Datenschutz: Apple speichert Sehgewohnheiten bei Apple TV

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Wer zu Hause einen Apple TV nutzt, der macht seine Sehgewohnheiten automatisch transparent. Das Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino zeichnet nämlich nicht nur die jeweiligen Serien und Spielfilme auf – sondern protokolliert auch, mit welchem Gerät die Wiedergabe durchgeführt wird und an welchen Stellen der User eine Pause einlegt oder womöglich die Wiedergabe komplett stoppt.

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Sehgewohnheiten werden über die Apple-ID gespeichert

Die Sehgewohnheiten über den Apple TV werden dabei explizit der jeweiligen Apple-ID des Users zugeordnet und gespeichert – dies lässt sich auch den aktuellen Datenschutzbestimmungen zur TV-App entnehmen. Ebenfalls Gegenstand der Speicherung: Informationen über das Gerät, Version des Betriebssystems und technische Gerätedaten wie beispielsweise der verfügbare Speicherplatz.
Wichtig aus datenschutzrechtlichen Überlegungen heraus: Nicht personenbezogene Daten kann das Unternehmen gemäß den eigenen Datenschutzbedingungen auch mit Dritten teilen – so zum Beispiel im Rahmen von Werbung und den entsprechenden Maßnahmen.

User haben die Möglichkeit, den Wiedergabeverlauf zu löschen

User, die eine derartige Transparenz nicht wünschen, haben die Option, über die Einstellungen die Personalisierung der Inhalte abzuschalten. Ebenfalls ist es möglich, den Wiedergabeverlauf zu löschen – hierdurch wird ebenfalls die Verknüpfung mit der Apple-ID beseitigt. Allerdings behält sich Apple vor, einzelne Datensätze eben doch zu speichern: Dies geschehe nach offiziellen Informationen aber aus lizenz- und berichtsrelevanten Gesichtspunkten heraus.

Keine Bildung von Nutzerprofilen über mehrere Dienste hinaus

Die Datensammlung soll nicht dazu dienen, Nutzerprofile anzulegen, in die gleich mehrere Dienste einfließen. Dies spricht Apple explizit auch auf der eigenen Datenschutzseite an. Dennoch stellt sich berechtigterweise die Frage, ob das Vorgehen auch angesichts der Vorschriften aus der Datenschutzgrundverordnung (kurz: DSGVO) rechtlich unbedenklich ist. Hierbei steht vor allem im Vordergrund, dass die Zuordnung von Profilen zu den jeweiligen Datensätzen nicht in pseudonymisierter Form erfolgt – werbetreibende Dritte erhalten im Gegenteil die gesamten Profildaten des jeweiligen Users.

Fazit

Fraglich ist nach wie vor, wozu die Datenerhebung in der beschriebenen Form überhaupt notwendig sein soll. Die Antwort darauf bleibt Apple schuldig – liegt aber auf der Hand: Letztendlich geht es um die Möglichkeit, effektives Werbe-Targeting zu betreiben. Dies erfolgt über Banner, die sich an Zielgruppen mit mindestens 5.000 Personen richten. Usern wird empfohlen, das Anzeigen von personalisierter Werbung zu deaktivieren – und ebenso das Löschen des Wiedergabeverlaufs regelmäßig durchzuführen.

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