Sensible Daten: Schufa-Verkauf an Finanz-Investoren im Gespräch

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Mehrere Anteilseigner der Schufa ziehen offenbar einen Verkauf ihrer Beteiligungen in Erwägung. Das berichtet der Nachrichtendienst Bloomberg und bezieht sich dabei auf gut informierte Quellen. Auch ein Verkauf der gesamten Holding ist demnach nicht ausgeschlossen. Riesige Mengen höchst sensibler Informationen könnten dann in die Hände privater Investoren fallen.

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Wert: Über 2 Milliarden Euro

Die Informanten werden von Bloomberg als zuverlässig eingeschätzt, wollen aber namentlich nicht genannt werden. Sie berichten, dass sowohl Deutsche Bank als auch Commerzbank bereits Verkaufsgespräche geführt hätten. Ausgegangen sei der Informationsaustausch von der Investorengruppe EQT Partners AB mit Hauptsitz in Schweden. Auch mit der Private-Equity-Gesellschaft Hellman & Friedman LLC aus den USA habe man gesprochen. Die Schufa könne demnach mit mindestens zwei Milliarden Euro bewertet werden.

 

Ausgang: Ungewiss

Laut Bloomberg befindet sich der Dialog noch im Frühstadium. Ob eine Übernahme von Anteilen oder der gesamten Auskunftei tatsächlich zustande komme, sei bisher nicht absehbar. Die Informanten hätten darauf hingewiesen, dass es auch in der Vergangenheit bereits Kontakte zu Kaufinteressenten gegeben habe. Diese hätten aber nicht zu konkreten Ergebnissen geführt. Bisher wollten weder die Commerz- noch die Deutsche Bank oder die Investoren EQT und H&F zu dem Bericht Stellung nehmen.

 

Daten von 68 Millionen Deutschen

Mehrfach war die Schufa in den vergangenen Wochen in den Schlagzeilen gewesen. Datenschützer zweifelten an der Zulässigkeit einer geplanten Datenbank für sogenannte „Bonus-Hopper“, die regelmäßig den Energie-Anbieter wechseln. Erst in den vergangenen Tagen stellte die Auskunftei ihr Projekt „Check Now“ nach massiver Kritik ein. Dabei war geplant, die Bonität von Verbrauchern in bestimmten Fällen mithilfe ihrer Kontoauszüge zu beurteilen. Nach eigenen Angaben hat die Schufa Daten von 68 Millionen Menschen und sechs Millionen Unternehmen gespeichert. Ihr Jahresumsatz beläuft sich auf 212 Millionen Euro.

 

Fazit

Wenn man den Bloomberg-Informanten glauben darf, haben bisher lediglich Anfangsgespräche über einen Verkauf von Schufa-Anteilen stattgefunden. In Zeitungen und sozialen Medien allerdings stößt der Bericht schon jetzt auf großes Interesse. Allein die Möglichkeit, dass Millionen höchst sensibler Daten an private Investoren gehen könnten, wird überwiegend kritisch gesehen.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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