "p" leicht angepasst worden, der Rest der Schriftart sei etwas gestreckt. Das genüge aber nicht, um es als neues Design durchgehen zu lassen.
Die Agentur, die das HADOPI-Logo "entworfen" hat, habe inzwischen zugegeben, dass ihre Schriftart die Urheberrechte verletzt. Dies sei allerdings nicht absichtlich geschehen. Es sei vielmehr ein Fehler gewesen. Inzwischen hat man zwei Schriftarten von britischen Designunternehmen erworben, um das Logo neu zu entwerfen.
Die Hadopi-Gruppe hat sich währenddessen bei dem Designer entschuldigt. Die France Telecom plane, keine rechtlichen Schritte einzuleiten. Der Designer hingegen habe bereits seinen Anwalt kontaktiert, um die Rechtslage zu prüfen.
Fazit:
Das Gesetz ist schon seit längeren umstritten. Dieser Vorfall lässt erneute Kritik hageln.
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