Urheberrecht und verwandte Schutzrechte

Wie Sie trotz Urheberrecht Bilder, Texte und Videos rechtssicher nutzen

Fachlich geprüft von: Rechtsanwalt Sören Siebert Rechtsanwalt Sören Siebert
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Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn Sie Bilder aus dem Internet verwenden möchten, brauchen die Erlaubnis des Urhebers oder des Rechteinhabers (zum Beispiel einer Agentur oder Bilddatenbank).
  • Verwenden Sie fremde Bilder, müssen Sie den Urheber direkt am Bild nennen (Impressum reicht nicht aus).
  • Für Bilder, auf denen andere Personen zu erkennen sind, brauchen Sie – bis auf wenige Ausnahmen – deren Einwilligung.

Worum geht's?

Wenn Sie eine Website betreiben, als Webdesigner arbeiten oder eine Agentur haben, kommen Sie von Beginn an jeden Tag mit dem Urheberrecht in Berührung: zum Beispiel, wenn Sie Bilder, Texte oder Videos auf Webseiten, bei Social Media oder in Newslettern verwenden. Doch dürfen Sie Fotos einfach so nutzen, auf denen andere Personen abgebildet sind? Brauchen Sie eine Lizenz vom Autor, wenn sie seinen Text veröffentlichen wollen? Und müssen Sie den Urheber nennen, auch wenn Sie das Foto von einer Bilderplattform heruntergeladen haben? Wir beantworten die wichtigsten Fragen und sagen Ihnen, was Sie konkret tun müssen, um Bilder, Texte und Videos rechtssicher zu nutzen.

 

1. Was schützt das Urheberrecht?

Fangen wir mit einem weit verbreiteten Irrtum an: Das Urheberrecht schützt keine bloßen Ideen oder Konzepte als solche. Erst wenn eine Idee konkret umgesetzt wird, also ein „Werk“ vorliegt, greift der Schutz des Urhebers davor, dass andere dieses unerlaubt nutzen. Damit das Urheberrecht greift, muss dieses Werk allerdings eine gewisse „Schöpfungshöhe“ haben, das heißt: Es muss individuell geschaffen und das Durchschnittliche und Alltägliche übersteigen.

Beispiel: Eine Gulaschsuppe ist laut Gesetz nicht urheberrechtlich geschützt, ein ausgefeiltes Gericht in einem Sternerestaurant ist schon eher durch das Urheberrecht geschützt.

Urheberrechtsreform: Digitalisierung als Grund für die Novelle

Bereits 1966 trat die noch heute gültige und zentrale Norm zum Urheberrecht in Deutschland in Kraft. Damals unter dem Namen „Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte“. Heute heißt es kurz Urheberrechtsgesetz (UrhG). Seit dem 1. August 2021 gilt zudem das Urheberrechts-Diensteanbieter-Gesetz (UrhDaG).

Das UrhDaG regelt im Wesentlichen die urheberrechtliche Verantwortlichkeit von Upload-Plattformen wie YouTube, Facebook oder Instagram. Dementsprechend sind die Upload-Plattformen für die hochgeladenen Inhalte der Nutzer urheberrechtlich verantwortlich. Fehlt die Lizenz, steht die Plattform in der Pflicht, den Inhalt auf Verlangen des Urhebers zu entfernen.

Welche Werke sind für Webseitenbetreiber besonders wichtig?

Für Sie als Webdesigner oder Websitebetreiber ist aber wichtig zu wissen: Manche Werke sind unabhängig von dieser Schöpfungshöhe per Gesetz geschützt. Für bestimmte Hersteller gelten nämlich im Urheberrecht sogenannte Leistungsschutzrechte. Diese gibt es für Fotografen, Tonträgerhersteller, Hersteller von Datenbanken und Presseverleger.

Sören Siebert
Sören SiebertRechtsanwalt

Wichtig für Sie als Websitebetreiber, Agentur oder Webdesigner sind vor allem folgende Werke:

  • Fotos: Jedes Foto ist geschützt, auch wenn es nur ein verwackeltes Urlaubsselfie ist. Das gilt auch für Screenshots oder Vorschaubilder von Bilderplattformen.
  • Videos: Bilder als Bestandteile von Videos sind unabhängig von der Schöpfungshöhe geschützt. Das Gesamtwerk inklusive Schnitte, Musik etc. ist als neues Werk geschützt, wenn es eine gewisse Schöpfungshöhe hat.
  • Texte: Texte brauchen eine gewisse Schöpfungshöhe, um geschützt zu sein. Darunter können zum Beispiel Werbeslogans oder Produktbeschreibungen fallen.
  • AGB, Verträge und Datenschutzerklärungen: Diese Rechtstexte sind in der Regel urheberrechtlich geschützt.
  • Musikstücke: Texte, Melodie und Arrangement von Liedern sind – unabhängig von der Schöpfungshöhe – geschützt.
  • Software: Nur lauffähige Programme sind urheberrechtlich geschützt, Webseiten als Gesamtheit dagegen nicht.
  • Datenbanken: Wesentliche Inhalte aus Datenbanken sind als Werk urheberrechtlich geschützt.

Übrigens gehören gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 7 UrhG auch Darstellungen wissenschaftlicher und technischer Art wie Zeichnungen, Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen und plastische Darstellungen zu den schutzfähigen Werken im Urheberrecht.

Praxis-Tipp

Sind Sie sich nicht sicher, ob das Werk unter Leistungsschutzrechte fällt, holen Sie im Zweifel eine Erlaubnis des Urhebers ein. Als eRecht24-Premium-Mitglied finden Sie eine Auflistung der geschützten Werke in der Checkliste „Urheberrecht im Internet“.

Kurz und knapp: Wenn Sie fremde Texte, Fotos oder Videos verwenden wollen, brauchen Sie eine Erlaubnis oder Lizenz des Urhebers. Eigene Bilder können Sie dagegen ohne weiteres verwenden.

 2. Wer ist Urheber und welche Rechte hat er?

Urheber ist immer derjenige, der das Werk erstellt hat: der Fotograf, Maler, Texter oder Komponist. Ein wichtiger Unterschied zum Markenrecht: Der Urheber muss das Werk nicht bei einem Amt anmelden, damit der Schutz entsteht. Sobald das Foto geschossen, das Video gedreht oder das E-Book geschrieben ist, greift der Schutz des Urheberrechts. Dabei kann es auch mehrere Urheber geben, die nur gemeinsam Rechte für Werke ausüben können (Miturheberschaft).

Der Urheber allein darf über Nutzung und Verwertung entscheiden: ob das Werk beispielweise kopiert, veröffentlicht, verbreitet oder öffentlich zugänglich gemacht oder ob es bearbeitet wird. Der Urheber ist der Einzige, der bestimmen kann, ob er genannt werden möchte oder ob er auf die Nennung verzichtet. Dieses Recht kann er nicht an andere übertragen und er verliert es auch nie, auch wenn er exklusiv seine Bildnutzungsrechte an Sie überträgt. Die Urheberschaft an den Werken kann er nicht übertragen. Für Sie als Websitebetreiber, Agentur oder Designer besonders wichtig: Jeder Urheber hat das Recht auf Namensnennung. Das gehört zum Urheberpersönlichkeitsrecht und kann dem Urheber nicht weggenommen werden. Das gilt im Rahmen des Urheberrechts immer, also auch in folgenden Fällen:

  • Ausschließliches Nutzungsrecht: Der Urheber hat Ihnen das ausschließliche Nutzungsrecht übertragen.
  • Bilderplattform: Es handelt sich um eine kostenlose Bilderplattform.
  • Gegenteilige Angabe der Bilderplattform: Die Bilderplattform gibt an, dass Sie den Namen nicht nennen müssen.
  • Unbekannte Urheberschaft: Sie kennen den Namen des Urhebers nicht.

Als Webdesigner oder Agentur haften Sie. Das gilt selbst dann, wenn Sie das Bild von Ihrem Kunden erhalten haben. Schließen Sie daher eine Haftungsvereinbarung mit Ihren Kunden hab und regeln Sie, wer für welche Inhalte haftet. Wenn Sie sich für eRecht24 Premium entscheiden, können Sie dazu unser Muster „Haftungsvereinbarung zu Nutzungs- und Urheberrechten an Kundeninhalten“ nutzen.

Sören Siebert
Sören SiebertRechtsanwalt

Kurz und knapp: Wenn Sie fremde Inhalte verwenden, müssen Sie den Namen des Urhebers direkt am Werk nennen. Er allein entscheidet, ob und wie Sie das Werk verwerten dürfen und ob sein Name genannt werden soll.  

3. Recht am eigenen Bild und Panoramafreiheit

Möchten Sie ein Bild verwenden, auf dem eine Person abgebildet ist, brauchen Sie in den allermeisten Fällen eine Einwilligung der Person. Wenn Sie selbst die Fotos erstellen, sollten Sie die Einwilligung und Nutzungsrechte am besten gleich schriftlich regeln.

Es gibt jedoch Fälle, in denen Sie nicht nach einer Einwilligung fragen müssen:

  • Großveranstaltungen: Das Bild wurde auf einer Großveranstaltung oder an einem touristisch vielbesuchten Ort aufgenommen. Es ist offensichtlich, dass die Person nur ein von vielen und nur „Beiwerk“ ist, sie also nicht im Mittelpunkt steht. Inwiefern die Person erkennbar sein muss und wie viele Menschen auf dem Bild zu sehen sein müssen, damit diese Ausnahme greift, muss im Einzelfall entschieden werden.
    Beispiel: Foto vom Eiffelturm mit 50 Touristen, Foto von einem Fußballspiel mit Fans auf der Tribüne
  • Bilderplattformen: Das Bild wurde für eine Bilderplattform erstellt und die Person hat eine Vergütung dafür erhalten.
    Beispiel: Das Foto wurde für eine Werbekampagne mit einem Model aufgenommen.
  • Bildnis aus dem Bereich der Zeitgeschichte: Handelt es sich um eine berühmte Person und um ein Bildnis „aus dem Bereich der Zeitgeschichte“, dürfen Sie grundsätzlich auch ihr Bild ohne Einwilligung verwenden. Wann das der Fall ist, richtet sich danach 1. wie bekannt die Person ist, 2. wie hoch das Informationsinteresse der Allgemeinheit ist und 3. ob das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Person überwiegt. Unzulässig wäre die Veröffentlichung ohne Einwilligung in jedem Fall bei Bildern aus der Intimsphäre.

Ein Bild von der Freiheitsstatue oder der Hamburger Elbphilharmonie passt zu Ihrem Angebot und Sie möchten Ihr selbst geschossenes Kunstwerk aus dem letzten Urlaub verwenden? Das ist in der Regel ok – wenn Sie es von außen auf öffentlichen Plätzen fotografieren. Denn obwohl diese Bauwerke urheberrechtlich geschützt sind, erlaubt Ihnen die sog. Panoramafreiheit: Sie dürfen es von dort, wo jeder es einsehen kann, auch fotografieren. Müssen Sie dazu allerdings ein privates Grundstück aufsuchen, muss der Eigentümer des Grundstücks einverstanden sein.

Anders ist das, wenn Sie das Bild innerhalb des Gebäudes machen. Denn wenn Sie die Elbphilharmonie von innen fotografieren, gilt das Hausrecht. In der Regel werden Sie am Eingang auf die Hausordnung und darauf hingewiesen, ob Sie Fotos machen und veröffentlichen dürfen. Ist das nicht der Fall, fragen Sie beim Eigentümer nach.

Praxis-Tipp

Als Agentur oder Webdesigner erstellen Sie selbst Fotos von Personen? Dann regeln Sie die Nutzungsrechte und das Recht am eigenen Bild vertraglich. Haben Sie eRecht24 Premium? Dann nutzen Sie dazu einfach unser Vertragsmuster „Model Release Vertrag“.

Kurz und knapp: Für Fotos, auf denen Personen abgebildet sind, brauchen Sie ein Einverständnis. Bauwerke dürfen Sie von der Straße aus fotografieren, im Innenbereich brauchen Sie aber eine Genehmigung.

4. Bilderplattformen, Lizenzen und Nutzungsrechte

Möchten Sie Texte, Bilder oder Videos verwenden, brauchen Sie eine Erlaubnis – so regelt es das Urheberrecht. Diese können Sie vom Urheber oder – unter Umständen – von der Verwertungsgesellschaft einholen.

Sie können den Urheber bitten, Ihnen Nutzungsrechte an seinem Werk einzuräumen. Man spricht auch von Lizenzen. Er kann dann mit Ihnen einen Lizenzvertrag schließen, in dem er folgende Fragen genau regelt:

  • ausschließliches oder einfaches Nutzungsrecht: Sollen Sie allein das Nutzungsrecht erhalten oder dürfen noch andere neben Ihnen das Werk nutzen? Denkbar ist sogar, dass der Urheber selbst das Werk nicht mehr nutzen darf.
    Beispiel: Ein Mitarbeiter verpflichtet sich gegenüber seinem Arbeitgeber dazu.
  • Übertragbares oder nicht übertragbares Nutzungsrecht: Dürfen Sie das Nutzungsrecht an andere übertragen?
    Beispiel: Sie erstellen als Webdesigner eine Website und erwerben das Nutzungsrecht an einem Foto. Sie müssen dann die Nutzungsrechte an Ihre Kunden übertragen.
  • Dauer der Nutzung: Wann oder wie lange dürfen Sie das Werk nutzen?
    Beispiel: Das Nutzungsrecht gilt, solange der Fotograf bei einer Fotoplattform angemeldet ist.
  • Örtliche Begrenzung: Wo dürfen Sie das Werk nutzen?
    Beispiel: Das Nutzungsrecht gilt nur innerhalb der EU.
  • Umfang der Nutzung: Wie dürfen Sie das Werk nutzen?
    Beispiel: Sie dürfen das Bild nur offline, z.B. auf Flyern, nutzen oder Sie haben ein Recht zur Bearbeitung.

Urheber können auch vereinbaren, dass jemand anders ihr Urheberrecht verwaltet. Das kann eine Agentur, eine Bilder-Plattform oder eine Verwertungsgesellschaft sein (für Autoren: VG Wort, für Musik: GEMA). In diesem Fall müssen Sie sich an diese Person oder Gesellschaft wenden, um sich Nutzungsrechte einräumen zu lassen.

Sören Siebert
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Es gibt einige bekannte, teils sogar kostenlose Bilderplattformen, auf denen Sie Bilder herunterladen können. Dazu zählen zum Beispiel Fotolia, iStockphoto, Getty Images, Shutterstock oder Pixelio. Doch auch hier müssen Sie für die Werke ein Nutzungsrecht erwerben, das die Plattformen selbst bereitstellen.

Dies kann sich je nach Lizenzumfang und Plattform stark unterscheiden: Manche unterscheiden nach kommerzieller oder nicht kommerzieller Nutzung, nach Website- oder Social-Media-Nutzung, ob eine Bearbeitung erlaubt ist, oder ob man die Bilder weitergeben darf (z.B. an Kunden). Prüfen Sie vorab, welche Nutzungsrechte Sie brauchen. Betreiben Sie auch Offline-Werbung, ist eine Lizenz sinnvoll, die nicht auf online beschränkt ist.

Sind Sie Webdesigner, werden Sie in der Regel Bilder bearbeiten und brauchen eine Bearbeitungslizenz. Mehr zum Thema lizenzfreie Bilder lesen Sie in unserem Artikel „Was darf ich auf meiner Website, im Onlineshop und bei eBay & Co veröffentlichen?“.

Wichtig: Nennen Sie den Urheber des Bildes auch bei Fotos von Bilderplattformen. Kennzeichnen Sie die Bildrechte ober- oder unterhalb des Bildes, also direkt am Werk. Einige Datenbanken geben zwar an, der Hinweis auf den Urheber im Impressum würde ausreichen. Das stimmt aber grundsätzlich nicht.

Daneben gibt es sogenannte Creative Commons Lizenzen. Diese wurde von einer gemeinnützigen Gesellschaft entwickelt und gibt an, wie Nutzer Werke im Web verwenden dürfen. Ausführliche Infos zum Thema Creative Commons Lizenz können Sie in unserem Artikel „Creative Commons Lizenz: Worauf müssen Unternehmer achten?“ nachlesen.

Praxis-Tipp

Regeln Sie genau die Nutzungsrechte an den Inhalten Ihrer Kunden, wie Bildern, Texte, Logos oder Video. Wenn Sie eRecht24 Premium-Kunde sind, nutzen Sie dazu unser Vertragsmuster „Vertrag zur Rechteübertragung an Bildern, Texten, Videos“.

Kurz und knapp: Nutzen Sie fremde Bilder, brauchen Sie eine Lizenz vom Urheber oder einer Verwertungsgesellschaft. Nutzungsrechte können Sie auch über Bilderplattformen erwerben, achten Sie hierbei auf die Ausgestaltung.

5. Urheberrecht auf Webseiten und Blogs

Als Websitebetreiber, Agentur oder Webdesigner gibt es für Sie zahlreiche Stolpersteine, die Sie beachten müssen. Daneben ist aber auch wichtig, dass Sie Markenrechte nicht aus den Augen verlieren. So kann zum Beispiel ein Urheber ihnen erlauben, sein Bild zu verwenden. Er kann jedoch selbst dabei Markenrechte verletzen, weil er ein markenrechtlich geschütztes Produkt fotografiert hat. Sie sollten mit Ihrem Kunden klären, dass er nicht gegen Markenrechte verstößt und Sie die Bilder nutzen dürfen.

Eine andere Frage: Haften Sie als Webdesigner oder Agenturinhaber, wenn ein Kunde Ihnen ein Bild zur Verfügung stellt und dabei selbst gegen Urheberrechte verstößt? Die Gerichte vertreten hierzu eine klare Auffassung: Da die Websiteerstellung ein Werkvertrag ist, müssen Sie die Website so bauen, dass keine Gefahr für Abmahnungen besteht.

Deshalb müssen nicht nur für passende Lizenzen Ihrer selbst beigesteuerten Fotos sorgen. Sie müssen auch die Fotos Ihrer Kunden auf Urheberrechte prüfen. Wenn Sie hier auf Nummer Sicher gehen wollen, sollten Sie im Projektplaner genau dokumentieren, dass Ihr Kunde die Nutzungsrechte für die Bilder hat.

Screenshots ohne Erlaubnis sind Tabu!

Als Webdesigner müssen Sie zudem darauf achten, dass Sie keine Screenshots von anderen Webseiten oder aus YouTube ohne Erlaubnis verwenden: Auch diese sind bereits urheberrechtlich geschützt. Gleiches gilt für Vorschaubilder, die Bilderplattformen zur Verfügung stellen: Sie dürfen diese nicht übernehmen, wenn Sie dafür keine Lizenzvereinbarung haben.

Eine Ausnahme: Sie stellen Ihrem Kunden eine Demo-Website bereit, auf die nur er mithilfe eines Passworts zugreifen kann. In die Vorlage bauen Sie Vorschaubilder ein. Wenn Sie den Kunden darauf hinweisen, dass er die Lizenz erwerben muss, bevor die Seite veröffentlicht wird, kann dies zulässig sein.

Verwenden Sie eigene Fotos für die Webseiten Ihrer Kunden, dürfen Sie selbst entscheiden, ob Sie sie mit Ihrem Namen kennzeichnen. Arbeiten Sie mit einer eigenen Agentur zusammen, die Ihnen Bilder liefert, klären Sie, ob Bilderlizenzen vorliegen und ob die Namensnennung geklärt ist. Lassen Sie sich am besten schriftlich versichern, dass alle erforderlichen Nutzungsrechte eingeholt wurden.

Praxis-Tipp

Vereinbaren Sie als Webdesigner mit Ihrem Kunden genau, welche Pflichten Sie haben und wofür Sie haften. Führen Sie dazu ein „Pflichtenheft“. Als eRecht24 Premium Mitglied dokumentieren Sie die Vereinbarung ganz bequem in Ihrem Projekt Planer. Zudem sollten Sie einen Haftungsausschluss vereinbaren. Nutzen Sie hierfür unser Muster „Haftungsausschluss für Kundeninhalte“.

Kurz und knapp: Verwenden Sie Bilder, die Sie nicht selbst erstellt haben, brauchen Sie die Nutzungsrechte. Das gilt genauso für Screenshots, Vorschaubilder sowie für alle Bilder, die Ihnen Ihre Kunden oder begleitende Agenturen zur Verfügung stellen.

6. Videos und Bilder bei Facebook, Insta und Co.

Bei Facebook, Instagram und Co. werden täglich Milliarden Fotos hochgeladen und geteilt. Ein Grund, beim Thema Bilder und Videos auf Social Media genau hinzusehen. Der wichtigste Grundsatz lautet auch hier: Keine Veröffentlichung ohne Einwilligung des Urhebers. Das gilt genauso, wenn Sie schlechte und verwackelte Fotos auf Ihrem Social Media Account teilen wollen – auch diese sind urheberrechtlich geschützt.

Ob das Foto für den privaten Gebrauch geschossen wurde, ist dabei egal. Auch für Screenshots von anderen Webseiten oder von YouTube in Social Media Posts brauchen Sie eine Lizenz. Anders ist es, wenn Sie auf die Inhalte auf einer fremden Website lediglich verlinken oder ein Video einbinden (siehe unten).

Haben Sie die Einwilligung erhalten, dürfen Sie die Fotos im Rahmen der Lizenzvereinbarung nutzen. Verwenden Sie dagegen eigene Fotos, dürfen Sie diese selbstverständlich nutzen. Aber: Sie müssen sich dabei an die oben dargestellten Grundsätze halten:

  • Panoramafreiheit
  • Hausrecht
  • Bildrechte

Posten Sie bei Instagram, Facebook und Co. Bilder, müssen Sie auch hier direkt ober- oder unterhalb den Urheber nennen. Ein Hinweis im Impressum reicht nicht aus. Das gilt auch für Bilder von Fotoplattformen. Detailinfos zum Urheberrecht bei Social Media und alles andere wichtige, was Sie bei Social Media rechtlich bedenken müssen, können Sie sich als eRecht24 Premium Mitglied in unserer Webinaraufzeichnung „Rechtssicheres Social Media Marketing“ anschauen.

Sören Siebert
Sören SiebertRechtsanwalt

Kurz und knapp: Haben Sie eine eigene Fanpage oder betreuen Sie als Webdesigner oder Agentur Social Media Profile Ihrer Kunden, müssen Sie auch hier für Bilder das Einverständnis des Urhebers einholen und den Urheber nennen. Gleiches gilt für Screenshots, Vorschaubilder von Bilderplattformen und „schlechte“ Bilder. 

7. Urheberrecht und DSGVO – Datenschutz beachten

Wenn Sie Bilder veröffentlichen, müssen Sie nicht nur das Urheberrecht beachten. Sie verarbeiten auch personenbezogene Daten, wenn auf den Bildern Personen erkennbar sind. In diesem Fall ist die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) anwendbar und Sie brauchen eine Rechtsgrundlage.

Sie müssen also theoretisch die Einwilligung der Person einholen, die auf dem Foto abgebildet ist. Anders ist das, wenn Sie Bilder verwenden, die der Fotograf im Auftrag und mit Einwilligung der Personen erstellt hat. Das gilt zum Beispiel, wenn er Hochzeitsfotos geschossen oder ein Model abgelichtet hat. Überträgt er ihnen die Nutzungsrechte, klärt er im Zweifel die Einwilligung mit den betroffenen Personen in die Weitergabe an Sie ab. Haben Sie Zweifel, bitten Sie den Fotografen um Nachweis der Einwilligung.

Nach der DSGVO müssen Sie folgendes beachten: Fordert die abgebildete Person Sie dazu auf, müssen Sie sie nach DSGVO informieren, zu welchem Zweck die Fotos angefertigt wurden und wer Ansprechpartner bei Datenschutzfragen ist. Ignorieren Sie diese Aufforderung nicht, auch wenn Sie vom Urheber die Nutzungsrechte für das Foto haben.

Aufpassen müssen Sie auch bei Fotos mit Kindern. Sind Personen unter 16 Jahren abgebildet, brauchen Sie die Einwilligung beider Elternteile. Sollten Sie zum Beispiel einen Fototermin mit einem Kind planen, fordern Sie vorab ein schriftliches Einverständnis von Mutter und Vater ein.

Die DSGVO ist dagegen in folgenden Fällen nicht anwendbar:

  • Privates Umfeld: Sie erstellen die Fotos im privaten oder familiären Umfeld und nutzen diese auch nicht im öffentlichen Bereich.
  • Keine Person: Auf dem Bild ist gar keine Person zu erkennen.
  • Nicht identifizierbar: Niemand könnte die Person erkennen, weil das Gesicht nicht erkennbar ist und keine anderen Merkmale zu sehen sind, die nur der Person zuzuordnen sind.
  • Nicht digital: Das Foto ist nur analog verfügbar.

Neben den Regeln für Bilder laut DSGVO gelten die Grundsätze für Bildrechte nach dem Kunsturhebergesetz (siehe oben). Zudem liegt eine automatische Einwilligung vor, wenn der Abgebildete eine Vergütung erhält.

Praxis-Tipp

Nutzen Sie einen Online-Dienstleister, bei dem Sie Fotos downloaden, schließen Sie mit diesem eine Auftragsverarbeitung. Hier verpflichtet sich der Anbieter, die Vorschriften der DSGVO einzuhalten. Sie sind bereits eRecht24 Premium Kunde? Dann nutzen Sie dazu unseren Mustervertrag zur Auftragsverarbeitung.

Kurz und knapp: Sobald eine Person identifizierbar ist, brauchen Sie eine Einwilligung nach der DSGVO. Das gilt unabhängig vom Urheberrecht und den Bildrechten nach KUG.

8. Darf ich Logos bekannter Firmen nutzen?

Sie möchten ein YouTube-Logo verwenden, um ein Video einzubinden oder mit einem Facebook-Logo auf Ihre Fanpage verweisen? Dann prüfen Sie erst einmal, ob das Unternehmen dies in seinen Bedingungen zulässt. Denn zwar ist es in der Regel positiv für die Unternehmen, wenn Sie ihre Logos verbreiten. Doch in einigen Fällen kann das auch unerwünscht sein, zum Beispiel, wenn Sie das Logo mit einer negativen Bewertung verbinden. Detaillierte Infos zu dem Thema lesen Sie unter „Logos auf Webseiten nutzen“.

Aus diesem Grund haben insbesondere bekannte Firmen wie Facebook, Twitter oder YouTube auf Ihrer Homepage Bedingungen festgelegt, unter denen Sie das Logo nutzen dürfen. Und diese sind mitunter sehr streng. Beispiele:

  • Twitter: Twitter gibt verschiedene Logos unter Icons vor. In den Nutzungsbedingungen legt das Unternehmen unter anderem fest, welche Farbe das Logo haben muss und dass es einen angemessenen Abstand zu anderen Grafiken und Texten haben muss. Außerdem soll durch das Logo die Lesbarkeit nicht beeinträchtigt werden. Die Bedingungen können Sie hier nachlesen: Twitter External Brand Guidelines
  • Facebook/Meta: Meta gibt vor, dass Sie eine Genehmigungsanfrage stellen müssen, wenn Sie Marken-Assets für folgende Bereiche verwenden wollen: Marketing oder Werbung im TV oder online, Bücher, Theaterstücke, TV-Shows und Filmskripte, Gedruckte Verpackungen. Für alle anderen Marketingkarten brauchen Sie keine Genehmigung. Die Logos müssen aber innerhalb der Richtlinie der Website verwendet werden. Die einzelnen Logos und Bedingungen für Meta, Facebook, Messenger, Instagram, WhatsApp, Oculus, Workplace und Portal finden Sie hier: Ressourcen für Marken (facebook.com)
  • YouTube: Besonders streng sind die Grundsätze für die Verwendung der YouTube-Marke. Dort sind bis ins kleinste Detail Vorgaben für Größe, Farbe, Abstand geregelt und man unterscheidet auch danach, ob es in Social Media genutzt wird. Für jegliche Verwendung von YouTube-Markenelementen wird eine besondere Genehmigung gefordert, die in englischer Sprache über das Antragsformular zur Markenverwendung zur Überprüfung eingereicht werden muss. Mehr Infos hier: YouTube Brand-Resources

Praxis-Tipp

Lassen Sie die Bedingungen nicht zu, dass Sie das Logo wie geplant nutzen oder gibt es überhaupt keine Bedingungen, holen Sie die ausdrückliche Einwilligung des Unternehmens ein. Bekommen Sie keine Rückmeldung, lassen Sie das Logo lieber weg, um teure Abmahnungen zu vermeiden. Ihr Vorteil als eRecht24 Premium Kunde: Diesen und weitere 7 Punkte, die Sie zu Bildrechten im Internet wissen müssen, lesen Sie anschaulich und bündig zusammengefasst in unserem eBook „Bildrechte im Internet in 8 einfachen Schritten“.

Kurz und knapp: 

Logos bekannter Firmen dürfen Sie in vielen Fällen ohne Erlaubnis nutzen. Sie müssen sich aber an die jeweiligen, teils sehr strengen Nutzungsbedingungen halten.

9. Was Sie beim Video Embedding und Co. beachten müssen

Bisher haben wir uns mit dem „klassischen“ Weg beschäftigt, wie Sie Bilder auf Ihre Website bringen: Sie laden die Fotos, Videos oder Texte auf Ihrem Server hoch und veröffentlichen sie dann auf Ihrer Website oder der Ihres Kunden. Daneben gibt es aber noch einen zweiten, immer gängigeren Weg: Indem Sie Videos und andere Inhalte, die anderen Nutzer bereits beispielsweise bei YouTube eingestellt haben, teilen oder einbetten.

Embedding heißt, sie binden fremde Inhalte auf Ihrer Website oder Ihrem Profil so ein, sodass der Nutzer sie direkt auf Ihrer Seite anschauen kann. Man spricht hierbei auch vom Sharing bei Facebook, Twitter und Co. Framing ist ähnlich, jedoch unterteilen Sie dabei Ihre Website in mehrere Frames, in denen verschiedene Inhalte dargestellt werden.

Wenn Sie dagegen Inhalte verlinken, muss Ihr Besucher Ihre Seite verlassen und eine fremde Homepage aufrufen, um den Inhalt zu betrachten. Allen Formen gemeinsam ist, dass Sie keine Dateien kopieren bzw. herunterladen, abspeichern und wieder hochladen. Vielmehr bleibt die Originaldatei, wo sie ist, z.B. auf dem Server von YouTube.

Embedding ohne Erlaubnis?

Die gute Nachricht: Sie dürfen Videos grundsätzlich ohne Erlaubnis des Urhebers laut Urheberrecht per Embedding oder Framing auf Ihrer Website einbinden. Voraussetzung ist allein, dass der Urheber das Video frei zugänglich bei YouTube und Co. veröffentlicht hat. Schließlich können Nutzer das Video auch von der Ursprungsseite aufrufen und dort wird die Teilen-Funktion angeboten.

Ausnahme: Der Urheber hat den Zugang technisch auf einen begrenzten Personenkreis beschränkt, zum Beispiel durch Eingabe eines Passwortes oder Einbauen einer Paywall. Möchten Sie ein solches Video einbetten, müssen Sie auch auf Ihrer Website den Zugang beschränken.

Binden Sie ein Video auf Ihrer Seite ein, das bereits auf der Ursprungsseite ohne Zustimmung veröffentlicht wurde, haben Sie ein Problem. Denn Sie haften für eingebettete, rechtswidrig eingestellte Inhalte. Weil Sie Unternehmer sind, wird dann vermutet, dass Sie von der fehlenden Erlaubnis wussten. Enthaften können Sie sich nur, indem Sie nachweisen, dass Sie sich vorher ausreichend von der Rechtmäßigkeit vergewissert haben.

Seien Sie besonders vorsichtig bei „gefahrgeneigten Quellen“ wie Seiten, die sonst nur kostenpflichtige Software anbieten. Stellen Sie im Zweifel die Inhalte so dar, dass deutlich wird, dass es nicht Ihre eigenen Inhalte sind. Sie möchten mehr zum Thema Urheberrecht erfahren? Wenn Sie sich für eRecht24 Premium entscheiden, können Sie sich in unserer Webinaraufzeichnung „Urheberrecht und Bildrechte“ anschauen.

Sören Siebert
Sören SiebertRechtsanwalt

Kurz und knapp: Laden Sie Inhalte selbst hoch, brauchen Sie dafür eine Lizenz. Binden Sie dagegen fremde Video, Bilder und Texte ein, die andere hochgeladen haben, dürfen Sie das ohne Erlaubnis tun. Aber: Sie müssten streng genommen auch den Urheber benennen.  

10. Urheberrechtsverletzungen und Abmahnungen

Sie haben Bilder verwendet, ohne den Inhaber des Urheberrechts zu fragen, und haben nun eine Abmahnung im Briefkasten? Dann kann es teuer werden. Hier die Ruhe zu bewahren, aber die Abmahnung auf keinen Fall zu ignorieren, ist jetzt das A und O.

Abmahnungen können unterschiedliche Gründe haben:

  • Sie haben Bilder irgendwo „kopiert“, ohne Nutzungsrechte zu haben
  • Sie haben Ihre Rechte überschritten
  • Sie haben Bilder mit Personen veröffentlicht, ohne dass diese einverstanden waren
  • Sie haben sich bei Kunden nicht ausreichend abgesichert, dass die von ihnen erhaltenen Bilder lizenziert waren
  • Sie haben den Urheber des Fotos nicht genannt

Ein Unsicherheitsfaktor im Urheberrecht ist in diesem Zusammenhang auch die „Rechtekette“:

  1. Ein Fotograf erstellt ein Foto und räumt einer Agentur Nutzungsrechte daran ein.
  2. Diese wiederum übertragt Nutzungsrechte an eine Fotoplattform.
  3. Das Foto lädt ein Webdesigner von dieser Plattform herunter und baut es in die Website für einen Seitenbetreiber ein.

Auf diesem Weg kann es im Urheberrecht zu Rechtsverlusten kommen: Wurde irgendwo eine Lizenz nicht eingeräumt oder überschritten, lastet dem Foto dieser Makel bis zum Ende seines Weges an. Ab diesem Zeitpunkt fehlt eine wirksame Lizenz – und hierfür kann jeder, der danach in der Kette folgt, in Anspruch genommen werden. Bis zu Ihnen als Agentur, Webdesigner oder Seitenbetreiber. Der Urheber hat als Verletzter nach § 97 UrhG einen Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz.

So gehen Sie bei einer Abmahnung wegen einer Urheberrechtsverletzung vor

Je nach Schwere der Urheberrechtsverletzung kann eine Abmahnung sehr teuer werden: Zu den Abmahnkosten kommen die Kosten für einen Anwalt, Schadensersatz wegen der fehlenden Lizenz (fiktive Lizenzgebühr) sowie der fehlenden Urhebernennung. Sie zahlen zudem eine Vertragsstrafe, wenn Sie gegen die Unterlassungserklärung verstoßen und das Bild nicht von Ihrem Server löschen.

Nutzen Sie zum Beispiel zwei Jahre lang fünf Bilder, die Sie aus der Google Bildersuche gestohlen haben, können auf Sie Gesamtkosten von 12.500 Euro zukommen.

Wenn Sie abgemahnt werden, sollten Sie das Schreiben in Ruhe prüfen. Haben Sie Zweifel daran, dass der echte Urheber Sie abgemahnt hat, bitten Sie ihn um einen entsprechenden Nachweis. Holen Sie sich auch Hilfe von einem Anwalt für Urheberrecht. Dieser erkennt schnell, ob eine Unterlassungserklärung zu weit gefasst ist und erstellt eine abgeschwächte Version. Bevor Sie diese modifizierte Unterlassungserklärung abgeben, sollten Sie die Bilder löschen. Achten Sie dabei auf folgendes:

  • Deaktivierung: Es reicht nicht aus, eine Verlinkung zu deaktivieren.
  • Server: Löschen Sie das Bild komplett vom Server.
  • Cache: Löschen Sie auch den Cache bei Google und Co.
  • Mitarbeiter: Haben Sie Mitarbeiter, die die Bilder ebenfalls verwenden, informieren Sie diese unbedingt.

Praxis-Tipp

Um keine Abmahnung zu riskieren, sorgen Sie rechtzeitig vor. Sprechen Sie immer mit Ihrem Vertragspartner über den Umfang der Nutzungsrechte, die ihm eingeräumt wurden. Lassen Sie sich diese im Zweifelsfall belegen. Sie sind sich nicht sicher, ob Ihre Website abmahngefährdet ist? Als eRecht24 Premium Kunde können Sie ganz einfach und bequem unseren Abmahncheck nutzen. Mit eRecht24 Premium können Sie außerdem in unserer Checkliste „Bilder und Blogs – So reagieren Sie richtig auf eine Abmahnung“ bequem nachlesen.

Kurz und knapp: Die Kosten für eine Abmahnung hängen von der Schwere des Verstoßes gegen das Urheberrecht ab. Websitebetreiber, Agenturen und Webdesigner sollten auf jede Abmahnung reagieren, aber nicht vorschnell die Unterlassungserklärung unterschreiben. Oft räumt diese dem Abmahner zu viele Rechte ein.

Weiterführende Informationen

Rechtsgrundlagen:

Urheberrecht: 
Geschützte Werke: § 2 UrhG

Urheberpersönlichkeitsrecht:  
Recht auf Namensnennung: § 13 UrhG

Verwertungsrechte: 
Vervielfältigung: § 16 UrhG 
Verbreitung: § 17 UrhG 
Öffentliche Zugänglichmachung: § 19a UrhG

Panoramafreiheit: § 59 UrhG

Recht am eigenen Bild: §§ 22, 23 KUG

DSGVO:  
Definition personenbezogene Daten: Artikel 4 DSGVO 
Rechtmäßigkeit der Verarbeitung: Artikel 6 DSGVO

 

Weiterführende Tools:

  • Mit dem Online-Tool Tineye(Link zu https://tineye.com/) können Sie herausfinden, ob Ihr Bild im Internet noch einmal verwendet wird und so Verletzungen Ihrer Urheberrechte aufdecken. Eine weitere Funktion: Sie können sich benachrichtigen lassen, wenn eines Ihrer Bilder im Netz auftaucht.
  • Ein weiteres Tool, über das Sie herausfinden können, ob Ihre Bilder verwendet werden, ist Copytrack
  • Zudem gibt es kostenpflichtige Tools wie Digimarc, über die Sie unsichtbare Wasserzeichen in Ihre Bilder einsetzen lassen können. Über eine Benachrichtigungsfunktion erfahren Sie sofort, ob das Exemplar irgendwo erneut auftaucht. Das Tool ist besonders geeignet für Stock-Fotografen, die hunderte von Bildern ins Netz stellen.
  • Mit dem Tool Copyscape können Sie Plagiate Ihrer Texte im Netz finden: Hierzu können Sie Ihren Text oder Ihre Datei eingeben. Im Anschluss wird das Internet nach Kopien Ihrer Texte gescannt.

FAQ: Urheberrecht und verwandte Schutzrechte

Haben Facebook und Instagram die Rechte an meinen Bildern?

Posten Sie auf Facebook oder Instagram Fotos oder Videos, dann räumt sich Meta die Nutzungsrechte an Ihren Werken ein. Das bedeutet, dass das Unternehmen die Fotos und Videos weltweit verbreiten, verwenden und kommerziell nutzen darf – so steht es in den AGB.

Erlischt das Nutzungsrecht, wenn ich meine Bilder auf den sozialen Netzwerken lösche?

Nein. Wurden die Inhalte bereits verbreitet, behält Meta die Nutzungsrechte an Ihren Bildern. Zudem werden für einen unbestimmten Zeitraum Kopien Ihrer Bilder, Texte und Videos angefertigt.

Sind bei WhatsApp meine Bilder sicher?

Jein. Hier sind die AGB nicht eindeutig formuliert. In den Nutzungsbedingungen von WhatsApp heißt es: „Damit wir unsere Dienste betreiben und bereitstellen können, gewährst du WhatsApp eine weltweite, nicht-exklusive, gebührenfreie, unterlizenzierbare und übertragbare Lizenz zur Nutzung, Reproduktion, Verbreitung, Erstellung abgeleiteter Werke, Darstellung und Aufführung der Informationen (einschließlich der Inhalte), die du auf bzw. über unsere/n Dienste/n hochlädst, übermittelst, speicherst, sendest oder empfängst.“

Das bedeutet, dass Sie WhatsApp erlauben, die Inhalte (Bilder, Sprachnachrichten, Texte) für interne Zwecke zu verwenden. Wofür Ihre Inhalte verwendet werden, ist nicht ganz deutlich. WhatsApp selbst gibt in den Nutzungsbedingungen an, dass die Inhalte nur zwischenzeitlich für 30 Tage auf den Servern gespeichert werden, falls sie nicht direkt an den Empfänger zugestellt werden können. Außerdem diene die Speicherung ausschließlich der Funktionalität des Nachrichtendienstes.

Caroline Schmidt
Caroline Schmidt

Caroline Schmidt ist Online-Redakteurin und bei eRecht24 für Content und SEO zuständig. Als Legal Writer kümmert sie sich um die Aktualisierung bestehender Beiträge und bereitet sowohl alte als auch neue Texte verständlich auf. Nach ihrem Studium der Medienbildung konnte sie bereits erste redaktionelle Erfahrung in verschiedenen Rechtsgebieten z. B. Arbeits-, Verkehrs- und Familienrecht sammeln.

Rechtsanwalt Sören Siebert
Sören Siebert
Rechtsanwalt und Gründer von eRecht24

Rechtsanwalt Sören Siebert ist Gründer von eRecht24 und Inhaber der Kanzlei Siebert Lexow. Mit 20 Jahren Erfahrung im Internetrecht, Datenschutz und ECommerce sowie mit mehr als 10.000 veröffentlichten Beiträgen und Artikeln weist Rechtsanwalt Sören Siebert nicht nur hervorragende Fach-Expertise vor, sondern hat auch das richtige Gespür für seine Leser, Mandanten, Kunden und Partner, wenn es um rechtssichere Lösungen im Online-Marketing und B2B / B2C Dienstleistungen sowie Online-Shops geht. Neben den zahlreichen Beiträgen auf eRecht24.de hat Sören Siebert u.a. auch diverse Ebooks und Ratgeber zum Thema Internetrecht publiziert und weiß ganz genau, worauf es Unternehmern, Agenturen und Webdesignern im täglichen Business mit Kunden ankommt: Komplexe rechtliche Vorgaben leicht verständlich und mit praktischer Handlungsanleitung für rechtssichere Webseiten umsetzen.


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