Clubhouse: Hamburger Datenschutz-Beauftragter fordert Aufklärung

(1 Bewertung, 5.00 von 5)

Erst eine Abmahnung der Verbraucherzentralen und nun ein Fragenkatalog von HmbBfDI Johannes Caspar: Die datenschutzrechtlichen Grundlagen der angesagten Sprach-Plattform „Clubhouse“ werden von deutscher Seite erneut infrage gestellt. Jetzt sollen die Entwickler der App Stellung nehmen.

Anzeige

EU-Nutzer haben EU-Rechte

Ein amerikanisches Unternehmen bringt ein erfolgreiches Produkt auf den europäischen Markt, ohne sich um die hiesigen Vorschriften zu kümmern. Das komme immer wieder vor, sagt der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (kurz: HmbBfDI). Umso wichtiger sei es, die Anbieter zügig zu informieren und auf Einhaltung der Regeln zu bestehen. Bei „Clubhouse“ sieht Johannes Caspar gleich mehrere Probleme.

Daten von unbeteiligten Dritten verarbeitet

So liest die App automatisch die Adressbücher der Nutzer aus, die andere Personen auf die Plattform einladen. Dabei werden auch Namen und Telefonnummern von Freunden erfasst, die selbst nie mit der Anwendung in Berührung gekommen sind. Und die das möglicherweise bewusst aus Sorge um die persönlichen Informationen vermeiden wollten. Ihre Daten werden dann auf Servern in den USA gespeichert, wo weniger strenge Datenschutzgesetze gelten. Und können laut Caspar zu Werbezwecken oder für Kontaktanfragen verwendet werden.

Alle Talks mitgeschnitten

Außerdem geben die Betreiber an, sämtliche Gespräche in allen „Clubhouse“-Räumen aufzuzeichnen und die Mitschnitte zu speichern. So will man sicherstellen, dass Missbrauch verfolgt und Rechtsverstöße geahndet werden können. Aber: Die Umstände dieser Speicher-Maßnahmen macht „Clubhouse“ nicht transparent. Dabei ist Betreiber Alpha Exploration genau dazu verpflichtet, so Caspar. Denn wer Dienste für Nutzer aus der Europäischen Union anbiete, müsse deren Rechte auf Information, Auskunft, Widerspruch und Löschung achten. Dazu gehöre auch, dass technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz der Daten entwickelt würden.

Fazit

Nicht nur der Hamburgische Datenschutz-Beauftragte bezweifelt, dass die „Clubhouse“-App den Anforderungen der DSGVO gerecht wird. Nach einer Absprache mit anderen deutschen Aufsichtsbehörden ist es aber Caspar, der sich nun an das Unternehmen wenden wird. Zunächst sollen die Kalifornier einen Fragenkatalog beantworten und zu den einzelnen Aspekten des Datenschutzes Stellung nehmen.

Anzeige

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Digitaler Impfnachweis: Schweiz startet mit schweren Sicherheitslücken
Weiterlesen...
Datenleck bei Klarna: Was heißt das für Online-Shopper?
Weiterlesen...
Gesetzesentwurf: Betriebsräte sollen virtuell Beschlüsse fassen dürfen
Weiterlesen...
WhatsApp: Behörde untersagt Daten-Weitergabe an Facebook
Weiterlesen...
Update des eRecht24 Datenschutz-Generators auf Version 1.20
Weiterlesen...
Mitarbeiter ausspioniert: 35 Millionen DSGVO-Bußgeld für H&M
Weiterlesen...
Unzulässige Cookie-Banner: Letzte Warnung für 50 Seitenbetreiber in Berlin
Weiterlesen...
Bitkom: Unternehmer fühlen sich durch Datenschutz ausgebremst
Weiterlesen...
Datenschutz: Ist die Steuer-ID als Bürgernummer verfassungswidrig?
Weiterlesen...
LinkedIn: Daten von 500 Millionen Profilen im Darknet angeboten
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren regelmäßigen und kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Tools, Wissen, Musterverträge, Erstberatung und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht hat sich 2018 vollständig geändert. Haben Sie die DSGVO umgesetzt? Sichern Sie jetzt Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit RA Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner keine Chance!

Mehr Details
Support