Verbrauchertipps: Unseriöse Seiten erkennen

Vorsicht Abzocke: Wie Sie sich vor Fake-Online-Shops schützen können

Fachlich geprüft von: Rechtsanwalt Sören Siebert Rechtsanwalt Sören Siebert
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Das Wichtigste in Kürze

  • Von Privatpersonen bis zum Unternehmen - jeder kann auf Fake Online-Shops reinfallen.
  • Sie können tausende Euro verlieren, wenn Sie Produkte von betrügerischen Online-Shops bestellen.
  • Lassen Sie sich nicht täuschen und entlarven Sie Fake Shops, indem Sie Warnsignale erkennen.

Worum geht's?

Bezahlte Ware kommt nie an, Retouren werden nicht zurückerstattet und die Webseite des angeblichen Händlers verschwindet von heute auf morgen. Immer wieder fallen sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen auf gefälschte Online-Shops rein. Die Corona-Pandemie hat das Online-Geschäft noch beliebter gemacht und so auch die Zahl der Fake-Shops erhöht. Wie Sie sich vor Abzocke im Netz schützen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

 

1. Die Masche der Fake-Online-Shops

Marken-Uhren zu Schnäppchenpreisen, bezahlbare Designer-Bekleidung oder Hightech-Trendprodukte zum Sonderpreis - Onlineshops lassen sich allerhand einfallen, um Online-Käufer zum Vertragsabschluss zu bringen. Oft ist es nicht einfach, die dubiosen Machenschaften von Online-Händlern auf den ersten Blick zu erkennen, denn viele Fake-Shops wirken seriös.

Lassen Sie sich von diesem ersten Erscheinungsbild einer Webseite jedoch nicht in die Irre führen. Häufig kopieren Betrüger Original-Shops inklusive der Informationen und Fotos, sodass Sie dem echten Online-Shop zum Verwechseln ähnlich sehen. Durch kostenlose Baukastensysteme können Betrüger im Nu professionell aussehende Shop-Webseiten erstellen. Das Ziel der Betrüger ist nur eins: Ihnen das Geld aus der Tasche ziehen. Als Kunde erhalten Sie im Gegenzug in der Regel gar nichts oder ein minderwertiges Produkt.

2. Fake-Shops und unseriöse Seiten erkennen - 10 Warnsignale

Sie wollen wissen, wie Sie Fake-Shops erkennen? Es gibt bestimmte Merkmale, an denen Sie betrügerische Shops erkennen können. Fakeshops sprießen wie Pilze aus dem Boden und genauso schnell verschwinden sie auch wieder. Verbraucherzentralen schlagen daher immer wieder Alarm. Aufgrund der Kurzlebigkeit der Online-Shops gibt es jedoch keine hochaktuelle Fake-Shop Liste. Sie können entweder einen Fakeshop-Finder z. B. von der Verbraucherzentrale nutzen oder unsere Liste mit Warnsignalen Schritt für Schritt durchgehen.

Checkliste
10 Warnsignale für einen Fake-Online-Shop
  • Kein Impressum: Das Impressum ist in Deutschland verpflichtend für Online-Shops - und das auch für ausländische Shops, die in Deutschland verkaufen wollen. Wer also kein Impressum hat, riskiert hohe Geldbußen, möchte keine Adresse angeben oder existiert nicht und kann keine seriösen Absichten mit seinem Shop haben.
  • Keine Widerrufsbelehrung: Sofern sich ein Online-Shop an Verbraucher richtet, muss er seine Kunden über ihr Widerrufsrecht informieren und eine Widerrufsbelehrung auf der Webseite anbringen. Wenn die Widerrufsbelehrung fehlt, können Sie auch hier von einer Fake-Seite ausgehen.
  • Keine AGB: Wenn ein Online-Shop keine AGB oder ungewöhnliche Klauseln (z. B. sehr lange Lieferfristen) hat, könnte das ein Hinweis auf einen betrügerischen Shop sein. Auch wenn Online-Shops nicht dazu verpflichtet sind, verwenden die meisten Shops AGB.
  • Seltsame URL: Achten Sie darauf, wenn ein Ihnen eigentlich bekannter Online-Shop eine unstimmige Internetadresse hat, beispielsweise Tippfehler oder eine andere Endung (z. B. “.de.it” statt normalerweise “.de”). Außerdem sollten Sie prüfen, ob die Internetadresse zu den angebotenen Produkten passt (z. B. ein Shop für Bücher wird keine URL mit dem Wort “Fahrrad” verwenden).
  • Schlosssymbol in der Spalte der Internetadresse fehlt: Das Schloss in der Leiste der URL versichert Ihnen, dass es sich um eine sichere Übertragung handelt. Sehen Sie kein Schlosssymbol, sind Ihre Daten, wie Adresse oder Kreditkartendetails, nicht sicher und Sie sollten nichts kaufen.
  • Nur Vorkasse: Wenn eine Zahlung ausschließlich per Vorkasse und nicht per Rechnung möglich ist, spricht das häufig für eine betrügerische Website.
  • Besonders günstige Preise: Wenn Sie die Produkte bei dem Shop unrealistisch günstiger als bei anderen Shops erhalten, ist das einer der eindeutigsten Indikatoren für einen Fake-Shop. Auch Rabatte von bis zu 80% sollten Sie misstrauisch machen.
  • Übermäßige Bewertungen: Sehr übertriebene und unrealistische Aussagen in den Kundenbewertungen können ein Warnsignal beim Online-Shopping sein.
  • Falsche Gütesiegel: Wenn sich ein Gütesiegel (z. B. von Trusted Shops) nicht anklicken lässt und das entsprechende Zertifikat nicht erscheint oder erfundene Gütesiegel auf der Webseite stehen, handelt es sich in der Regel um einen Betrug.
  • Unklare Seitenstruktur: Unklare Webseiten oder auch wechselnde Sprachen und sogar Währungen im Verlauf des Bestellprozesses geben Ihnen Hinweise auf eine Fake-Seite.

 

Nicht immer müssen bei Ihnen sofort alle Alarmglocken klingeln. Auch echte Online-Shops beachten nicht alle rechtlichen Verpflichtungen und nutzen teils unfaire Geschäftspraktiken, indem sie beispielsweise schlecht erreichbar sind oder nur Vorkasse anbieten. Jedoch sollten Sie besonders wachsam sein, sobald ein oder mehrere der aufgelisteten Warnsignale auf eine Shop-Seite zutreffen.

3. Fake-Shops auch auf Internet-Verkaufsplattformen

Auch auf Verkaufsplattformen, wie beispielsweise eBay Kleinanzeigen, sind Betrüger unterwegs. Daher gilt auch hier:

  • Lassen Sie sich nicht von besonders günstigen Angeboten verlocken.
  • Prüfen Sie den Verkäufer und seine angebotenen Zahlungsmethoden.
  • Zahlen Sie nicht im Voraus.
  • Lesen Sie sich die Kundenbewertungen des Verkäufers durch.
  • Lassen Sie sich vom Verkäufer nicht unter zeitlichen Druck setzen.
  • Prüfen Sie den Anbieter auf Impressum, Widerrufsbelehrung und AGB.

PRAXIS-TIPP

Beachten Sie auch, dass Sie sich auf manchen Portalen über eine Käuferschutz-Funktion absichern können. Kommunizieren Sie mit dem Verkäufer nur über den vorgesehenen Chat und nicht über E-Mail oder WhatsApp, damit die vorgesehenen Sicherheitsmechanismen der Verkaufsplattformen nicht umgangen werden.

4. Bestellte Ware nicht erhalten - was tun?

Wenn Sie beim Einkaufen im Internet bereits in die Betrugsfalle getappt sind und Geld überwiesen haben, sollten Sie wie folgt vorgehen:

  1. Zahlung rückgängig machen: Kontaktieren Sie unverzüglich Ihre Bank und fordern Sie, Ihre Zahlung rückgängig zu machen. Am leichtesten ist es, eine Lastschrift rückgängig zu machen, das geht auch noch Wochen nach der Abbuchung.
  2. Dokumentation des Shops: Erstellen Sie Screenshots vom Fakeshop und dem gekauften Produkt zur Beweissicherung, da Betreiber die Seite jederzeit ändern oder löschen können.
  3. Beweise sichern: Bewahren Sie alle Belege zur Online-Bestellung auf. Dazu gehören insbesondere Kaufvertrag, AGB, Bestellbestätigung und E-Mails.
  4. Strafanzeige: Erstatten Sie eine Strafanzeige bei der Polizei.

5. Fazit

Insgesamt sollten Sie bei Online-Bestellungen immer wachsam sein. Egal wie professionell ein Shop wirkt, nehmen Sie sich die Zeit und prüfen Sie die Webseite genau. Gerade wenn Angebote besonders günstig scheinen, sollten Sie zweimal hinsehen und Warnsignale ernst nehmen.

 

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6. FAQ: Unseriöse Seiten erkennen

Wie kann ich Webseiten überprüfen?

Sie können Webseiten überprüfen, indem Sie das Impressum, die Datenschutzerklärung und die Kontaktangaben kontrollieren. Wichtig sind eine sichere HTTPS-Verbindung, aktuelle Inhalte sowie eine seriöse Domain. Zusätzlich helfen Bewertungen, Whois-Abfragen und Warnungen von Verbraucherzentralen oder Browsersicherheitsdiensten.

Wie erkennt man seriöse Internetquellen?

Seriöse Internetquellen nennen Autoren, Veröffentlichungsdatum und nachvollziehbare Quellen. Inhalte sind sachlich, fehlerarm und ausgewogen formuliert. Die Seite gehört zu einer bekannten Institution, Universität oder seriösen Redaktion. Vorsicht bei reißerischen Überschriften, fehlenden Belegen oder starker Meinungsfärbung.

Welche Gütesiegel bei Online-Shops sind seriös?

Seriöse Gütesiegel sind z. B. Trusted Shops, TÜV, EHI-geprüfter Online-Shop oder Trusted Commerce. Wichtig ist, dass das Siegel anklickbar ist und zur Prüfstelle führt. Gefälschte Siegel sind häufig nur Bilder ohne Verlinkung oder Überprüfungsmöglichkeit.

Woran merke ich, ob ich von einem Online-Shop betrogen wurde?

Anzeichen für Betrug sind ausbleibende Lieferungen, keine Reaktion auf Kontaktversuche, unerklärliche Abbuchungen oder mangelhafte Ware ohne Rückgabemöglichkeit. Auch falsche Versandbestätigungen oder plötzlich abgeschaltete Webseiten sind Warnsignale. In solchen Fällen sollten Sie sofort Zahlungsanbieter und Verbraucherzentrale kontaktieren.

Wie kann man überprüfen, ob ein Verkäufer seriös ist?

Sie sollten Bewertungen auf mehreren Plattformen überprüfen, nicht nur auf der Verkaufsseite selbst. Seriöse Verkäufer haben vollständige Kontaktdaten, klare Rückgabe- und Zahlungsbedingungen und reagieren auf Anfragen. Ein Blick auf die Verkaufsdauer, Impressumsangaben und mögliche Warnungen im Netz hilft ebenfalls.

Wie kann man überprüfen, ob ein Online-Shop seriös ist?

Ein seriöser Online-Shop hat ein vollständiges Impressum, transparente Preise, sichere Zahlungsmethoden und eine HTTPS-Verschlüsselung. Kundenbewertungen, Gütesiegel und klare Informationen zu Versand, Widerruf und Datenschutz sind weitere Indikatoren. Extrem niedrige Preise oder nur Vorkasse sind Warnzeichen.

Wie kann man überprüfen, ob eine Webseite echt ist?

Echte Webseiten erkennen Sie an einer korrekten URL, einer sicheren Verbindung (HTTPS) und an einem konsistenten Design. Überprüfen Sie, ob Texte fehlerfrei sind und ob die Seite über ein nachvollziehbares Impressum verfügt. Bei bekannten Marken hilft der Vergleich mit der offiziellen Webseite oder Suchmaschineneinträgen.

 

 

Frauke Frotscher
Frauke Frotscher, LL.M.
Legal Writerin

Frauke Frotscher ist Wirtschaftsjuristin und hat sich im Rahmen ihres Masterstudiums im internationalen Lizenzrecht auf die Rechtsgebiete des Urheber-, Marken- und Vertragsrechts sowie das Zusammenspiel von Recht und Künstlicher Intelligenz spezialisiert. Mit diesen Schwerpunkten verstärkt sie seit 2023 das eRecht24-Redaktionsteam als Legal Writerin. Aufgrund ihrer vorherigen Tätigkeit als Juristin einer Rechtsabteilung, ist sie Expertin in der verständlichen Kommunikation juristischer Inhalte.

Rechtsanwalt Sören Siebert
Sören Siebert
Rechtsanwalt und Gründer von eRecht24

Rechtsanwalt Sören Siebert ist Gründer von eRecht24 und Inhaber der Kanzlei Siebert Lexow. Mit 20 Jahren Erfahrung im Internetrecht, Datenschutz und ECommerce sowie mit mehr als 10.000 veröffentlichten Beiträgen und Artikeln weist Rechtsanwalt Sören Siebert nicht nur hervorragende Fach-Expertise vor, sondern hat auch das richtige Gespür für seine Leser, Mandanten, Kunden und Partner, wenn es um rechtssichere Lösungen im Online-Marketing und B2B / B2C Dienstleistungen sowie Online-Shops geht. Neben den zahlreichen Beiträgen auf eRecht24.de hat Sören Siebert u.a. auch diverse Ebooks und Ratgeber zum Thema Internetrecht publiziert und weiß ganz genau, worauf es Unternehmern, Agenturen und Webdesignern im täglichen Business mit Kunden ankommt: Komplexe rechtliche Vorgaben leicht verständlich und mit praktischer Handlungsanleitung für rechtssichere Webseiten umsetzen.

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