Datenschutzerklärung für Criteo

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Criteo ist eine Advertising-Plattform, über die Unternehmen verschiedene Software-Lösungen buchen können, um Usern personalisierte Werbung anzuzeigen. Schwerpunkt von Criteo ist das Retargeting und ein sogenanntes Commerce-Marketing-Ökosystem. In der Praxis wertet Criteo den Webseiten-Traffic seiner Kunden aus und schaltet darauf basierend individuell gestaltete und platzierte Werbeanzeigen. Auf diese Weise können Unternehmen ihren Umsatz steigern. Criteo hat seinen Sitz in Paris und ist in mehr als 30 Ländern aktiv.

 

Für Criteo benötigen Sie einen Passus in Ihrer Datenschutzerklärung

Datenschutzerklärung kostenlos erstellen

 

Warum ist Criteo datenschutzrechtlich relevant?

Um seine Services anzubieten, erhebt Criteo unter anderem Daten zu

  • dem Surfverhalten,
  • dem verwendeten Browser und
  • dem Betriebssystem

der User. Diese Daten speichert Criteo in Form von Cookies auf dem Computer der Webseitenbesucher. Um den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gerecht zu werden, müssen Criteo-Kunden daher verschiedene datenschutzrechtliche Pflichten erfüllen. Laut eigenen Angaben verzichtet Criteo darauf, personenbezogene Daten zu speichern oder zu teilen, die eine Identifizierung der User zulassen.

Wie können Seitenbetreiber Criteo datenschutzkonform nutzen?

Um die Dienste von Criteo DSGVO-konform in Anspruch zu nehmen, müssen Webseitenbetreiber diese Pflichten erfüllen:

Joint Controllership Agreement schließen

Criteo erhält einen umfassenden Einblick in die Daten der Webseitenbesucher seiner Kunden. Das Unternehmen speichert und verarbeitet diese Daten. Dabei entscheidet nicht allein das beauftragende Unternehmen, sondern auch Criteo selbst, wie die Daten verarbeitet werden. Artikel 26 DSGVO schreibt für so einen Fall vor, dass beide Parteien eine Vereinbarung über die gemeinsame Verantwortung (Joint Controllership Agreement) schließen. Dabei sollten sie darauf achten, dass die Vereinbarung erklärt,

  • welche Kundendaten Criteo erhebt und speichert,
  • wie lange Criteo diese Daten speichert und
  • welche Rechte und Pflichten die Verantwortlichen haben.

Datenschutzerklärung anpassen

Haben Webseitenbetreiber eine Vereinbarung mit Criteo geschlossen, sollten sie das in ihre Datenschutzerklärung aufnehmen. Daneben sollten sie auch aufführen,

  • warum sie Daten an Criteo weitergeben,
  • wie lange Criteo diese Daten speichert,
  • wie Criteo die Daten verarbeitet,
  • welche Rechtsgrundlage das ermöglicht und
  • dass User der Einwilligung in das Setzen von Cookies und damit der Datenerhebung jederzeit widersprechen können.

Rechtsprechung zur Verwendung von Criteo

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am 01.10.2019 festgestellt: Unternehmen, die auf ihrer Webseite unter anderem Tracking-Cookies setzen, müssen vorher per Opt-in eine Einwilligung der Webseitenbesucher einholen (Az. C-673/17). Dabei ist es irrelevant, ob die Cookies personenbezogene Daten sammeln oder nicht.

Das bedeutet: Unternehmen, die die Dienste von Criteo nutzen, müssen User um Erlaubnis bitten, die Daten erheben zu dürfen. Kommen sie dieser Pflicht nicht nach, droht ihnen ein Bußgeld. Aktuell sind bereits Bußgeldandrohungen der Bayerischen und Niedersächsischen Datenschutzbehörden im Zusammenhang mit Criteo bekannt.

Schließen Webseitenbetreiber kein Joint Controllership Agreement mit Criteo, droht ihnen ebenfalls ein Bußgeld. Die Datenschutzbehörde Hamburg hat am 17.12.2018 ein Bußgeld verhängt, da ein Versandunternehmen keinen Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit einem beauftragten Dienstleister geschlossen hatte. Es musste eine Strafe in Höhe von gut 5.000 Euro zahlen. Grundsätzlich möglich sind Bußgelder von bis zu 10 Millionen Euro oder alternativ von bis zu 2 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Dieses Strafmaß gibt Art. 83 Abs. 4 lit. a DSGVO vor.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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