Datenschutz-Änderungen: WhatsApp will Nutzer halten

(2 Bewertungen, 5.00 von 5)

Wer bis zum 15. Mai keine Einwilligung in die neuen Nutzungsbedingungen des Messengers erteilt, verliert nicht gleich seinen Account. Das hat WhatsApp jetzt klargestellt. Aber: Ohne Zustimmung wird das Konto praktisch nicht mehr nutzbar sein. User sehen zwar, dass Nachrichten eingehen. Das Öffnen allerdings ist nur dann möglich, wenn sie die Richtlinie doch noch annehmen.

Anzeige

Unverständliche Klauseln schrecken ab

Scharenweise waren WhatsApp-Nutzer seit Januar zu Konkurrenz-Anbietern wie Signal, Telegram oder Threema gewechselt. Die Art und Weise, wie der Messenger-Dienst die Zustimmung zu neuen Datenschutz-Richtlinien einforderte, wurde vielfach als „Erpressung“ empfunden. Bis zum 8. Februar müsse die entsprechende Box mit einem Haken versehen sein, hatte es geheißen. Sonst würde der Account gelöscht. Was genau die Neuerungen bedeuteten, war aber in der öffentlichen Diskussion umstritten. Vor allem fragte man sich, welche Nutzer-Informationen künftig mit dem Mutterkonzern Facebook geteilt würden. Dass für europäische Nutzer nach wie vor mehr Datenschutz gilt, als für den Rest der Welt, ging aus den Formulierungen nicht eindeutig hervor. Um die Abwanderungswelle zu stoppen, verlängerte WhatsApp die Frist für die Zustimmung um rund drei Monate.

Was passiert am 15. Mai?

Die Zeit bis dahin soll für Überzeugungsarbeit genutzt werden. Dazu gehört auch, schon jetzt auf die Konsequenzen für Verweigerer hinzuweisen. Deren Konten sollen nicht, wie bisher angedroht, sofort gelöscht werden. Vielmehr bleiben ihnen 120 Tage, um ihre Entscheidung zu überdenken. Damit sie merken, was ihnen ohne WhatsApp entgeht, kommen weiterhin Anrufe und Mitteilungen an. Das Lesen und Schreiben von Nachrichten ist allerdings unmöglich – es sei denn, man willigt doch noch in die neuen AGB ein.

Gespeicherte Informationen abrufen

Wer schon jetzt mit seinen Kontakten zu einem anderen Messenger umgezogen ist, kann bis zum 15. Mai noch sämtliche Chatverläufe exportieren. Auch ein Bericht gemäß DSGVO zu den eigenen Account-Informationen lässt sich bis zu diesem Zeitpunkt anfordern. Dieser enthält unter anderem die bei WhatsApp gespeicherten Daten wie Betriebssystem und Gerätetyp des Handys. Ebenso sind hier die Telefonnummern aller Chat-Kontakte aufgeführt. Ist das erledigt, können User ihren Account natürlich auch selbstständig löschen. Sicherheitshalber weist die Facebook-Tochter aber darauf hin, dass ein solcher Schritt unumkehrbar sei: Chats und Back-ups würden vernichtet und könnten nicht wieder hergestellt werden.

Fazit

Statt Druck und Drohung setzt man bei WhatsApp nun auf die Überzeugungskraft des eigenen Dienstes. Gehen während der Übergangsfrist nach dem 15. Mai noch viele Nachrichten ein, könnten Nutzer schnell der Versuchung erliegen und ihre Zustimmung erteilen. Erst Ende September wird sich zeigen, ob diese Rechnung aufgehen wird.

Anzeige

10000 Buchstaben übrig


Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Nach Nutzer-Flucht: WhatsApp verschiebt Datenschutz-Änderungen Eigentlich sollten die neuen Nutzungsbedingungen am 8. Februar in Kraft treten. Bis zu diesem Datum hätten alle zustimmen müssen, die ihren WhatsApp-Account auc...
Weiterlesen...
DSGVO: Berliner Lieferdienstunternehmen muss 200.000 Euro zahlen Die Delivery Hero Germany GmbH hat über Jahre hinweg Vorschriften zum Datenschutz missachtet. Deshalb hat die Berliner Datenschutzbeauftragte jetzt das bisher h...
Weiterlesen...
Greta und die Deutsche Bahn: Datenschutzbeauftragte lädt zum Gespräch Die Reisen der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg sind nicht nur in Deutschland seit Wochen Thema Nummer 1 – sowohl online als auch offline. Dabei hiel...
Weiterlesen...
Sicherheitsbedenken: Kein WhatsApp mehr für hohe UN-Vertreter Schon seit 2019 ist es per Direktive hochrangigen Vertretern der UN untersagt, den Messengerdienst WhatsApp zu benutzen. Diese Information wurde nun im Rahmen d...
Weiterlesen...
Rufschädigung: Microsoft mahnt Berliner Datenschutzbehörde ab Die Anbieter der Videokonferenz-Dienste „MS Teams“ und „Skype for Business“ fühlen sich ungerecht behandelt. Grund ist eine Handreichung der Berliner Beauftragt...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren regelmäßigen und kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support