Rekordschäden: Cyberangriffe kosten deutsche Wirtschaft pro Jahr über 200 Milliarden Euro

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Worum geht's?

Sie hacken sich ins System, stehlen Patente oder Kundendaten und legen immer häufiger gleich die komplette Firmen-IT lahm. Damit gefährden Hacker nicht nur einzelne Unternehmen, sondern den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland. Zu diesem Schluss kommt der Digitalverband Bitkom nach einer repräsentativen Studie. Danach waren 9 von 10 Befragten innerhalb eines Jahres Opfer von Cyberkriminalität.

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Rasanter Anstieg bei Ransomware

Die dadurch entstandene Schadenssumme von 223 Milliarden Euro liegt fast doppelt so hoch wie bei der Bitkom-Befragung vor zwei Jahren. Dabei fällt auf: Vor allem die Zahl der Erpressungsvorfälle hat deutlich zugenommen: im Vergleich zu der letzten Studie um ganze 358 Prozent. Meist gelang es den Tätern dabei, Ransomware ins System der Opfer einzuschleusen und die gesamte IT zu blockieren. Die Folge: Es fallen nicht nur sämtliche Informationssysteme aus. Auch Produktion und Betriebsabläufe können häufig nicht aufrechterhalten werden. Neben den finanziellen Schäden leidet unter einem solchen Vorfall außerdem der Ruf des Unternehmens. Die Befragten wissen, was auf dem Spiel steht. Jeder zehnte Betrieb sieht seine geschäftliche Existenz durch Cyberattacken bedroht.

 

Risikofaktor Homeoffice

Zumindest teilweise dürfte sich auch die Coronakrise auf die deutliche Zunahme ausgewirkt haben. Gut 800 der befragten Unternehmen ermöglichten wegen Covid-19 die Arbeit im Homeoffice. Fast 60 Prozent davon verzeichneten Sicherheitsvorfälle, die durch diesen Wechsel zustande gekommen waren. Bitkom-Präsident Achim Berg warnt in diesem Zusammenhang vor Fahrlässigkeit: Auch im Homeoffice müsse der Arbeitgeber dafür sorgen, dass den Mitarbeitern eine sichere digitale Infrastruktur zur Verfügung stehe.

 

Risikofaktor Mensch

Neben den technischen Sicherungsmaßnahmen müssen Unternehmen aber auch den „Faktor Mensch“ berücksichtigen. Nach Angaben der Befragten waren an 60 Prozent der Schadensfälle ehemalige oder aktuelle Mitarbeiter beteiligt. Dabei ist der vorsätzliche Angriff auf den eigenen Arbeitgeber der seltenere Fall. Viel häufiger berichten die Unternehmen, dass dem Personal in Mails oder Telefonanrufen Passwörter und andere sensible Daten entlockt werden.

 

Fazit

Die meisten Befragten fürchten, dass das Risiko von Cyberangriffen weiter zunehmen wird. 83 Prozent rechnen damit sogar noch im Laufe dieses Jahres. Dabei empfinden sich vor allem die Betreiber kritischer Infrastrukturen als potenzielle Angriffsziele. Handlungsbedarf sehen die Unternehmen vor allem bei der Politik. Hier wünschen sich 99 Prozent ein stärkeres Vorgehen der Regierung gegen Cyberattacken aus dem Ausland. 94 Prozent sprechen sich für ein Förderprogramm für mehr Sicherheit im Homeoffice aus.

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