E-Commerce: Onlinehandel profitiert von Corona

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Was viele bereits geahnt haben, hat sich jetzt im Rahmen einer Marktstudie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland (kurz: bevh) bestätigt: Die Krise durch das Corona-Virus und die damit verbundenen Maßnahmen zur Umsetzung des Infektionsschutzgesetzes (kurz: IfSG) hat den Onlinehandel ordentlich gepusht.

Gefragt waren besonders Waren des täglichen Bedarfs

Die Studie zeigt, dass insbesondere Waren des täglichen Bedarfs durch eine starke Nachfrage gekennzeichnet waren. Das betrifft beispielsweise Lebensmittel, aber auch Tierbedarf, Medikamente sowie Kosmetik- und Drogerieprodukte – wie zum Beispiel das im Präsenzhandel hart umkämpfte Toilettenpapier.

Klar ist, dass der bundesweite Lockdown einen wesentlichen Beitrag zum Boom im Onlinehandel geleistet hat: Das bestätigen auch die Geschäftszahlen, denn insbesondere im Vergleich zum ersten Quartal haben die Umsätze per E-Commerce im zweiten Quartal 2020 deutlich zugelegt.

Onlinehandel mit Lebensmitteln stieg um fast 90 Prozent

Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang, dass auch der Onlinehandeln mit Lebensmitteln fast schon explosionsartig anstieg: Hier hatten sich bis vor der COVID 19-Pandemie die Verbraucher eher zurückhaltend gezeigt und auch entsprechende Lieferdienste waren nur mäßig gefragt. Dies hat sich mit der Coronakrise deutlich geändert.

Nachfrage im Onlinehandel auch nach dem Lockdown weiterhin hoch

Obwohl mittlerweile in allen Bundesländern die Maßnahmen nach dem bundesweiten Lockdown deutlich gelockert bzw. zum Teil sogar komplett aufgehoben wurden, bleibt die Nachfrage im Onlinehandel unverändert stabil. Das bietet für Onlinehändler gute Prognosen für die Entwicklung der eigenen Geschäftstätigkeiten. Das bestätigen auch Umfragen unter den Verbrauchern: Fast die Hälfte gibt an, auch nach der Corona-Krise mehr online einkaufen zu wollen. Das betrifft nicht nur die Waren des täglichen Bedarfs, sondern ebenso Bekleidung, Haushaltswaren sowie Freizeitartikel.

Fazit

Vom Corona-Boom profitieren reine Onlinehändler sowie Online-Marktplätze gleichermaßen. Etwas abfallend werden dabei die Händler bedacht, die sich durch Ladengeschäfte auszeichnen, parallel aber einen Online-Shop unterhalten. Dennoch: Auch hier kam es im zweiten Quartal 2020, also während der Hochphase der Corona-Pandemie, zu einem Umsatzplus von immerhin 4,7 Prozent. Damit sind die traditionellen Einzelhändler erneut gefragt, wenn es darum geht, die Geschäftszukunft zu gestalten: Schon vor Corona war deutlich geworden, dass Laufkundschaft nur noch einen kleinen Beitrag zum Gesamtumsatz eines gut funktionierenden Geschäftes beiträgt. Neu ist allerdings, dass nun auch Lebensmittel viel stärker von Verbrauchern online angefragt werden – hier ist der stationäre Handel nun gefordert, neue Modelle zu entwickeln, um das entstehende Potenzial zu nutzen.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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