Stiftung Warentest zu Bezahl-Apps: Das Geld ist sicher, die Daten nicht

(2 Bewertungen, 5.00 von 5)

Wer sich in Deutschland für das schnelle Bezahlen mit Handy oder Smartwatch entscheidet, braucht sich vor Betrugsversuchen nicht zu fürchten. Die gängigen Bezahl-Programme arbeiten mit sicheren Technologien und Zwei-Faktor-Authentifizierung. Kritisch sehen die Experten der Stiftung Warentest allerdings den Umgang mit Kundendaten. Denn die Apps leiten mehr Informationen weiter, als für den Bezahlvorgang nötig.

Zeitersparnis beim Einkauf

Zwölf beliebte Anwendungen zum bargeldlosen Zahlen haben die Tester untersucht, darunter Apple Pay und Google Pay sowie verschiedene Banken- und Supermarkt-Apps. Die Nutzerfreundlichkeit spielte für die Verbraucherschützer keine Rolle. Vielmehr ging es um die Sicherheit, das Datensendeverhalten, die AGB und die Datenschutzerklärungen. Schließlich erfreut sich das Einkaufen ohne Geldbeutel wachsender Beliebtheit. Kein Wunder, denn während das Zahlen mit Bargeld im Durchschnitt 83 Sekunden in Anspruch nimmt, kommt man mit Smartphone oder Smartwatch nach 3 bis 11 Sekunden durch die Kasse.

Wichtig: Regelmäßige Updates

Alle getesteten Programme erfüllen die Anforderungen der europäischen Zahlungsrichtlinie, die eine Zwei-Faktor-Authentifizierung vorschreibt. In der Praxis bedeutet das, dass Kunden ihr smartes Gerät vor der Bezahlung entsichern müssen. Das kann beispielsweise durch einen Fingerabdruck, eine PIN oder einen eigens erzeugten QR-Code erfolgen. Die gängigste Übertragungs-Technologie ist die Near Field Communication, kurz NFC. Darauf setzen beispielsweise Apple, Fitbit, Google und Garmin Pay. Deutschlandweit kann man an rund 800.000 Kassen mit NFC bezahlen – vorausgesetzt, dass das eigene Handy über eine entsprechende Schnittstelle verfügt. Egal, welche Übertragungsmethode genutzt wird – Verbraucher müssen zu ihrer eigenen Sicherheit darauf achten, dass App und Betriebssystem immer auf dem neuesten Stand sind.

Datenschutz verbesserungswürdig

Auf Kritik stieß bei den IT-Experten der Stiftung Warentest das Datensendeverhalten der Programme. Einige Bezahl-Apps übertragen beispielsweise grundsätzlich den Standort des Nutzers mit. Für App-Anbieter wie Edeka oder PayPal liegt der Nutzen auf der Hand: Sie erfahren gleich, in welcher Filiale ein Kunde welche Produkte besonders häufig einkauft. Aber auch das Finanz- oder Kreditkartenunternehmen kann solche Informationen auslesen, obwohl sie für den reinen Bezahlvorgang unerheblich sind.

Fazit

Neben der Weitergabe persönlicher Daten fielen den Testern auch Mängel bei den allgemeinen Geschäftsbedingungen auf. In einigen Apps sind gar keine AGB vorhanden. Für die Kunden ist das allerdings meist ein Vorteil: Sie werden dann von den besonders strengen Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs geschützt.

Anzeige

10000 Buchstaben übrig


Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
iPhone-Ersatzteile: Apple gewinnt Rechtsstreit gegen Reparaturshop Apple erlaubt es nur ausgewählten Shops, Original-Ersatzteile in iPhones einzubauen. Andere Händler sind darauf angewiesen, Ersatzteile von Drittanbietern zu ve...
Weiterlesen...
Edeka: Sind die günstigen Microsoft-Lizenzen legal? Verbraucher finden bei Edeka derzeit nicht mehr nur iTunes-Gutscheine und Telefonkarten, sondern auch günstige Windows 10 und Office 2019 Lizenzen. Diese kosten...
Weiterlesen...
Schädliche Apps: Google räumt in seinem Play Store auf Immer wieder schleichen sich schädliche Apps in den Google Play Store. Diese entladen den Akku, entwenden User-Daten oder verlangsamen das Smartphone. Jetzt hat...
Weiterlesen...
Online-Games: Wann darf ein Spieler-Account gesperrt werden? Nutzer von sog. Online Spielen verbringen oftmals Wochen und Monate in den Spielewelten von bestimmten eGames. Was aber passiert, wenn dem Spieler nach einer ge...
Weiterlesen...
ES Datei Explorer: Google entfernt App aus dem Play Store Der ES Datei Explorer gehörte in den letzten Jahren zu den am häufigsten heruntergeladenen Dateimanagern im Android Store. Jetzt hat Google die App jedoch aus s...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren regelmäßigen und kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support