Anwalt für Arbeitsrecht

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In Deutschland gibt es über 8.000 Fachanwälte für Arbeitsrecht und noch unzählige weitere Anwälte, die auf das Arbeitsrecht spezialisiert sind. Sie alle beraten Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei typischen Streitthemen wie Arbeitszeugnis, Abmahnung oder Kündigungen. Wir zeigen Ihnen worauf es ankommt um bei Qualifikation und die Erfahrung der Anwälte eine Auswahl zu treffen.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Was macht ein Anwalt für Arbeitsrecht?
  2. Der Anwalt für Arbeitsrecht und seine Fälle
  3. Spezialisierung der Rechtsanwälte
  4. Zusatzqualifikationen des Anwalts
  5. Anwaltssuche und Suchdienste
  6. Checkliste Der perfekte Anwalt im Arbeitsrecht

1. Anwalt für Arbeitsrecht: Gegen Kündigung, Abmahnung & Co. zur Wehr gesetzt

Wenn Sie das Telefonbuch aufschlagen, um einen Anwalt für Arbeitsrecht zu finden, werden Sie zahlreiche Einträge entdecken. Welcher Rechtsanwalt allerdings in Ihrer speziellen Situation die richtige Wahl ist, verrät die Auflistung nicht. Die Antwort auf diese Frage hängt von Ihrem persönlichen Beratungsbedarf sowie von der Qualifikation und Erfahrung des Anwalts ab.

Auch im Arbeitsrecht gibt es bei Rechtsanwälten Spezialisierungen. Bestimmte Rechtsanwälte der Kanzleien erstellen Verträge für Arbeitgeber. Andere sind schwerpunktmäßig für Arbeitnehmer tätig und prüfen Kündigungen. Wieder andere Rechtsanwälte haben sich auf den Bereich Kündigungsschutzklagen und Prozesse spezialisiert.

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2. Der Anwalt für Arbeitsrecht und seine Fälle

Zunächst sollten Sie prüfen, auf welche Art von Fällen ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ausgerichtet ist. Möglich sind beispielsweise diese Richtungen:

  • Arbeitgeberrecht: Die Arbeitgeber scheinen zwar im betrieblichen Alltag in der mächtigeren Position zu sein. Versuchen sie allerdings im Arbeitsrecht eine Kündigung oder einen Aufhebungsvertrag mit Abfindung zu schließen, sollten sie stets eine Rechtsberatung in Anspruch nehmen. Die deutschen Arbeitsgerichte entscheiden nämlich tendenziell eher zugunsten der Arbeitnehmer. Schon kleinste Fehler in der Vorgehensweise können die Kündigung oder den Aufhebungsvertrag angreifbar machen.
  • Arbeitnehmerrecht: Ein Arbeitnehmer alleine kommt gegen einen großen Arbeitgeber nicht an. Deshalb kann er sich Hilfe bei einer Rechtsberatung für das Arbeitsrecht suchen. Ob Kündigung, Mobbing im Betrieb, Schwierigkeiten bei der Auslegung des Arbeitsvertrags oder scheinbar unmögliche Einigung über die Lage des Urlaubs – ein Fachanwalt für Arbeitsrecht verhilft Ihnen zu Ihrem Recht.
  • Beratung von Betriebs- und Personalräten: Auch Personal- und Betriebsräte benötigen bisweilen eine Rechtsberatung im Arbeitsrecht, beispielsweise als Vertretung in einem Gerichtsverfahren oder in der Einigungsstelle. Der gewählte Anwalt sollte sich insbesondere im kollektiven Arbeitsrecht, speziell im Betriebsverfassungsrecht, auskennen.

Es ist nicht unbedingt widersprüchlich, wenn ein Anwalt für Arbeitsrecht gleichermaßen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vertritt. Für Sie als Mandant kann dies sogar von Vorteil sein, denn der Rechtsanwalt kennt so auch die Sichtweisen und Handlungsspielräume der Gegenseite. Dadurch kann er fundierter argumentieren und hat eine bessere Verhandlungsposition bei außergerichtlichen Einigungsversuchen.

Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht beschäftigt sich beispielsweise mit Fällen wie diesen:

  • Ermitteln von Kündigungsfristen
  • Vertretung im Rahmen eines Kündigungsschutzprozesses
  • Anfechten eines Aufhebungsvertrags
  • Aushandeln einer Abfindung
  • Aufsetzen eines Arbeitsvertrags
  • Berechnen des Anspruchs auf Urlaub in komplizierten Fällen
  • Beratung zur zeitlichen Lage der Elternzeit oder zur Rückkehr aus der Elternzeit in Teilzeit
  • Vorgehen gegen eine ungerechtfertigte Abmahnung
  • Unterstützung und Vermittlung bei Fällen von Mobbing
  • Durchsetzen des Mindestlohns
  • Fragen zur Probezeit
  • Wahrnehmung der Rechte von Schwerbehinderten
  • Prüfung einer anlässlich einer Massenentlassung durchgeführten Sozialauswahl

3. Kanzlei, Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht?

Ehe Sie einen Anwalt für Arbeitsrecht auswählen können, sollten Sie sich grundsätzlich darüber im Klaren sein, welche Art von Anwalt Sie benötigen. Ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht hat sich nach seinem neunsemestrigen Studium mit anschließendem Referendariat und zwei Staatsexamen auf das Rechtsgebiet Arbeitsrecht spezialisiert und sich mitunter auch in diesem Bereich fortgebildet. Er ist aber nicht berechtigt, den Fachanwaltstitel zu führen.

Anders der Fachanwalt für Arbeitsrecht – er hat die Voraussetzungen gemäß Fachanwaltsordnung nachgewiesen und verfügt somit über besondere Kenntnisse sowie umfangreiche Berufserfahrung im Arbeitsrecht. Wenden Sie sich hingegen an eine auf das Arbeitsrecht spezialisierte Kanzlei, können Sie beide Arten von Anwälten vorfinden. Einzigartig ist hier das große Know-how, auf das Sie zurückgreifen können. Immerhin arbeiten hier zahlreiche erfahrene Anwälte für Arbeitsrecht zusammen.

Tipp: Betrachtet man die Qualifikation isoliert, ist der Fachanwalt für Arbeitsrecht oder eine entsprechende Kanzlei die beste Wahl. In der Praxis sollten Sie allerdings auch die anfallenden Kosten berücksichtigen. Die höheren Anwaltskosten für einen Fachanwalt lohnen sich, wenn es um viel Geld geht oder Ihr langjähriger Arbeitsplatz in Gefahr ist. Bei kleineren Forderungen oder eindeutigen Fällen wird ein normaler Rechtsanwalt für Arbeitsrecht oftmals auch reichen.

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4. Zusatzqualifikationen: So finden Sie den perfekten Anwalt für Arbeitsrecht

Abgesehen von der grundsätzlichen Ausbildung von Rechtsanwälten können Sie sich auch auf diese Zusatzqualifikationen stützen, um den idealen Anwalt für Ihre Situation zu finden:

  • Fachanwaltschaft: Damit sich ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht als Fachanwalt bezeichnen darf, muss er den Erwerb besonderer Kenntnisse durch die Teilnahme an einem speziellen Lehrgang mit mindestens 120 Stunden Umfang nachweisen. Zudem soll der Anwalt in den drei Jahren vor der Antragstellung mindestens 100 Fälle im Bereich des Arbeitsrechts bearbeitet haben und sich verpflichten, sich jährlich in diesem Rechtsgebiet weiterzubilden oder wissenschaftlich zu publizieren.
  • Fortbildung: Unabhängig von der Anerkennung als Fachanwalt für Arbeitsrecht kann sich jeder Rechtsanwalt im Bereich des Arbeitsrechts weiterbilden. Informieren Sie sich im Vorfeld, in welchen Rechtsgebieten sich der Anwalt fortbildet. Häufig finden Sie entsprechende Angaben auf der Website der Kanzlei.
  • Vereine, Organisationen und Arbeitsgemeinschaften: Sind Anwälte Mitglied einschlägiger Vereine (z. B. Deutscher Anwaltverein e.V.) oder dort sogar in den Vereinsorganen engagiert, dürfen Sie davon ausgehen, dass sie sich regelmäßig weiterbilden.
  • Qualitätssiegel: Es gibt mehrere Qualitätssiegel, die sich insbesondere auf die Weiterbildung von Rechtsanwälten beziehen. Ein bekanntes Beispiel ist das Siegel „Qualität durch Fortbildung“, das von der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) für die regelmäßige Teilnahme an Weiterbildungen, Qualitätszirkeln und Gesprächskreisen, die Tätigkeit als Prüfer oder wissenschaftliche Publikationen vergeben wird. Ähnlich aufgebaut ist der „Fortbildungsnachweis“ der Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main. Doch Achtung: Solche Siegel haben keine Aussagekraft darüber, ob dieser Anwalt die richtige Wahl für Sie ist, denn ein direkter Bezug zum Arbeitsrecht ist bei diesen Qualitätssiegeln nicht gegeben. Sie können aber darauf hindeuten, dass der Anwalt sein Wissen aktuell hält.

Verlassen Sie sich nicht nur auf die Fakten, sondern auch Ihr Bauchgefühl. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit erfordert nicht nur eine hervorragende Qualität und Erfahrung des Anwalts, sondern auch auf der zwischenmenschlichen Ebene sollten Sie sich wohl und gut aufgehoben fühlen.

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5. Anwaltssuche und Suchdienste

Es gibt unzählige Rechtsanwalts-Suchdienste im Netz. Marktführer ind iesem Bereich ist anwalt.de Der Vorteil solcher Suchseiten ist, dass Sie dort eine große Anzahl an Kanzleien aus dem Bereich Arbeitsrecht auf einem Blick vergleichen können. Auch Sortierungen nach weiteren Schwerpunkten oder Städten bzw. Bundesländern sind dort möglich.

Viele dieser Anwalts-Suchseiten bieten einen weiteren Vorteil:Die Bewertungen der Rechtsanwälte. Die Nutzer können die Kanzleien, die sie beauftragt haben, auf vielen Anwaltssuchseiten bewerten. So können sich potentielle Mandanten im Vorfeld darüber informieren, wie zufrieden andere Nutzer mit der Arbeit des Rechtsanwalts waren.

Wichtig ist aber, dass Sie trotzdem vorher einen Blick auf die Webseite der Kanzlei bzw. des Rechtsanwalts werfen. Dort informieren die Kanzleien oft ausführlich über ihre Ausrichtung, Schwerpunkte und Erfahrungen. So kann man sich von dem Anwalt, den man beauftragen will, ein erstes Bild verschaffen.

6. Checkliste Der perfekte Anwalt im Arbeitsrecht

Das sollten Sie VOR der Beauftragung Ihres Rechtsanwalts prüfen:

  • Ist „Arbeitsrecht“ überhaupt ein Tätigkeitsfeld des Anwalts/ der Kanzlei?
  • Steht „Arbeitsrecht“ neben 20 anderen Rechtsgebieten auf der Webseite der Kanzlei oder ist die Kanzlei in diesem Bereich wirklich spezialisiert?
  • Gibt es Beiträge oder Videos auf der Kanzlei-Seite, die sich mit dem Arbeitsrecht befassen?
  • Gibt es Erfahrungen oder Bewertungen des Anwalts?
  • Benötigen Sie einen Anwalt in Ihrer Nähe oder reicht die Kommunikation per E-Mail oder Telefon?
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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