Influencer-Urteil: Pamela Reif muss Unternehmenslinks als Werbung kennzeichnen

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Egal, ob sie dafür Geld bekommt oder nicht: Wenn die erfolgreiche Instagrammerin Pamela Reif in ihren Posts auf Herstellerseiten verlinkt, dann handelt sie als Geschäftsfrau. Die Tap Tags steigern nicht nur ihren eigenen Marktwert, sondern auch die Nachfrage nach einzelnen Produkten. So jedenfalls sieht es das Oberlandesgericht Karlsruhe. Die Sache könnte nun vor dem BGH landen.

„Tap Tags“ zum Produzenten

Das OLG (Az. 6 U 38/19) hat damit das Urteil der Vorinstanz bestätigt (LG Karlsruhe, Az. 13 O 38/18 KfH). Dabei ging es um drei Posts auf dem Account der Influencerin, die mit sogenannten Tap Tags versehen waren. Das heißt: Beim Antippen des Fotos erschienen Schriftzüge der Hersteller, die zu deren Instagram-Accounts führten. Reif hatte die Beiträge allerdings nicht als Werbung gekennzeichnet. Ihre Begründung: Keines der Unternehmen habe für die Hinweise bezahlt. Sie informiere damit lediglich ihre Follower, die regelmäßig nach Bezugsquellen für gezeigte Produkte fragten.

Handeln Influencer immer kommerziell?

Dennoch stellten die Tap Tags eine geschäftliche Handlung dar, entschied nun das Gericht. Und zwar in zweierlei Hinsicht: Reif fördere damit den Absatz der Unternehmen und werte gleichzeitig ihr eigenes Image als Influencerin auf.

Wann ist die Werbe-Kennzeichnung notwendig?

Den kommerziellen Hintergrund der drei fraglichen Beiträge hätte Reif deshalb auch deutlich machen müssen. Ihren Anhängern sei zwar grundsätzlich klar, dass die Influencerin mit ihrem Account wirtschaftliche Zwecke verfolge. Gleichzeitig aber werde sie als „authentisch“ und „eine von ihnen“ wahrgenommen. Das Gericht sprach von einer „Gemengelage“ aus privatem Erscheinungsbild einerseits und kommerziellen Interessen andererseits. Die Folge sei eine Intransparenz, aus der sich eine klare Pflicht für die Instagrammerin ergebe: Sie müsse deutlich machen, an welchen Stellen sie objektiv fremden Wettbewerb fördere – auch wenn kein Geld für die Tap Tags fließe.

Fazit

Während einige Gerichte den Hashtag #Werbung bei bekannten Influencern für überflüssig halten, kommt das OLG Karlsruhe bei Pamela Reif zu einem anderen Ergebnis. Es bezieht sich dabei allerdings ausdrücklich nur auf die Kennzeichnungspflicht von Tap Tags zu Unternehmensseiten. Und auch hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Das Gericht hat die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen. Angesichts der unterschiedlichen Entscheidungen in ähnlichen Fällen sei eine höchstrichterliche Klärung notwendig.

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