Soziale Netzwerke: So viele Posts löschen Facebook und Co.

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Im Mai 2016 hatte die EU-Kommission mit sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und YouTube einen freiwilligen Verhaltenskodex vereinbart. Dieser regelt, dass die Netzwerke Hate Speech von ihren Plattformen löschen. Die Kommission prüft seitdem regelmäßig, wie sie mit beanstandeten Beiträgen umgehen. Im Dezember 2016 löschten Facebook und Co. noch relativ wenige Posts. Seit 2017 entfernten sie jedoch sehr viele der beanstandeten Inhalte. Wie ist der Stand heute?

Diese Netzwerke haben die meisten Beschwerden

Der aktuelle Bericht zum Löschverhalten der Plattformen untersuchte gut 4.300 Hinweise aus 24 EU-Ländern. Mehr als die Hälfte der Beschwerden ging bei Facebook ein (rund 2.348). Danach folgen Twitter (1.396), YouTube (464) und Instagram (109).

Wie viele Posts löschen die sozialen Netzwerke?

Im Durchschnitt bearbeiteten die Netzwerke 90,4 Prozent der Beschwerden innerhalb von 24 Stunden. 71 Prozent der beanstandeten Beiträge löschten sie, 29 Prozent blieben online. Damit änderten sich die Werte im Vergleich zu den beiden Vorjahren nur wenig.

In Deutschland löschten Facebook, YouTube, Twitter und Co. weniger Posts als in den Vorjahren. So nahmen sie im Dezember 2017 noch alle Beiträge offline. Im Dezember 2019 waren es nur noch 76,6 Prozent. Die Zahlen für Deutschland sind jedoch nur wenig aussagekräftig. Sie basieren lediglich auf gut 60 Hinweisen.

Bei den Netzwerken unterscheiden sich die Löschquoten stark. So entfernte Facebook 87,6 Prozent der beanstandeten Posts. YouTube nahm 79,9 Prozent offline. Twitter kommt auf eine Löschquote von 35,9 Prozent. Instagram entfernte 42 Prozent.

EU-Kommission kritisiert nationale Regelungen

Neben dem freiwilligen Verhaltenskodex haben einige EU-Länder zusätzlich eigene Gesetze erlassen. So gilt in Deutschland das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG). Die EU-Kommission billigte das Gesetz. Es beklagte jedoch kürzlich eine unkontrollierte Regulierungswut.

Fazit

Die EU-Kommission arbeitet derzeit an dem sogenannten Digital Services Act. Dieser soll europaweit einheitlich vorgeben, wie Netzwerke mit beanstandeten Beiträgen umgehen sollen. Dabei will die Kommission die Erfahrungen aus dem Verhaltenskodex nutzen, um das neue Digital-Gesetz zu schaffen.

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