Datenschutzerklärung für MyFonts

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MyFonts stellt lizensierte Schriftarten zur Verfügung, die Unternehmen auf ihrer Webseite einbinden können. MyFonts verfügt über mehr als 100.000 Einzelfonts. Damit ist der Anbieter einer der größten Schriften-Webshops der Welt. Er führt unter anderem Schriften namhafter Schrifthersteller sowie von unabhängigen Schriftgestaltern.

 

Für MyFonts benötigen Sie einen Passus in Ihrer Datenschutzerklärung

Datenschutzerklärung kostenlos erstellen

 

Warum ist MyFonts datenschutzrechtlich relevant?

MyFonts verpflichtet seine Kunden dazu, ein Page-View-Tracking durchzuführen. Unternehmen müssen dazu die Aufrufe ihrer Webseite zählen und diese an den MyFonts-Server weiterleiten. Dabei erfährt MyFonts unter anderem auch die IP-Adresse und technische Daten des Endgeräts der Webseitenbesucher.

Dabei handelt es sich zum Teil um personenbezogene Daten. Um diese erheben, speichern und weitergeben zu dürfen, müssen Seitenbetreiber verschiedene Pflichten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) beachten.

MyFonts datenschutzkonform verwenden

Um MyFonts datenschutzkonform zu verwenden, müssen Unternehmen diesen Anforderungen nachkommen:

Vertrag zur Auftragsverarbeitung schließen

Geben Seitenbetreiber personenbezogene Daten an Dritte weiter, müssen sie mit diesem einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AV-Vertrag) schließen. Das schreibt Artikel 28 DSGVO vor. Bei MyFonts geben Seitenbetreiber unter anderem die IP-Adresse an den Anbieter weiter. Sie müssen daher mit diesem daher einen AV-Vertrag aufsetzen, der erklärt,

  • welche Userdaten MyFonts speichert,
  • wie lange der Anbieter diese Daten speichert,
  • warum er die Daten speichert und
  • welche Rechte und Pflichten die Verantwortlichen haben.

Datenschutzerklärung anpassen

Unternehmen erheben personenbezogene Daten, wenn sie eine von MyFonts angebotene Schriftart auf ihrer Webseite verwenden. Sie geben diese Daten an den Anbieter in den USA weiter. Das müssen sie in ihrer Datenschutzerklärung angeben. Dabei sollten sie Nutzer auch auf die Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbestimmungen von MyFonts verweisen. User können sich dann selbst ein Bild machen, was mit ihren Daten in den USA passiert.

Darüber hinaus müssen Seitenbetreiber in ihrer Datenschutzerklärung anführen, dass sie mit MyFonts einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung geschlossen haben. In diesem Kontext sollten sie erwähnen,

  • warum sie personenbezogene Daten erheben,
  • wie lange sie diese Daten speichern wollen,
  • welche Rechtsgrundlage das erlaubt (Art. 6 Abs. 1 DSGVO) und
  • dass Nutzer der Datenverarbeitung jederzeit widersprechen können.

Seitenbetreiber sollten zudem jeden Hinweis auf den Privacy Shield aus ihrer Datenschutzerklärung herausnehmen. Denn: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat diesen für unwirksam erklärt.

Standardvertragsklauseln prüfen

Unternehmen können personenbezogene Daten aktuell nur rechtssicher in die USA versenden, wenn sie das auf Basis gültiger Standardvertragsklauseln vornehmen. Der EuGH gibt dafür vor, dass in dem Zielland ein ähnliches Datenschutzniveau wie in der EU herrschen muss. In den USA ist das derzeit nicht der Fall, so das Ergebnis des EuGH. Es ist daher aktuell unklar, ob Unternehmen rechtssicher personenbezogene Daten an MyFonts weiterleiten können.

Rechtsprechung zu MyFonts

Am 16.07.2020 kam der EuGH zu dem Schluss: Der Privacy Shield, der bisher als rechtliche Grundlage für Datentransfers zwischen den USA und der EU gedient hat, ist unwirksam (Az. C-311/18). Das heißt für Unternehmen: Sie können sich nicht mehr auf den Privacy Shield berufen, wenn sie personenbezogene Daten in die USA versenden wollen. Auf welcher rechtlichen Basis das derzeit möglich ist, ist unklar.

Unternehmen, die keinen AV-Vertrag schließen, wenn sie personenbezogene Daten an einen Dritten weitergeben, müssen mit einem Bußgeld rechnen. Das kann bei bis zu 10 Millionen Euro oder 2 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes liegen. Ein Versandunternehmen musste bereits ein Bußgeld in Höhe von 5.000 Euro bezahlen. Der Grund: Das Unternehmen hatte es versäumt, mit einem beauftragten Dienstleister, der Zugriff auf personenbezogene Daten erhalten hatte, einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung zu schließen.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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