Cyberstalking: Haftstrafe für eBay-Mitarbeiter nach Verschicken von Kakerlaken

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Zusammen mit sechs Arbeitskollegen hat ein Sicherheitsbeauftragter der Handelsplattform eBay die Verfasser eines Newsletters massiv belästigt und bedroht. Weil das Paar darin mehrfach kritisch über eBay berichtet hatte, arbeitete man eine perfide dreistufige Schikane-Kampagne aus. Der erste der sieben Verschwörer ist jetzt zu einer anderthalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Einschüchterung und Überwachung

Es begann mit anonym zugesendeten Paketen. Enthalten waren unter anderem: eine Schachtel mit lebenden Kakerlaken, eine Halloween-Maske eines blutigen Schweinekopfs sowie ein Ratgeber für Trauernde nach dem Verlust des Ehepartners. Stufe Zwei beinhaltete Bedrohungen des Paares durch anonyme Twitter-Accounts. Geplant war in diesem Zusammenhang auch die Veröffentlichung der Privatadresse. Als die Gruppe gerade die Installation mehrerer Überwachungskameras in Haus und Auto der Opfer vorbereitete, schlug die Polizei zu. Im Rahmen der Ermittlungen führten die mutmaßlichen Täter sowohl die Beamten als auch ihren damaligen Arbeitgeber bei eBay in die Irre. Trotzdem konnte gegen die sieben schließlich Anklage erhoben werden.

 

Was wusste eBay?

Noch ist nicht ganz klar, welche Rolle die eBay-Führungsetage in der Kampagne spielte. Kein Zweifel besteht daran, dass die kritische Berichterstattung von Ina und David Steiner mehr als einmal für Missfallen sorgte. In diesem Zusammenhang sei offen geäußert worden, man müsse die Autoren zum Schweigen bringen. Das Paar und seine Anwältin sind deshalb davon überzeugt, dass eBay zumindest eine Mitschuld an den Vorgängen trifft. Doch die Verantwortlichen bestreiten das. Nach Angaben des Gerichts hat die Plattform die Ermittlungen der Behörden unterstützt. Gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press allerdings wollte sich kein eBay-Vertreter äußern.

 

Fazit

Der jetzt Verurteilte hatte vor seiner Arbeit als eBay-Sicherheitsbeauftragter 27 Jahre als Polizist im kalifornischen Santa Clara gearbeitet. Er hat die Verschwörung mit sechs weiteren damaligen eBay-Mitarbeitern gestanden. Das Gericht verurteilte ihn zu 18 Monaten Gefängnis, einem Jahr Hausarrest sowie einer Geldstrafe in Höhe von 15.000 US-Dollar. Nach seiner Freilassung muss er außerdem 100 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Weitere Urteile in dem Fall werden Ende September erwartet.

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