Unzulässige Cookie-Banner: Letzte Warnung für 50 Seitenbetreiber in Berlin

(3 Bewertungen, 5.00 von 5)

Seit mehr als zwei Jahren wird die Datenschutz-Grundverordnung europaweit angewendet. Trotzdem ist das Internet voll von Webseiten europäischer Unternehmen, die gegen die Regelungen verstoßen. Der Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit, Maja Smoltczyk, reicht es jetzt. Sie fordert fünfzig Betreiber auf, ihre mangelhaften Seiten zu ändern. Andernfalls drohen Prüfverfahren und Bußgelder.

Anzeige

Eindeutige Rechtslage

Laut Datenschutz-Grundverordnung (kurz: DSGVO) muss das Ablehnen von Trackingmaßnahmen genauso einfach sein wie die Zustimmung. Im Klartext: Das „Nein“ zu Cookies müssen Nutzer ebenso leicht und schnell finden wie das „Ja“. In der Praxis allerdings erhält Maja Smoltczyk massenhaft Hinweise von Verbraucherinnen und Verbrauchern, die sich über missverständliche, komplizierte oder unvollständige Cookie-Banner beschweren. Zwar haben die meisten Betreiber seit Einführung der DSGVO vielfältige und differenzierte Abfragetechniken eingebaut. Die wenigsten davon allerdings sind wirklich geeignet, eine wirksame Einwilligung der Besucher einzuholen. Im Gegenteil: Häufig wird eine Zustimmung in unvollständigen oder missverständlichen Texten versteckt.

 

Cookies für bessere Werbung

Das dürfte daran liegen, dass die Unternehmen wenig Interesse an Transparenz und Aufklärung haben. Sie profitieren vom Einsatz der Tracking-Techniken und Drittdienste, die personenbezogene Daten wie beispielsweise die IP-Adresse verarbeiten. Und zwar nicht nur auf der eigenen Webseite. Auf ihrem Weg durch das Internet werden die Klicks der Nutzer durchgängig gesammelt und analysiert, um daraus Personenprofile zu erstellen. Die so gewonnenen Informationen gehen regelmäßig an Werbenetzwerke in aller Welt, die ihre Anzeigen noch besser auf die Bedürfnisse der Konsumenten zuschneiden wollen.

 

Nächster Schritt: Prüfverfahren

Es sei ihr ein Rätsel, wie manche Webseitenbetreiber eine freiwillige und informierte Einwilligung belegen wollten, so Smoltczyk. Fünfzig von ihnen erhalten deshalb in diesen Tagen Post. Darin werden sie aufgefordert, ihre Webseiten umgehend den Anforderungen der DSGVO anzupassen. Andernfalls will die Behörde förmliche Prüfverfahren einleiten und in der Folge möglicherweise hohe Bußgelder verhängen. Zu den jetzt angeschriebenen Unternehmen gehören vor allem Onlinehändler, aber auch Immobilien- und Finanzdienstleister sowie soziale Netzwerke. Bei der Auswahl wurden verschiedene Gesichtspunkte berücksichtigt. Zum Teil enthielten die Cookie-Banner auffällig viele Mängel. Andere Seiten werden von extrem vielen Menschen genutzt oder verarbeiten besonders sensible Daten.

 

Fazit

Im Schreiben der Behörde werden den Verantwortlichen konkret die DSGVO-Verstöße ihrer Webseite aufgezeigt. Die groß angelegte Aktion erfolgt parallel zu den bereits laufenden Prüfverfahren. Die Datenschutz-Beauftragte versteht sie als Warnsignal für alle Berliner Webseitenbetreiber.

Anzeige

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Tracking-Aus: Google verzichtet ab 2022 auf personalisierte Werbung  
Weiterlesen...
Digitaler EU-Impfpass startet am 01. Juli 2021
Weiterlesen...
Luca-App: Chaos Computer Club fordert „Bundesnotbremse“
Weiterlesen...
DSGVO: Privatmann zahlt 2500,- Euro Strafe für offenen Email-Verteiler
Weiterlesen...
Datenschutz: O2-Kunden möglicherweise bei Einwilligung getäuscht
Weiterlesen...
DSGVO: WhatsApp muss Rekord-Bußgeld von 225 Millionen Euro zahlen
Weiterlesen...
Cyber-Angriff: Hacker infizieren weltweit Microsoft Exchange-Server
Weiterlesen...
Cookie-Banner: Millionen-Bußgelder für Amazon und Google in Frankreich
Weiterlesen...
DSGVO: Facebook soll 500 Euro Schadensersatz zahlen
Weiterlesen...
Cookies: EuGH entscheidet über Opt-In-Pflicht
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren regelmäßigen und kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Tools, Wissen, Musterverträge, Erstberatung und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht hat sich 2018 vollständig geändert. Haben Sie die DSGVO umgesetzt? Sichern Sie jetzt Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit RA Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner keine Chance!

Mehr Details
Support