Datenschutzerklärung für Kommentarfunktionen mit Abonnieren von Kommentaren

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Auf zahlreichen Webseiten und Blogs können Nutzer Content nicht nur lesen, sondern auch mit Kommentaren versehen. Haben sie einmal einen Kommentar abgegeben, haben sie oftmals Interesse daran, weitere Reaktionen auf das Thema oder zu ihrem eigenen Kommentar zu lesen. Damit sie diese mitbekommen, können sie sich daher auf vielen Webseiten per E-Mail über neue Kommentare benachrichtigen lassen.

 

Für dei Kommentarfunktion mit Abonnieren von Kommentaren benötigen Sie einen Passus in Ihrer Datenschutzerklärung

Datenschutzerklärung kostenlos erstellen

 

Darum ist das Abonnieren von Kommentaren datenschutzrechtlich relevant

Wollen Nutzer über neue Kommentare benachrichtigt werden, müssen sie ihre E-Mail-Adresse angeben. Bei E-Mail-Adressen handelt es sich um personenbezogene Daten. Diese dürfen Seitenbetreiber jedoch nur abfragen, wenn sie dazu die Einwilligung der Nutzer einholen.

Das Abonnieren von Kommentaren datenschutzkonform anbieten

Seitenbetreiber sollten User per Opt-In der Datenerhebung zustimmen lassen. Das rechtfertigt Art. 6 Abs. 1 lit. a Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Zusätzlich sollten sie die Kommentarfunktion mit einem Datenschutzhinweis versehen. Dieser Hinweis sollte dann per Link auf die Datenschutzerklärung führen. Darin sollten sie User aufklären,

  • dass sie die E-Mail-Adresse speichern,
  • wofür sie die E-Mail-Adresse verwenden,
  • wie lange sie diese speichern und
  • dass sie die Verantwortung übernehmen, diese zu schützen.

Neben der E-Mail sollten Webseitenbetreiber keine weiteren personenbezogenen Daten erheben, um dem Gebot der Datensparsamkeit der DSGVO zu genügen. Zudem sollten sie die E-Mail-Adresse nur dazu verwenden, um den Kommentar des Users zu posten und diesen über weitere Kommentare zu informieren. Sie dürfen die E-Mail für keinen weiteren Zweck verwenden.

Damit Dritte die E-Mail-Adresse von Usern nicht mitlesen können, sollten sie den Datentransfer verschlüsseln. Das gibt § 13 Abs. 7 TMG vor. Dazu bietet sich ein anerkanntes Verschlüsselungsverfahren wie TLS an.

Rechtsprechung zur Kommentarfunktion

Das Oberlandesgericht Köln hat am 11.03.2016 entschieden: Informieren Webseitenbetreiber in ihrer Datenschutzerklärung nicht über die Datenerhebung über ein Kontaktformular, begehen sie einen abmahnfähigen Wettbewerbsverstoß (Az. 6 U 121/15). Diese Entscheidung könnte auch für die Kommentarfunktion gelten, da es hier um eine ähnliche Datenerhebung geht. Verzichten Webseitenbetreiber also darauf, das Abonnieren von Kommentaren in ihrer Datenschutzerklärung anzusprechen, könnte ein Wettbewerbsverstoß vorliegen.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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