Sicherheitsrisiko: Kaum Datenschutz beim Abhören von Skype-Telefonaten

(2 Bewertungen, 5.00 von 5)

Im vergangenen Sommer sorgte der Umgang der großen IT-Anbieter mit Sprachaufnahmen ihrer Kunden für Empörung. Damals war bekannt geworden, dass die Sprachassistenten von Google, Amazon und Apple Soundbites speicherten und von menschlichen Mitarbeitern auswerten ließen. Nach einem aktuellen Medienbericht verfährt Microsoft mit Skype-Telefonaten immer noch auf diese Weise. Und verletzt dabei sogar einfachste Datenschutz-Grundsätze.

Anzeige

 

Fremde Telefonate im Wohnzimmer überprüft

Die neuen Erkenntnisse stammen von einem britischen Staatsbürger, der in Peking englische Sprachaufnahmen für Microsoft ausgewertet hat. Innerhalb von zwei Jahren lud er angeblich Tausende Ton-Dateien herunter. Und das nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch auf seinem persönlichen Laptop im privaten Home-Office. Dem britischen Guardian erklärte der Whistleblower, dass schon beim Anwerben von Mitarbeitern keinerlei Sicherheitsaspekte beachtet würden. Das Einzige, wonach man ihn bei der Einstellung gefragt habe, sei seine Bankverbindung gewesen.

Zugangsdaten in Klartext gemailt

Um auf die privaten Gespräche der Skype-User zugreifen zu können, gingen die Auftragnehmer einfach ins chinesische Internet und nutzten eine App im Chrome-Browser. Vorher musste jeder Prüfer eigens einen neuen Microsoft-Account anlegen. Dabei wurde der Nutzername nach einem festgelegten Schema erstellt. Außerdem mussten alle Profile mit demselben vorgegebenen Passwort gesichert werden. Angeblich sollte so der Umgang des Managements mit den Konten erleichtert werden. Bei seiner Neuanmeldung habe jeder Auswerter seinen Usernamen und das Passwort in einer E-Mail zugesandt bekommen. Und zwar in Klartext.

Fehlauslöser und private Details

Anfangs habe der Guardian-Informant noch in einem Büro des Auftraggebers gearbeitet, später dann in der eigenen Wohnung. Dabei seien ihm sowohl bewusst geäußerte Sprachbefehle als auch offensichtliche Fehlmitschnitte zu Ohren gekommen. Als Beispiel nannte der Mann Aufnahmen, bei denen es sich möglicherweise um Fälle von häuslicher Gewalt gehandelt habe. Wer außer ihm Ohrenzeuge wurde, schien seine Vorgesetzten nicht zu interessieren. Auch gegen das Weitergeben der Log-In-Daten habe es keinerlei Schutzmaßnahmen gegeben. Nachdem er sich inzwischen selbst mit Cybersecurity befasst habe, könne er den Mangel an Sicherheitsvorkehrungen kaum glauben, so der Whistleblower.

Fazit

Gegenüber dem Guardian hat Microsoft alle Vorwürfe zurückgewiesen. Nach den Berichten über die Abhörpraxis im vergangenen Sommer habe man die Auswertungsprozesse für Skype und Cortana beendet. Weitere Transkriptions- und Verbesserungsmaßnahmen seien in „sichere Einrichtungen“ verlegt worden. Keine davon befinde sich in China.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Captcha Aktualisieren
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Datensicherheit: Unbefugte Zugriffe auf Nintendo-Accounts? Seit Tagen berichten im Netz immer mehr Nintendo-User aus Europa und den USA davon, dass Unbefugte auf ihre Accounts zugreifen. Wie können sich Dritte in die Ko...
Weiterlesen...
DSGVO: 5000 Euro Bußgeld wegen fehlendem Auftragsverarbeitungsvertrag DSGVO: 5000 Euro Bußgeld wegen fehlendem Auftragsverarbeitungsvertrag mit DienstleisterNach und nach nimmt die Rechtsprechung zum Thema DSGVO Fahrt auf. Fehlten...
Weiterlesen...
DSGVO: Umfasst der Auskunftsanspruch auch Kontobewegungen? Mit Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) haben Verbraucher ein Auskunftsrecht. Sie können so erfahren, welche personenbezogenen Daten Unternehmen ...
Weiterlesen...
ePrivacy-Verordnung: Staaten können sich nicht einigen Eigentlich sollte die ePrivacy-Verordnung zusammen mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) starten und so die ePrivacy-Richtlinie aus dem Jahr 2002 ablösen....
Weiterlesen...
DSGVO: Berliner Lieferdienstunternehmen muss 200.000 Euro zahlen Die Delivery Hero Germany GmbH hat über Jahre hinweg Vorschriften zum Datenschutz missachtet. Deshalb hat die Berliner Datenschutzbeauftragte jetzt das bisher h...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren regelmäßigen und kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingDatenschutzRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support