Alle Jahre wieder: Weihnachtskarten & die DSGVO - gehen Geschäftspartner leer aus?

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Nicht nur der Spekulatius liegt schon in den Regalen der Supermärkte, auch in den Unternehmen jeder Größenordnung laufen die Vorbereitungen auf die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel an. Auf die alljährlich verschickten Mailings in Form von Weihnachtskarten oder Weihnachtsbriefen an Lieferanten und Geschäftspartner fällt in diesem Jahr allerdings der Schatten der DSGVO – hier befürchten insbesondere Marketingprofis, dass der Datenschutz den netten Grüßen aus der Unternehmensführung ein Ende bereitet hat.

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Die DSGVO gilt nicht nur für digitale Daten

Wer denkt, dass die DSGVO für gedruckte Briefe, Karten o. ä. nicht gilt, der irrt: Auch analoge Daten fallen in den Schutzbereich der Datenschutzgrundverordnung und können demnach ebenso rechtliche Schwierigkeiten auslösen. Das gilt nicht nur für klassische Mailings oder Flyer, sondern gerade auch für Verträge in Papierform, Lieferscheine, Stundenzettel oder Zeitnachweise sowie Personalbögen. Auch diese Dokumente sammeln personenbezogene Daten i. S. d. DSGVO und lösen somit die damit verbundenen Pflichten aus.

Um im analogen Bereich den erforderlichen Datenschutz bestmöglich (und somit rechtlich einwandfrei) umzusetzen, ist ein funktionierendes Dokumentationssystem unerlässlich: Nur dieses gewährleistet die rechtssichere Handhabung der erhobenen Daten und schützt diese vor Missbrauch und unbefugtem Zugriff.

Postalische Werbebriefe sind auch nach DSGVO weiterhin erlaubt

Traditionelle Werbebriefe sind selbst im digitalen Zeitalter eine gern genutzte Alternative zum Marketing durch Werbemails. Sie zeigen eine ähnlich hohe Konversionsrate, weisen aber eine größere Reichweite auf und werden nicht selten sogar aufbewahrt, bis sich der Bedarf nach dem beworbenen Produkt oder der konkreten Dienstleistung ergibt.

Die Datenschutzgrundverordnung findet keine Anwendung, wenn juristische Personen betroffen sind. Das ergibt sich aus Art. 2 Abs. 1 DSGVO i. V. m. Erwägungsgrund 14 . Damit fällt auch der Versand von Werbebriefen bzw. -mitteln an die Adresse einer juristischen Person (ohne weiteren personenbezogenen Bezug) nicht in den Anwendungsbereich der DSGVO. Dies ist bei Grüßen zum Weihnachtsfest aber auch eher unüblich: Hier werden in der Regel persönlich adressierte Wünsche verschickt.

Fazit

Was den Versand von Weihnachtspost angeht, so ist im geschäftlichen Alltag und bei der Kommunikation von Unternehmer zu Unternehmer (englisch: B2B) die Verarbeitungstätigkeit durch den Versender richtigerweise unter Art. 6 I 1 f) DSGVO zu subsumieren – eine Interessenabwägung wird hier regelmäßig zugunsten des Versenders ausfallen. Eine Ausnahme davon ist natürlich immer dann gegeben, wenn Ihr Geschäftspartner der Verarbeitung von personenbezogenen Daten zu Werbezwecken widersprochen hat.

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Kommentare  
Birgit
0 # Birgit 20.12.2018, 19:15 Uhr
Hallo,
mich würde interessieren: Wie verhält es sich denn bei mit der Hand geschriebenen Karten bei der Versendung an Netzwerkpartner, bei denen die Adressen aus einer unsortierten Sammlung von Visitenkarten oder aus dem Webimpressum abgeschrieben und nicht in irgendeiner Form (Liste etc.) archiviert werden?
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Sabine
+1 # Sabine 12.12.2018, 10:27 Uhr
Hallo eRecht24 Team,

ist es denn erforderlich auf der Weihnachtskarte einen Hinweis auf die Rechtsgrundlage Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. f DSGGVO und auf das Widerspruchsrecht gem. Art. 21 DSGVO schreiben?
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