Kundenbetrug: Vodafone zeigt eigene Vertriebspartner an

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Sie sollen Kunden ohne deren Zustimmung Verträge und Zusatzleistungen untergeschoben haben. Die Vorwürfe sind lange bekannt. Ob Haustürgeschäft oder Telefonakquise – bei den Verbraucherschutzorganisationen in Deutschland häufen sich seit Monaten die Beschwerden geprellter Vodafone-Kunden. Nachdem nun erneut ein spektakulärer Betrugsfall durch die Medien ging, zieht das Unternehmen Konsequenzen.

Haustier als Internet-Kunde

Weil einer zufriedenen Vodafone-Kundin keine weiteren Produkte mehr verkauft werden konnten, hatte eine Vertreterin kurzerhand deren Kater Gysmo als neuen Vertragspartner angegeben. Die Beiträge für das Komplettpaket Internet, Telefon und TV waren über mehrere Monate vom Konto der alleinstehenden Katzenbesitzerin abgebucht worden. Reklamationen beim Kundendienst blieben erfolglos. Als sie die Zahlungen über ihre Bank stoppte, folgten ein Schreiben eines Inkasso-Unternehmens und schließlich sogar ein gerichtlicher Mahnbescheid. Erst das Einschreiten der Verbraucherzentrale führte zur Stornierung des Vertrags mit Kater Gysmo und zur Rückerstattung der abgebuchten Gebühren.

 

Auffällig viele Reklamationen

Das Geschäft mit dem internetbegeisterten Haustier sorgte in den Medien für Empörung. Verbraucherschützern allerdings sind die dubiosen Praktiken des Anbieters bekannt. Verglichen mit anderen Telekommunikations-Unternehmen gehen dort außergewöhnlich häufig Beschwerden über Vodafone ein. In den meisten Fällen dreht es sich dabei um unseriöse Haustür- oder Telefongeschäfte.

 

Auch Datenschutz missachtet

Nun zieht Vodafone nach Angaben eines Sprechers die Reißleine. Man werde mit rechtlichen Schritten gegen solche Vertriebspartner vorgehen, die Kunden oder das Unternehmen selbst betrogen hätten. Teilweise sei bereits Strafanzeige erstattet und die Kündigung ausgesprochen worden. Überwiegend handele es hierbei sich um Buchungen oder Verträge, die ohne Zustimmung der Kunden abgeschlossen worden seien. Aber auch datenschutzrechtliche Verstöße werden den Vertriebspartnern vorgeworfen. In diesem Zusammenhang würden die Kunden sowie der Bundesdatenschutz-Beauftragte über die Ermittlungen informiert. Vodafone selbst sei vor allem durch Missbrauch bei Provisionen geschädigt worden.

 

Fazit

Bereits vor wenigen Wochen hatte der Bundesverband der Verbraucherzentralen auf das überdurchschnittlich hohe Aufkommen an Beschwerden im Zusammenhang mit Vodafone verwiesen. Bei der Aufarbeitung setzt der Konzern nun bei den Vertriebspartnern an. Dazu gehört auch, dass Kontrollsysteme und Provisionsmaßnahmen überarbeitet werden.

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