300.000 Euro Bußgeld: DSGVO-Verfahren gegen VfB Stuttgart abgeschlossen  

(2 Bewertungen, 3.50 von 5)

Worum geht's?

Es geht um die Weitergabe von Daten zigtausender Vereinsmitglieder an einen externen Dienstleister. Und darum, dass eine der Mails mit den massenhaft weitergeleiteten Telefonnummern und Mail-Adressen nicht mehr auffindbar ist. Nach Angaben des zuständigen Datenschutz-Beauftragten hat der VfB bei dem mehrmonatigen Prüfverfahren vorbildlich kooperiert und das Bußgeld bereits akzeptiert.

Anzeige

Mitgliedsdaten rechtswidrig weitergegeben

Ein ungewöhnliches Verfahren sei das für seine Behörde gewesen, teilt der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (kurz: LfDI) Stefan Brink mit. Die Untersuchung beim Fußball-Bundesligisten sei von Medien und Öffentlichkeit mit besonderem Interesse verfolgt worden. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem datenschutzrechtlich relevante Vorgänge rund um eine Mitgliederversammlung im Jahr 2017, bei der es um die Ausgliederung der Profi-Fußball-Abteilung ging. Der LfDI verhängte nun ein Bußgeld in Höhe von 300.000 Euro wegen fahrlässiger Verletzung der datenschutz-rechtlichen Rechenschaftspflicht gemäß Art. 5 Abs. 2 DSGVO.

Unklarheiten bleiben

Aufgrund der Verjährungsfristen habe der LfDI nicht allen Fragen nachgehen können. Aber: Der börsennotierte Fußballclub habe ein großes Interesse an der Aufklärung der Sache und eine hohe Kooperationsbereitschaft gezeigt. Auch sei in die Verbesserung und Umstrukturierung des Datenmanagements investiert worden, so Brink. Darüber hinaus werde der Verein sich künftig selbst für Aufklärung zum Thema einsetzen: Mit Videos und regionalen Vor-Ort-Aktionen solle das Projekt „Datenschutz geht zur Schule“ unterstützt werden. Für die Nachwuchs-Mannschaften U10 bis U21 wolle man eigene Schulungen entwickeln, um ein Bewusstsein für datenschutzrechtliche Fragen zu wecken. Dazu kommt das laut Brink „spürbare“ Bußgeld in Höhe von 300.000 Euro.

Fazit

Die VfB Stuttgart 1893 AG hat das Bußgeld bereits akzeptiert. Man verzichte auf weitere Rechtsmittel und werde alle behördlich vorgegebenen Maßnahmen zur Verbesserung des Datenschutzes umsetzen. Mitglieder und Fans bat man um Entschuldigung für den rechtswidrigen Umgang mit persönlichen Daten. Welche Konsequenzen innerhalb des Vereins noch aus dem Vorfall gezogen werden sollen, werde man in den kommenden Tagen bekannt geben.


Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
DSGVO: Schadensersatz bei unverschlüsselten E-Mails?
Weiterlesen...
DSGVO: Privatmann zahlt 2500,- Euro Strafe für offenen Email-Verteiler
Weiterlesen...
Online-Prüfungen: Datenschutz-Beauftragter kritisiert Späh-Software
Weiterlesen...
WhatsApp: Behörde untersagt Daten-Weitergabe an Facebook
Weiterlesen...
Microsoft Office 365: Streit der Datenschutzbehörden
Weiterlesen...
Auftragsverarbeitungsverträge: Datenschutzbeauftragte prüfen Auftragsverarbeitungsverträge mit Webhostern
Weiterlesen...
Apple: Vorerst keine Scans von iPhones nach kinderpornografischem Material
Weiterlesen...
Update des eRecht24 Datenschutz-Generators auf Version 1.22
Weiterlesen...
Sicherheit und Datenschutz: So hat Zoom nachgebessert
Weiterlesen...
DSGVO: Auskunftsanspruch auch für Aktenvermerke und Telefonnotizen
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Tools, Wissen, Musterverträge, Erstberatung und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

Jetzt eRecht24 Premium Affiliate werden

Als eRecht24 Premium Affiliate Partner empfehlen Sie eine Lösung, mit der bereits mehr als 370.000 Webseiten erfolgreich rechtlich abgesichert wurden und erhalten dafür eine 25% Lifetime Provision!

Jetzt Affiliate werden

webinar teaser

Online Schulung mit RA Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner keine Chance!

Mehr Details
Support