eKomi & Co: Darf ein Online-Shop ausschließlich mit positiven Bewertungen werben?

(25 Bewertungen, 4.24 von 5)

Um sich bestmöglich im Netz darzustellen, werben Shop-Betreiber oft nur mit positiven Kundenbewertungen. Einige Dienstleister wie eKomi haben sich darauf spezialisiert, vor allem positive Bewertungen in Shops einzubinden. Ob Händler wegen dieser geschönten Kundenbewertungen abgemahnt werden können, musste aktuell das OLG Düsseldorf entscheiden.

Online-Shop stellt in seiner Werbung nur positive Kundenmeinungen dar

Eine Dentalgesellschaft warb im vorliegenden Fall mit „garantiert echten Kundenbewertungen“ für Zahnersatzprodukte. Dazu verlinkte es auf das Bewertungsportal eKomi, auf dem allerdings ausschließlich positive Bewertungen dargestellt wurden.

eKomi stellte nämlich ausschließlich positive Bewertungen mit vier oder fünf Sternen unmittelbar online. Bewertungen mit 3 oder weniger Sternen wurden frühestens nach fünf Tagen veröffentlicht und zwar nur dann, wenn das bewertete Unternehmen auf die Möglichkeit verzichtet, ein Schlichtungsverfahren einzuleiten.

Die Wettbewerbszentrale sah diese Art der Werbung als unzulässig an und beschritt den Klageweg.

Werbung ist unzulässig, wenn ausschließlich positive Kundenbewertungen wiedergegeben

Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied mit Urteil von Mitte Februar (Urteil vom 19.02.2013 – Az.: I-20 U 55/12), dass die Werbung mit positiven Kundenbewertungen unzulässig ist. Dies gilt jedenfalls dann, wenn nicht auch negative und neutrale Kundenbewertungen dargestellt werden.

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Begründet wurde die Entscheidung damit, dass die vom beklagten Unternehmen vorgenommene Art der Werbung irreführend gem. § 11 I Nr. 11 Heilmittelwerbegesetz ist. Die Bewertungsergebnisse auf der Seite von eKomi sind verfälscht. Das Bewertungsportal stellte nämlich nach Ansicht der Richter ein übertrieben positives Bild des beklagten Unternehmens dar. Neutrale und negative Bewertungen stehen nicht gleichwertig neben positiven Bewertungen innerhalb des Bewertungssystems.

Verbraucher werden in die Irre geführt, wenn nicht alle Bewertungen, egal ob positiv oder negativ, gleichberechtigt dargestellt würden, sondern nur die positiven angezeigt werden. Der Verbraucher erwartet eine authentische Darstellung, die auch die kritischen Meinungen umfasst. Zusätzlich werden durch die Existenz des „Schlichtungsverfahrens“ unzufriedene, konfliktscheue Kunden davor abgehalten, überhaupt eine negative Kundenbewertung abzugeben, so die Richter.

Fazit:

Nach der Entscheidung der Düsseldorfer Richter ist die Werbung mit geschönten Kundenbewertungen unzulässig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Eine endgültige Klärung der Frage, ob und wie Kundnemeinungen gefiltert werden dürfen, wird wohl erst in der nächsten Instanz erfolgen.

Erst vor kurzem berichteten wir von dem Urteil der Vorinstanz in dieser Sache. Das LG Duisburg hatte entschieden, dass Werbung mit Kundenbewertungen dann unzulässig ist, wenn ausschließlich positive Kundenbewertungen dargestellt werden.

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Kommentare  
Emir
+2 # Emir 07.02.2016, 10:47 Uhr
Das Bild der Bewertungen wird durch eine solche Vorgehensweise vorsätzlich manipulativ verzerrt. Der Anbieter eKomi hieße besser eKomiker.
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Cornelis Clement
-1 # Cornelis Clement 10.03.2016, 11:38 Uhr
Bewertungen ob positiv oder negativ werden innerhalb von 48 Stunden freigeschaltet
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