DSGVO: WhatsApp muss Rekord-Bußgeld von 225 Millionen Euro zahlen

(1 Bewertung, 5.00 von 5)

Worum geht's?

Fast drei Jahre brauchte die irische Data Protection Commission (kurz: DPC), um zu einer Entscheidung zu kommen. Nun hat sie das höchste Bußgeld ihrer Geschichte gegen die Facebook-Tochter WhatsApp verhängt. Der Grund: mangelnde Transparenz beim Umgang mit Daten von Nutzern und deren Kontakten. WhatsApp hat Berufung angekündigt.

Anzeige

Dreijährige Untersuchung

Als zuständige Aufsichtsbehörde am europäischen WhatsApp-Sitz Dublin leitete die DPC bereits im Dezember 2018 eine Untersuchung ein. Damit sollte überprüft werden, ob der Messenger-Dienst die Auflagen der kurz zuvor wirksam gewordenen Datenschutz-Grundverordnung (kurz: DSGVO) erfüllt. Zweifel bestanden besonders hinsichtlich der Transparenz, mit der die damals gültigen Richtlinien über eine Weitergabe von Daten an andere Facebook-Unternehmen informierten.

Streit zwischen Datenschutz-Behörden

Dass WhatsApp in diesem Bereich würde nachbessern müssen, stand für die DPC bereits im vergangenen Winter fest. Auch ein Bußgeld hatte die Behörde damals bereits angekündigt. Doch die geplanten 50 Millionen Euro erschienen anderen EU-Datenschützern viel zu wenig. Gemäß DSGVO ging die Sache daraufhin vor den gemeinsamen Europäischen Datenschutz-Ausschuss (kurz: EDSA). Hier wurde die irische Behörde aufgefordert, die Höhe des Bußgeldes nach oben zu korrigieren.

WhatsApp kündigt Berufung an

Mit 225 Millionen Euro verhängt die DPC nun das zweithöchste Bußgeld seit Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung. Gleichzeitig ordnet die Behörde an, dass WhatsApp seine Datenverarbeitungsprozesse in Einklang mit der europäischen Gesetzgebung bringen muss, und zwar mit mehreren fest definierten Maßnahmen. Ein Sprecher des Messenger-Dienstes teilte mit, dass man die Entscheidung der DPC nicht nachvollziehen könne und gegen die Strafe Berufung einlegen werde.

 

Fazit

Dass die irische Datenschutz-Aufsicht erstmals ein Bußgeld gegen einen der in Irland ansässigen Tech-Riesen verhängt, wird von europäischen Datenschützern allgemein begrüßt. Gleichzeitig verweisen sie auf zahlreiche weitere Verfahren, die die DPC endlich zum Abschluss bringen müsse. Ohnehin ist mit der Verhängung des Bußgeldes erst ein kleiner Schritt getan. Eine Berufung wie im Falle von WhatsApp dürfte einen jahrelangen Rechtsstreit zur Folge haben.

Anzeige

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Handy-Überwachung: Diskussion um Kontrolle von Corona-Regeln
Weiterlesen...
Clubhouse: Hamburger Datenschutz-Beauftragter fordert Aufklärung
Weiterlesen...
Microsoft Office 365: Streit der Datenschutzbehörden
Weiterlesen...
DSGVO-Auskunft: Unternehmen zu 15.000 Euro Zwangsgeld verurteilt
Weiterlesen...
Spam-Abwehr: Ist ein Impressum als Grafikdatei zulässig?
Weiterlesen...
Datenschutz: Telefax laut Bremer Aufsichtsbehörde nicht DSGVO-konform
Weiterlesen...
Unzulässige Cookie-Banner: Letzte Warnung für 50 Seitenbetreiber in Berlin
Weiterlesen...
GayRomeo: Schwule Kontaktbörse zwischen Blind Date und Jugendschutz
Weiterlesen...
DSGVO: Microsoft kündigt Verarbeitung von Kundendaten in Europa an
Weiterlesen...
Bundeskartellamt: Smart-TVs verstoßen gegen die DSGVO
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Tools, Wissen, Musterverträge, Erstberatung und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

Jetzt eRecht24 Premium Affiliate werden

Als eRecht24 Premium Affiliate Partner empfehlen Sie eine Lösung, mit der bereits mehr als 370.000 Webseiten erfolgreich rechtlich abgesichert wurden und erhalten dafür eine 25% Lifetime Provision!

Jetzt Affiliate werden

webinar teaser

Online Schulung mit RA Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner keine Chance!

Mehr Details
Support