Marriott-Hotels: Nur 20,3 Millionen DSGVO-Bußgeld wegen Corona

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Erneut hat die britische Datenschutz-Aufsicht angesichts der Wirtschaftslage eine angedrohte Geldstrafe deutlich nach unten korrigiert. Ursprünglich hatte man der Hotelkette Marriott eine Buße von 110 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Weil das Unternehmen seine IT nicht ausreichend gesichert hatte, konnten Hacker sensible Daten von 340 Millionen Kunden aus aller Welt auslesen.

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Über Jahre unentdeckt

Aus dem jetzt vorgelegten Abschlussbericht des Information Commissioner’s Office (kurz: ICO) geht hervor, dass sich der Cyber-Angriff bereits im Jahr 2014 ereignete. Wer oder wie viele Täter dabei in die Server eindringen und Malware installieren konnten, ist bis heute unklar. Der damalige Besitzer, die Starwood Hotels & Resorts Worldwide Inc., verkaufte zwei Jahre später an Marriott International. Doch auch der neue Eigentümer entdeckte das Datenleck nicht – trotz der Vorbereitungen auf die Datenschutz-Grundverordnung, die im Mai 2018 Wirksamkeit erlangte. Erst vier Monate später wurde man auf den oder die Täter aufmerksam, die über Jahre hinweg Daten ausgelesen hatten.

339 Millionen Übernachtungsgäste betroffen

Bei der Festlegung des Bußgelds betrachtete die IOC nur die Monate nach der unmittelbaren Anwendbarkeit der DSGVO. Während dieses Zeitraums hat Marriott International demnach versäumt, die persönlichen Daten seiner Kunden angemessen zu schützen. Namen, E-Mail-Adressen, Telefon-Nummern, unverschlüsselte Pass-Nummern und Informationen über An- und Abreisedaten konnten von den Kriminellen abgefischt werden. Auch VIP-Status und Mitgliedsnummer des Treue-Programms lasen die Täter aus. Nach Schätzungen des Unternehmens selbst geht es um 339 Millionen Gäste aus aller Welt, davon rund sieben Millionen aus Großbritannien.

Telefonnummern und Reisedaten

Als das Datenleck im September 2018 entdeckt wurde, habe die Hotelführung umgehend reagiert, heißt es im IOC-Bericht. Zunächst seien die Kunden informiert und in der Folgezeit zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen worden. Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass Reisenden durch den Leak finanzieller Schaden erlitten hätten. Trotzdem seien durch den DSGVO-Verstoß Millionen von Menschen in Sorge versetzt worden, betont das IOC. Die Kunden selbst hätten nachträglich Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, weil Marriott dies versäumt habe. Dennoch beträgt das Bußgeld nur ein Fünftel dessen, was die Datenschutz-Behörde noch im vergangenen Jahr in Aussicht gestellt hatte. Das liegt daran, dass man bei der Festsetzung die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie für das Unternehmen berücksichtigt hat.

Fazit

18,4 Millionen britische Pfund, umgerechnet rund 20,3 Millionen Euro muss Marriott für den mangelhaften Schutz seiner Kundendaten bezahlen. Bereits zum zweiten Mal hat die IOC damit ein angedrohtes Bußgeld wegen der Corona-Krise drastisch reduziert. Eine DSGVO-Strafe für British Airways betrug statt der ursprünglich anvisierten 200 Millionen Pfund letztlich nur ein Zehntel dieses Betrags.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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