Datenschutzerklärung für Google reCAPTCHA

(1 Bewertung, 5.00 von 5)

Google reCAPTCHA ist ein Dienst von Google, mit dem Webseitenbetreiber überprüfen können, ob es sich bei einem User auf ihrer Seite um einen Menschen oder einen Bot handelt. Das soll sicherstellen, dass keine Bots automatisiert auf der Webseite interagieren.

Es gibt verschiedene Varianten von Google reCAPTCHA:

  • No CAPTCHA reCAPTCHA
    User müssen per Klick ein Häkchen in eine Checkbox setzen, die mit „Ich bin kein Roboter“ betitelt ist
  • Image reCAPTCHA
    User sehen 9 Bildausschnitte, von denen einige dieselben Inhalte aufweisen (beispielsweise Straßenschilder). Diese sollen sie markieren.
  • Text reCAPTCHA
    Nutzer müssen einen einblendeten Text in ein Feld eingeben.
  • Invisible reCAPTCHA
    User müssen keine Aktion mehr selbst durchführen. Google überprüft im Hintergrund der Seite selbst, ob es sich bei dem User um einen Menschen oder einen Bot handelt. Dazu verfolgt Google u. a. Cursor-Bewegungen und die IP-Adresse des Nutzers.

 

Für Google reCAPTCHA benötigen Sie einen Passus in Ihrer Datenschutzerklärung

Datenschutzerklärung kostenlos erstellen

 

Das ist datenschutzrechtlich bedenklich bei Google reCAPTCHA

Während der Überprüfung durch reCAPTCHA nehmen Webseitenbetreiber und damit Google eine Reihe von Daten des Users auf. So sammelt Google reCAPTCHA u. a. Angaben zur

  • Seite, die reCAPTCHA einbindet,
  • IP-Adresse des Nutzers,
  • eingestellten Sprache im Browser,
  • Bildschirm- und Fensterauflösung,
  • Zeitzone und
  • Installation von Browser Plugins.

Darüber hinaus überprüft Google reCAPTCHA auch, ob im Browser des Users bereits ein Cookie angelegt ist. Ist das nicht der Fall, legt Google ein Cookie an. Das heißt für die Praxis: Google erstellt für reCPATCHA einen Fingerabdruck der User, der auch auf anderen Seite wiedererkannt wird. Damit ist es Google möglich, Nutzer seitenübergreifend zu tracken. Das ist selbst dann möglich, wenn die IP-Adresse wechselt oder Nutzer die Cookies löschen.

Google reCAPTCHA rechtssicher verwenden

Webseitenbetreiber, die Google reCAPTCHA verwenden, müssen in ihrer Datenschutzerklärung ausführlich darüber aufklären, wie und warum sie den Dienst einsetzen. Dabei müssen sie aufführen, welche Daten Google für den Einsatz von reCAPTCHA soweit ersichtlich erhebt und speichert. Dazu zählt auch ein Hinweis darauf, dass Google ein Cookie setzt, um User seitenübergreifend tracken zu können. Das gibt das Telemedienrecht vor. Darüber hinaus müssen Webseitenbetreiber auf die Datenschutzbestimmungen von Google reCAPTCHA hinweisen.

Rechtsprechung zu Google reCAPTCHA

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat entschieden, dass es ausreicht, wenn Seitenbetreiber Nutzer mittels Opt-Out-Verfahren über den Einsatz von Cookies informieren (Urteil vom 17.12.2015, Az. 6 U 30/15). Blenden sie also einen Cookie-Hinweis ein, der auf die Datenschutzerklärung verweist, die wiederum den Einsatz von Google reCAPTCHA erklärt, und können User diesen per Klick bestätigen, kommen sie ihrer rechtlichen Pflicht nach.

Ob dieses Vorgehen ausreichend ist, klärt derzeit der Europäische Gerichtshof (EuGH). Der Bundesgerichtshof hat diesem die Frage vorgelegt, ob ein einfacher Opt-Out beim Cookie-Hinweis ausreichend ist. Eine Entscheidung steht hier noch aus.

Darüber hinaus hat der EuGH festgestellt, dass IP-Adressen personenbezogene Daten darstellen, wenn Webseitenbetreiber auf diese Weise die hinter der IP-Adresse stehenden Personen identifizieren können (Urteil vom 19.10.2016, Az. C-582/14). Sind Google oder Webseitenbetreiber dazu in der Lage, erheben sie mittels des reCAPTCHAS personenbezogene Daten. Sie benötigen dafür eine Einwilligung der User. Das Landgericht Berlin hat am 06.09.2007 bestätigt, dass Webseitenbetreiber die Zustimmung der User benötigen, um ihre IP-Adressen zu speichern (Az. 23 S 3/07).

Das Amtsgericht München sieht das etwas differenzierter: In seiner Entscheidung vom 30.09.2008 hat das Gericht entschieden, dass dynamische IP-Adressen keine personenbezogenen Daten darstellen, da sie nicht den Nutzer selbst identifizieren lassen, sondern lediglich den Internetanschluss (Az. 133 C 5677/08). Dieser Ansicht nach könnte die Zustimmung der User für die Speicherung von dynamischen IP-Adressen nicht notwendig sein.

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Datenschutzerklärung für Cookie Notice & Compliance Cookie Notice & Compliance ist ein Cookie Consent Management Tool für WordPress. Anbieter ist das US-amerikanische Software-Unternehmen Hu-manity.co. Seiten...
Weiterlesen...
Datenschutzerklärung für Google Hangouts Google Hangouts ist ein Tool für Video- und Sprachtelefonie. Es richtet sich primär an private Nutzer. Sie können mit Google Hangouts Videokonferenzen mit bis z...
Weiterlesen...
Datenschutzerklärung für Stripe Stripe ist ein Online-Bezahldienst, über den Webseitenbetreiber User im Netz Waren und Dienstleistungen bargeldlos bezahlen lassen können. Um das Zahlungssystem...
Weiterlesen...
Datenschutzerklärung für LinkedIn Insight Tag Der LinkedIn Insight Tag ist ein JavaScript-Code, den Unternehmen auf ihrer Seite einbinden können. Es handelt sich dabei um ein Tracking-Tool, das LinkedIn-Mit...
Weiterlesen...
Datenschutzerklärung für ProvenExpert ProvenExpert ist ein deutscher Online-Service, über den Unternehmen Feedback ihrer Kunden und Geschäftspartner einholen können. ProvenExpert bietet dazu branche...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren regelmäßigen und kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support